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Lobetaler Bio-Molkerei in Biesenthal bringt Eis auf den Markt / Zweite Neuerung ist der Naturschutzbecher

Frozen Joghurt rettet Sommerflaute

Britta Gallrein / 06.09.2012, 07:09 Uhr - Aktualisiert 07.09.2012, 18:13
Biesenthal (MOZ) 15 000 Kilo Joghurt produziert die Lobetaler Bio-Molkerei pro Woche. Sie gehen vor allem in Berliner Bio-Läden über den Ladentisch. Jetzt gibt es mit dem Naturschutzbecher und dem "Frozen Jogurt" zwei neue Produkte, mit denen der Betrieb weiter in die Rentabilität kommen will.

"Der Frozen Jogurt ist ein starker Trend seit ein bis zwei Jahren", weiß Michael Kuper, Bereichsleiter der Molkerei. "Die Hersteller des Joghurt-Eises landeten dann alle irgendwann bei uns." Denn zum einen ist der Biesenthaler Betrieb keine Riesenfirma, sondern darauf eingestellt, auch kleine Lose zu verkaufen. "Die müssen bei uns mindestens eine Tonne abnehmen, das ist dann rentabel." Und dann ist die Molkerei der einzige Bio-Joghurt-Hersteller in Brandenburg.

"Ein Bio-Joghurt-Hersteller, der auch Bio-Eis anbietet, das ist für die Kunden auch glaubhaft", weiß Kuper. "Der Frozen Joghurt passt deshalb gut in unser Konzept." Die Packungen werden an Kunden so Eisdielen in Berlin verkauft. "Die haben dann spezielle Eismaschinen, die so ähnlich funktionieren wie Softeismaschinen", erklärt Kuper. Oben kommt die Rohmasse hinein und wird mittels Hebel in den Becher gepresst.

Die Molkerei selbst hat inzwischen auch eine eigene Eismaschine, mit denen sie auf Veranstaltungen wie am Wochenende beim Naturparkfest in Hobrechtsfelde ihren Frozen Joghurt verkauft. "Das läuft auch sehr gut. Joghurt kaufen die Leute lieber im Laden als auf einem Stand bei einem Fest, aber das Eis läuft da toll."

Für die Molkerei sei das Eis-Geschäft auch gut geeignet, um die nicht so verkaufsstarken Sommermonate zu überbrücken. "Im Sommer sind viele Berliner in Urlaub. Da merken wir schon einen Einbruch im Joghurt-Geschäft schon deutlich. Mit dem Eis können wir das ganz gut abfangen."

Was den Betriebschef am meisten freut: Auf einer Internetseite wurden kürzlich die Top Ten der "Frozen Joghurt"- Geschäfte in Berlin gekürt. "Die Geschäfte auf Platz eins und zwei beliefern wir, Platz neun ebenso und mit Platz fünf verhandeln wir gerade", zählt Kuper auf.

Fünf Mitarbeiter und 17 mit Handicap arbeiten in der gläsernen Molkerei in der Produktion. Den Hauptanteil macht immer noch der Joghurt aus. Verkauft werden die Produkte im Barnim unter anderem im Biesenthaler Milchladen, in Bernau beim Naturkostladen Grünbär, im Barnimer Höfeladen und im Edeka-Center. Hauptsächlich werden die Biesenthaler Erzeugnisse aber in die Hauptstadt verkauft. "Da hat fast jeder Naturkostfachhandel unsere Produkte", weiß Michael Kuper. Auch die größeren Ketten, wie die Bio-Company, werden vom Barnim aus beliefert. Am besten kommt bei den Kunden übrigens Joghurt mit der Geschmacksrichtung "Mango-Vanille" an, verrät Kuper.

Ab der kommenden Woche gibt es das zweite neue Produkt, einen Naturschutzbecher. Der Clou dabei: Von jedem verkauften Joghurt fließen drei Cent in Naturschutzprojekte des Naturparks Barnim.

"Im vergangenen Jahr haben wir in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Ausflugstipps auf die Becher geklebt mit kleinen Flyern. Das kam zwar gut an, aber war viel zu aufwendig. Deshalb heben wir uns zu der neuen Variante entscheiden." Mit den drei Cent aus jedem Becher werden durch eine Kooperation gefördert: eine Waldwiese mit wilden Pferden am Stadtrand, Fischtreppen am Nonnenfließ sowie der Moorschutz im Rabenluch. "Ich bin sehr gespannt, wie das bei den Leuten ankommt", sagt Michael Kuper.

Das Geschäft mit der 2010 eröffneten Molkerei, in der auch Dickmilch, Ayran und Sahne produziert werden, laufe gut, zieht Michael Kuper bislang eine positive Bilanz. "Aber wir müssen noch rentabel werden. Wir hoffen, dass wir das im nächsten Jahr erreichen."

Die Produktion von Käse musste zunächst eingestellt werden, weil das Personal fehlt. "Wir bekommen einfach keinen Molkerei-Fachmann. Und so nebenbei Käse machen, das geht nicht, dazu ist das Produkt zu sensibel."

Michael Kuper hat aber schon weitere Pläne. "Wir denken derzeit über die Entwicklung von Getränken nach, zum Beispiel Lassis. Damit kommen wir eventuell nächstes Jahr auf den Markt." Geschmacksrichtungen will er aber doch noch nicht verraten.

Wenn ein Produkt von der "Stiftung Warentest" schlecht bewertet wird, ist das oft fast so etwas wie ein Todesurteil. Dem Lobetaler Bio-Joghurt passierte dies Anfang des vergangenen Jahres.

Es war für die Mitarbeiter ein Schlag. Ihr Joghurt der Marke "Erdbeere" schnitt im Vergleich mit anderen Bio-Produkten schlecht ab, weil in einigen Proben Hefebakterien gefunden wurden.

"Wir haben daraufhin überall den Fehler gesucht. Wir sind in die Tanks gekrochen und haben die Leitungen mit einer Kamera abgesucht, es war alles sauber. Wir konnten uns die Verunreinigung nicht erklären", so Chef Michael Kuper. Am Ende wurde die Filteranlage am Bodes des Tanks kurzerhand aufgeschweißt und dort lag der Fehler. Die automatische Reinigung hatte nicht richtig funktioniert: Ein Konstruktionsfehler. Die Kessel-Hersteller entschädigten die Molkerei, reparierten alles und kurze Zeit später war der Joghurt wieder einwandfrei.

Große Auswirkungen habe der Test zum Glück nicht gezeigt, gibt sich Kuper erleichtert. "Umsatzeinbrüche beim Erdbeer-Joghurt gab es nicht."

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