Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Künstlerin Antoinette bezieht Atelier im Rofin-Park / Naturnahe Arbeitsatmosphäre und großes Platzangebot geschätzt

Antoinette: Von Leipzig über Kreuzberg nach Eberswalde

Legen selbst Hand an: Thomas Hampel und Antoinette beim Ausbau des zukünftigen Ateliers, das im Frühherbst fertig werden soll.
Legen selbst Hand an: Thomas Hampel und Antoinette beim Ausbau des zukünftigen Ateliers, das im Frühherbst fertig werden soll. © Foto: MOZ/Boris Kruse
Boris Kruse / 30.08.2012, 04:15 Uhr
Eberswalde (MOZ) Im Rofin-Park in der Coppistraße bewegt sich etwas: Das Haus Nr. 17 hat seit diesem Sommer neue Pächter. Wo früher die Fahrzeuge der Werksfeuerwehr parkten, soll künftig große Kunst entstehen, die unter internationalen Kennern geschätzt wird. Für die Malerin Antoinette ist der Schritt nur konsequent.

Noch gleichen die Räume mit den großen Fensterflächen im Haus 17 des Rofin-Parkes einer Baustelle. Doch wenn alles nach Plan verläuft, soll das Atelier bereits im September mit feierlichem Rahmen eröffnet werden. Fortan will hier eine in Berlin lebende Malerin ihre Inspirationen verwirklichen, die auf dem Kunstmarkt international gefragt ist und von Fachblättern gefeiert wird: Antoinette, die stets nur ihren Vornamen nennt und diesen gern in Großbuchstaben gedruckt sehen würde.

Antoinette studierte zwischen 1975 und 1984 in Leipzig und Berlin; zu ihren Mitschülern gehörte Neo Rauch. Später wurde sie Meisterschülerin bei Bernhard Heisig. Nach wie vor betont sie ihre Prägung durch die Leipziger Schule und verortet ihren Malstil in dieser Tradition. Landschafts- und figürliche Malerei dominieren das Schaffen. An ihren gegenständlichen Bildern nehmen kräftige Farben und ein Faible für skurrile und märchenhafte Szenerien den Betrachter in Beschlag.

In den 80er-Jahren gründete Antoinette ein alternatives Kulturzentrum in der Uckermark. Seit 1988 arbeitet sie freischaffend. Ausstellungen führten sie in alle Ecken Deutschlands und häufig auch ins Ausland, bis nach New York. Zuletzt war sie mit einer großen Schau bei der Art Karlsruhe vertreten. Die Zeitschrift ArtInvestor hat Antoinette unlängst auf ihre Watch-List der am meisten zu beachtenden Gegenwartskünstler gesetzt.

Der Schwerpunkt ihres Schaffens liegt auf der klassischen Malerei, bevorzugt in großen Formaten, doch auch in anderen Genres ist sie aktiv. In ihren Beständen finden sich Papierarbeiten, Collagen, Zeichnungen, Skulpturen aus Bronze und Gips, aber auch Keramikartikel wie Schalen und Gefäße.

Außerdem unterhält Antoinette in Kreuzberg ihren eigenen Salon. In loser Folge lädt sie zu Konzerten und literarischen Abenden ein. Unter anderem waren in der Vergangenheit bereits renommierte Quartette wie "artemis" oder die vier Saxophonisten von "clair - obscur" in ihren Räumlichkeiten zu Gast.

Nach langen Jahren in Berlin zieht es sie nun mit ihrem Partner Thomas Hampel, der die Unternehmensberatung "44Consultants" gegründet hat, ins Umland. Ein Schritt, der notwendig geworden war: "Ich habe ein phantastisches Atelier am Paul-Lincke-Ufer, aber meine Lagerbestände wachsen und wachsen." Zwei "schweinisch teure" Lagerräume müsse sie in Berlin inzwischen anmieten. Also fingen Antoinette und Hampel an, sich nach geeigneten Räumlichkeiten im Berliner Umland umzusehen.

Dabei stieß Hampel schließlich auf ein Inserat mit den Räumen im Rofin-Park. Ein Umfeld, das sich für die beiden gleich doppelt lohnt: Weil die freigewordenen Räume, in denen früher einmal die Werksfeuerwehr untergebracht war, so großzügig geschnitten sind, dass dort auch Thomas Hampel Platz für ein Büro findet. Insgesamt etwa 250 Quadratmeter sind es. Die großen Fensterflächen zur Front lassen viel Licht einfallen, also optimale Mal-Bedingungen.

Mit seinem Unternehmen hat Hampel eine Marktlücke besetzt, denn anders als die meisten Wettbewerber lässt er sich nicht nach Arbeitstagen oder -stunden bezahlen, sondern nach Erfolg. Dazu handelt er vor Beginn der Beratungen mit seinen Klienten Kriterien und Zielstellungen aus, anhand die Unternehmen das Resultat der Beratung beurteilen sollen. Das sei nur fair, denn schließlich handele es sich bei einer Unternehmensberatung um etwas sehr schwer Fassliches.

Er ist Ur-Berliner, während sie ihre Jugend im Leipziger Raum verbracht hat. Gelegentlich will das Paar in den Eberswalder Räumen auch Veranstaltungen wie Konzerte oder Lesungen organisieren. Der Wohnsitz indessen soll Berlin bleiben. "Wichtig ist uns auch, dass man mit dem Zug so schnell von Berlin hierher kommt", so Hampel.

Von den Eberswalden, mit denen die Malerin und der Unternehmensberater bislang zu tun hatten, seien sie bislang überaus freundlich und mit Offenheit aufgenommen worden. Auch die umgebende Landschaft und insbesondere die Lage des Rofin-Parkes am Landschaftsschutzgebiet des Finowkanals gefällt den beiden: So können wir hier auch ein bisschen Freizeitgestaltung machen", freut sich Hampel. Und Antoinette ergänzt schließlich: "Wir sind echt überrascht, wie wenig Leute aus Berlin diese Gegend bisher entdeckt haben."

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG