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Seit 50 Jahren sind Motorwassersportler in Eisenhüttenstadt organisiert / Steigende Tendenz bei Tourismus

Auf dem Wasser ganz ohne Zwänge

Stefan Lötsch / 12.09.2012, 08:00 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Seit 50 Jahren wird der Mielenzhafen in Eisenhüttenstadt als Liegestelle von Motorbooten genutzt. 39 Mitglieder hat der Motoryachtclub Eisenhüttenstadt momentan, in dessen Regie die Anlage verwaltet wird. Am Sonnabend wird das Jubiläum mit einem Fest gefeiert.

So richtig glücklich ist Christian Lucko mit dem Vereinsnamen Motoryachtclub nicht. Man könnte womöglich denken, dass sich im Mielenzhafen ein kleines Monaco angesiedelt hat, wo teure Yachten zur Schau gestellt werden. Weit gefehlt. "Wir legen Wert darauf, dass wir keine Marina sind", sagt Jürgen Schmidt, stellvertretender Vorsitzender des Motoryachtclubs. "Wir wollen den Clubmitgliedern die Möglichkeit geben, ihrem Sport nachzugehen." Wobei der Vorsitzende Christian Lucko einräumt: Das Hobby bzw. die Passion sei schon finanziell aufwendig. Allerdings gibt es inzwischen einen großen Gebrauchtboot-Markt. Und auch der Mitgliedsbeitrag ist, im Vergleich mit anderen Clubs oder sogar einer Marina, moderat, zumal ein Teil des Beitrages in Arbeitsstunden abgeleistet werden kann. "Wir wollen es nach Möglichkeit für jedermann erschwinglich halten", erklärt der Vorsitzende. 39 Mitglieder hat der Verein mit 30 Booten. Ehrenmitglied ist der ehemalige Bürgermeister Rainer Werner. Zu DDR-Zeiten gingen zwischen 20 und 25 Mitglieder ihrem Hobby nach.

Vor 50 Jahren startete die Sektion Motorwassersport. Damals wurden viele Boote noch selbst gebaut, so auch von Christian Lucko. Noch heute fährt er damit auf den Wasserstraßen. Für den Eisenhüttenstädter ist die Fahrt mit dem eigenen Boot bei Tempo 10 ein Stück Freiheit. "Man unterliegt keinen großen Zwängen." Bei der gemächlichen Geschwindigkeit sieht man viel. War seine erste Tour nach Mecklenburg-Vorpommern noch fast eine Abenteuerfahrt, weil die Infrastruktur auf Wassertourismus nicht ausgelegt war, ist das inzwischen völlig anders. "Jetzt ist alles durchorganisiert", so Christian Lucko. Wer auf dem Wasser unterwegs ist, hat viele Möglichkeiten anzulegen, Städte zu besuchen, Vorräte aufzufüllen, zu tanken, oder mal Wäsche zu waschen.

Auch im Mielenzhafen ist das möglich. Dort gibt es Gästeliegeplätze, die sogar rege genutzt werden. "In den letzten Jahren verzeichnen wir eine steigende Tendenz", freut sich der Vorsitzende. 100 bis 120 Gäste seien es pro Jahr, die im Hafen festmachen. "Das hängt auch vom Wasserstand der Oder ab." Dabei geht es international zu. Immer wichtiger wird die Verbindung von und in Richtung Polen, aber auch Dänen, Holländer und Engländer machen eine Rast in Eisenhüttenstadt.

Die Eisenhüttenstädter schippern ebenfalls in alle Himmelsrichtungen. Die weiteste Fahrt führte Christian Lucko nach Holland. Und wenn er auch - wie seine Sportskollegen - über die steigenden Spritpreise wenig erfreut ist, so könne man doch preiswert freie Tage verbringen. "Es ist die einzige Möglichkeit, kostengünstig Urlaub zu machen", ist sich Christian Lucko sicher. Denn auf einem größeren Boot habe man alles, was man braucht an Bord.

Skeptisch sieht der langjährige Wassersportler die Liberalisierungen auf den Wasserstraßen, dass immer mehr ohne Führerschein fahren dürfen. "Da ist viel vorprogrammiert." Auch herrscht vor allem auf den Strecken in Mecklenburg-Vorpommern vor allem durch die vielen Boot-Charter-Unternehmen teilweise dichtes Gedränge.

Dass der Eisenhüttenstädter Motoryachtclub ein reger Verein ist, wird nicht nur durch zahlreiche Urkunden im Vereinsheim dokumentiert. Am Sonnabend - wenn 50 Jahre Motorwassersport und 20 Jahre Motoryachtclub gefeiert wird - kommt auch der Landesvorsitzende nach Eisenhüttenstadt, wird verdiente Mitglieder auszeichnen. Ab 11 Uhr kann sich jeder selbst bei einem Hafenfest ein Bild vom Mielenzhafen machen. Es gibt Blasmusik, Shanties, Unterhaltung für Kinder, Leckereien sowie Getränke und natürlich Schnupperfahrten auf dem Kanal. Ab 20 Uhr wird zum Hafentanz mit Livemusik eingeladen, gegen 22 Uhr steigt ein Höhenfeuerwerk.

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