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Einsegnung in Biesenthal / Gastspiel des Vereins "Theater in der Kirche"

Mit Knobelbuch und Gesellschaftskritik

Einsegnung: Auf diesen Tag haben die jungen Schüler lange gewartet. Pfarrer Christoph Brust steht zusammen mit den frisch gebackenen Erstklässlern auf der Bühne.
Einsegnung: Auf diesen Tag haben die jungen Schüler lange gewartet. Pfarrer Christoph Brust steht zusammen mit den frisch gebackenen Erstklässlern auf der Bühne. © Foto: Rita Seyfert
Rita Seyfert / 27.08.2012, 19:16 Uhr
Biesenthal (MOZ) Die Einsegnung der Erstklässler stand beim Kirchengemeindefest in Biesenthal auf dem Programm. Es gab aber auch noch einen anderen Höhepunkt: In der Komödie "Bunbury oder Ernst muss man sein" von Oskar Wilde standen den Besuchern vor Lachen Tränen in den Augen.

"Biesenthal ist in den letzten Jahren ja sehr schön geworden", stellt eine Frau im 903er Bus auf dem Weg zum Gemeindefest anerkennend fest. Da sei in letzter Zeit immer etwas los gewesen. Sie habe auch von Wildes Stück gehört, das an diesem Tag in der Biesenthaler Kirche aufgeführt wird. Und das wolle sie sich nun anschauen, berichtet sie.

Im Verlauf des Sommers gab es tatsächlich verschiedene kulturelle Veranstaltungen, bestätigt Christoph Brust, Pfarrer der Biesenthaler Kirchengemeinde. Immer mal konnten Theateraufführungen und Konzerte besucht werden. "Das Gemeindefest ist so etwas wie ein Höhepunkt zum Sommerabschluss", berichtet Pfarrer Brust. Das Fest sei aber vor allem für die Schulanfänger etwas Besonderes. Sie werden heute gesegnet.

Die Kirche ist inzwischen voll geworden. Der Posaunenchor mit zwei Baritons, einer Posaune, einem Kornett und zwei Trompeten hat bereits neben der Bühne Platz genommen. Florian (10) hält sein Bariton in der Hand. Zusammen mit Doreen (9), Heike (45) und den anderen spielt er heute ein Menuett und das Spiritual "Ja wenn die Heiligen ziehen ein".

In der ersten Bank sitzt die kleine Sina (6) zwischen ihrer Mutter und ihrer Oma. Sina wurde gerade eingeschult. Und heute ist die Einsegnung. Doch zunächst wird die Geschichte Abrahams erzählt. Sina lauscht ganz gespannt. Als sie dann mit den anderen Erstklässlern auf die Bühne darf, strahlt sie. Jedes Kind bekommt ein Mal- und Knobelbuch und einen Stern überreicht. Dann reichen sich alle die Hände. Pfarrer Brust betet zusammen mit allen Anwesenden für das Wohlergehen der jungen Schüler. Auch Studien- und Berufsanfänger werden in die Andacht einbezogen. Der Segen für einen neuen Lebensabschnitt ist für jeden gedacht.

Den krönenden Abschluss des Gemeindefestes bildet die Komödie "Bunbury oder Ernst muss man sein" von Oscar Wilde. Präsentiert wird das Stück von dem 2004 gegründeten Verein "Theater in der Kirche". In dem Schauspiel nimmt der Gesellschaftskritiker Wilde das "Ernstsein" der oberen Schicht auf die Schippe und schaut, was dahinter steckt, erklärt Schauspielerin Julia Klein. Sie spielt die Cecily Cardew: "Dass eigentlich jeder nur am Lügen ist und sich seine Wahrheit so hindreht, wie er es gerne möchte, ist für mich die Grundessenz aus dem ganzen Stück", so die Darstellerin.

Elena Brückner hat das Stück inszeniert und in der Rolle der Hausdame auch einen kleinen Part übernommen. Dass die Regisseurin mit wenigen Sätzen in einer Szene auftaucht à la Alfred Hitchcock, das ist in den letzten Jahren Tradition geworden, erzählt sie. Die Zuschauer sind jedenfalls begeistert. Und wie bereits bei der Premiere in Neu Zittau gab es auch von der Biesenthaler Kirchengemeinde begeisterten Szenenapplaus.

Kaffee und selbst gebackenen Kuchen gibt es im Pfarrhof. Pfarrer Brust weist darauf hin, dass auch an den kommenden Wochenenden in Biesenthal was los ist: Eine gute Gelegenheit, um ein paar Bio-Höfe aus der Nachbarschaft und lokale Produkte kennen zu lernen, bietet sich schon nächsten Sonntag. Da macht die Kirchengemeinde mit beim Regionalmarkt. In zwei Wochen, am 9. September, ist Goldene Konfirmation. Da treffen sich alle, die vor 60 Jahre konfirmiert wurden. Und Ende September steht dann das Erntedankfest an.

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