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Sonnabend ab 10 Uhr Tag der offenen Tür in Lebus / Gruppen gestalten kleine Programme / Mitarbeiter laden in ihre Büros

Amt feiert mit großem Frühschoppen Geburtstag

© Foto: MOZ/Ines Rath
Doris Steinkraus / 06.09.2012, 07:45 Uhr
Lebus (MOZ) Etwas anders als andere Ämter feiert am Sonnabend Lebus sein 20-jähriges Bestehen. Es gibt keine Festveranstaltung, sondern vielmehr für jedermann Gelegenheit, Amtsluft zu schnuppern. Die Amtsverwaltung lädt ab 10 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Drumherum gibt es Musik und Spaß für Kinder.

"Wir wollen uns als Verwaltung präsentieren und mit den Bürgern ins Gespräch kommen, sagt Amtsdirektor Heiko Friedemann. Deshalb werden am Sonnabend alle Mitarbeiter vor Ort sein, Besuchern ihre Arbeitsplätze zeigen und Fragen beantworten. Dabei dürften auch so manche Erinnerungen wach werden. Vor allem an die ersten zum Teil recht aufregenden Jahre.

Ende 1991 wurde die Brandenburger Amtsordnung erlassen. Zunächst bildeten sich Verwaltungsgemeinschaften. Mallnow, Schönfließ, Wulkow und die Stadt Lebus schlossen sich am 1. Oktober 1991 zu solch einer Verwaltungsmeinschaft zusammen. "Dabei war es immer spannend, wer mit wem", blickt der Amtsdirektor zurück. "Für die meisten Gemeinden, wie zum Beispiel Mallnow, gab es mehrere Optionen. Eine Zuordnung mit Carzig zum heutigen Amt Seelow-Land war denkbar, genauso wie ein Zusammenschluss mit Lebus." Die Wellen schlugen hoch, es gab hitzige Debatten, die nicht frei von persönlichen Befindlichkeiten waren.

"Letztlich mussten die damaligen Gemeindevertreter ihre gerade neu gewonnene Eigenständigkeit durch die Angliederung an größere Einheiten schon wieder aufgeben", erläutert der Verwaltungschef. Mallnow entschied sich für Lebus, wie später auch Podelzig und Reitwein. Die Gemeinden aus der Verwaltungsgemeinschaft Alt Zeschdorf, Döbberin und Petershagen sowie Treplin traten am 1. Januar 1992 dem zu bildenden Amt Lebus bei.

Auch dort flogen im Vorfeld die Fetzen, denn es ging um den Sitz des Amtes. Erst durch Vermittlung des Brandenburger Innenministeriums einigte man sich auf Lebus als Verwaltungssitz. Die Geburtsstunde des Amtes Lebus war gekommen - der 22. Mai 1992.

Erster Amtsdirektor wurde der damalige Bürgermeister von Lebus, Hans-Peter Walter, Amtsausschussvorsitzende die Zeschdorferin Sybille Börnert. Das Thema Amtsdirektoren gehört zu den weniger erfolgreichen Kapiteln in der 20 jährigen Geschichte des Amtes. Hans-Peter Walter folgte Hans-Jörg Strahlendorf. Der erwies sich durchaus als kompetent, folgte aber nur eineinhalb Jahre nach Amtsübernahme einem lukrativen Angebot in Greifswald. Er wurde dort Senator für Wirtschaft und Finanzen. Die nächste Amtsdirektorenwahl ging ganz daneben. Die Gewählte trat ihren Dienst gar nicht erst an.

Im März 1996 kam Hans-Joachim Fricke, ein Jurist aus den alten Bundesländern. Die Lebuser und auch die Mitarbeiter der Verwaltung konnten sich mit seinem Führungsstil nie richtig anfreunden. Das führte so weit, dass der Amtsausschuss ihn im September 1998 abwählte. Erst 2004 wurde der heutige Amtsdirektor Heiko Friedemann gewählt. Der Seelower hat in diesem Jahr jene Frau abgelöst, die am längsten die Geschicke der Verwaltung in den Händen hielt, die Dauer-Stellvertreterin Margot Franke. Insgesamt acht Jahre stand sie an die Spitze, wenn der Posten mal wieder vakant war. Sie blieb der Kommunalpolitik und den Bürgern der Region auch nach ihrer Pensionierung treu, ist heute engagierte Bürgermeisterin von Alt Zeschdorf.

Auch in den gemeindlichen Strukturen gab es Änderungen. Am 18. Oktober 1993 trat die erste Kommunalverfassung Brandenburgs in Kraft. "Die übernahm zwar im Wesentlichen die bestehende Amtsordnung, regelte aber später, dass einem Amt nicht mehr als fünf Gemeinden angehören und diese Gemeinden mindestens 500 Einwohner haben sollten" erinnert Friedemann, der als langjähriger Hauptamtleiter in Seelow viele dieser Umstrukturierungen mit gestaltete. Gemeindefusionen wurden Pflicht. Nach einem Bürgerentscheid waren Döbberin, Petershagen und Alt Zeschdorf die ersten, die sich zum 31.Dezember 1997 zur Großgemeinde Zeschdorf zusammenschlossen. Ein Jahr später ließ sich Schönfließ in die Stadt Lebus eingemeinden. 2002 kamen auch Mallnow und Wulkow hinzu. In dieser Struktur hat das Amt Lebus bis heute Bestand. Die Trepliner wollten in jener Zeit ganz weg, nach Frankfurt. In einem Bürgerentscheid sprach sich die Mehrheit der Trepliner aber für den Verbleib im Amt Lebus aus.

Jetzt wird wieder über kommunale Strukturen diskutiert. "Der demographische Wandel beschert uns rückläufige Einwohnerzahlen, die Anforderungen werden trotzdem komplexer", sieht es Friedemann. Es stehe die Frage, ob eine Amtsverwaltung mit gut 20 Mitarbeitern auch zukünftige noch alle Aufgaben erfüllen kann. In den letzten zwei Jahrzehnten sei trotz mancher Probleme viel erreicht worden. Straßen und Kulturhäuser sind saniert, Feuerwehrgerätehäuser gebaut, Freizeitanlagen errichtet. "Viele Bürgermeister, Gemeindevertreter und andere ehrenamtlich Tätige haben daran Anteil", würdigt der Amtsdirektor. Egal, wie zukünftige Gemeinde- oder Ämterstrukturen aussehen, das Ehrenamt werde weiter funktionieren und die Orte lebenswert gestalten, ist Friedemann überzeugt. Auch das soll am Sonnabend gefeiert werden. Es gibt Blasmusik und Disko, Kuchenbasar und Programme der Feuerwehrgruppe Reitwein, der Lebuser Grundschule und des Podelziger Chores. "Wir würden uns freuen, wenn viele Bürger mit uns gemeinsam das Jubiläum feiern", wünscht sich der Verwaltungschef.

Tag der offenen Tür, Amtsverwaltung Lebus, Sonnabend 10 bis 15 Uhr

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