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Dorfakademie Höhenland Publikumsliebling beim Bürgerfest des Bundespräsidenten

Landblüte erlebt Massenansturm

Großes Besucherinteresse: Ingrid Bock (l.) von der Dorfakademie weist eine Besucherin auf die verschiedenen Kräuter hin. Viele Besucher probieren Tee und andere Köstlichkeiten, die die Mitglieder aus Märkisch-Oderland mit nach Berlin gebracht haben.
Großes Besucherinteresse: Ingrid Bock (l.) von der Dorfakademie weist eine Besucherin auf die verschiedenen Kräuter hin. Viele Besucher probieren Tee und andere Köstlichkeiten, die die Mitglieder aus Märkisch-Oderland mit nach Berlin gebracht haben. © Foto: BFK&LKO
Steffen Göttmann / 12.09.2012, 23:06 Uhr
Höhenland/Wölsickendorf (MOZ) Die Dorfakademie Höhenland des Vereins Landblüte war vergangenes Wochenende beim Bürgerfest des Bundespräsidenten zu Gast. Der Stand des Vereins beim Deutschen Bürgerpreis erwies sich am Sonntag als Publikumsliebling.

"Es war irre schön", beschreibt Ingrid Seiffarth und lehnt sich auf ihrem Sofa zurück. Die Vorsitzende des Vereins Landblüte ist noch immer fasziniert von dem großen Erfolg, den sie und ihre Mitstreiter vom Verein und vom Team des Deutschen Bürgerpreises am Sonntag erleben konnten. Weil die Dorfakademie Höhenland im vergangenen Jahr mit dem Deutschen Bürgerpreis in der Kategorie Alltagshelden ausgezeichnet wurde, war der Verein Landblüte zum Bürgerfest des Bundespräsidenten Joachim Gauck und seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt ins Berliner Schloss Bellevue eingeladen worden.

Tief beeindruckt ist Ingrid Seifarth noch immer von der überaus menschlichen Begegnung mit dem Bundespräsidenten, der sich ohne Pressetross und Begleitung eine halbe Stunde am Stand aufgehalten und sich bei ihr intensiv über die ehrenamtliche Arbeit erkundigt habe. Erst gegen Abend erreichte Gauck den Stand der Wölsickendorfer. Die Strapazen vieler Gespräche beim Gang von Stand zu Stand habe man ihm ansehen können. Mit den Worten: "Ich muss mich erst einmal ausruhen", habe er sich auf eine Bank gesetzt, berichtet die Vereinsvorsitzende. Für sie war dies die Krönung des vergangenen Wochenendes.

Der Stand der Dorfakademie war am Sonntag, als der Park des Schlosses Bellevue für alle Bürger geöffnet war, geradezu überrannt worden. "Die Leute stellten Ringelblumensalbe her, schnippelten Zutaten für die Marmelade, stopften Duftkissen, mischten Tees und bastelten Feen-Mobilés", sagt Ingrid Seiffarth. Viele wollten einfach mal kosten. Der Gute-Laune-Tee erwies sich als Bestseller.

Weil sie völlig überfordert vom Besucherandrang waren, halfen Ehrenamtliche von anderen Ständen aus. "Waltraut vom Deutschen Olympischen Sportbund, bei dem Flaute war, übernahm drei Stunden lang das Kräuterquiz", erzählt Ingrid Seiffarth. Und ein Besucher betreute die Einnahmen und kassierte das Geld von den Kunden, die Marmelade oder andere Produkte kaufen wollten. Er sei den Mitarbeitern des Deutschen Bürgerpreises bekannt gewesen, sodass die Vereinsmitglieder nicht befürchten mussten, dass er mit der Kasse durchbrennt.

Weil die meisten Besucher, die aus der ganzen Bundesrepublik kamen , lieber die Marmelade selber kochten, nahm sie viele der vorgekochten 400 Gläser wieder mit zurück. Beim Fest zum Tag der Deutschen Einheit in Wölsickendorf am 2. Oktober sowie beim Heckelberger Weihnachtspektakel im Dezember werde sich der Verein wieder präsentieren, so die Vereinsvorsitzende. Dort werde sie die Marmelade erneut feilbieten.

"Wir haben am Freitag unseren Stand aufgebaut", erzählt Ingrid Seiffarth. Weil der zuerst so kahl aussah, fuhren die Mitarbeiter des Deutschen Bürgerpreises noch los und besorgten als Dekoration unter anderem Lampenschirme, berichtet die Vereinsvorsitzende. Deren Hilfsbereitschaft sei riesengroß gewesen. "Wir waren alle ein Team", lautet Ingrid Seiffarths Fazit. Die gesamte Ausstattung des Standes, das Mobiliar, die Arbeitstische sowie die Schürzen organisierte der Deutsche Bürgerpreis.

Den Plan, Kinder aus Wölsickendorf mitzunehmen, ließen die Vereinsmitglieder fallen. "Wir wussten, dass sich der Abbau des Standes bis in den späten Abend hinziehen würde", sagt Ingrid Seiffarth. Das wäre für die Kleinen der Strapazen zu viel gewesen, zumal sie am Montag wieder pünktlich zur Schule mussten. Im Schlosspark gibt es keine Straßen. Deshalb hatten die Autos für den Auf- und Abbau der Stände nur gestaffelt Zufahrt zum Gelände. Ingrid Seiffarth ist froh, dass sie sich einen Bollerwagen organisiert hatte. Mit dem transportierte sie die Ware zum Auto, das - bewacht von der Polizei - in zweiter Reihe parken durfte.

"Jetzt wird es Zeit zur Normalität zurückzukehren", sagt Ingrid Seiffarth. Ein zweites Mal habe sich der Verein daher nicht um den Deutschen Bürgerpreis beworben. Sie will vielmehr die Kontakte pflegen, die sie beim Bürgerfest geknüpft habe. So habe sie beispielsweise eine Anfrage von der Berliner Björn-Schulz-Stiftung erhalten, die sich um die Geschwister von lebensbedrohlich erkrankten Kindern kümmere, die in den Familien benachteiligt werden sowie von sechs Kindergärten aus der Region und aus Berlin, die Angebote der Dorfakademie Höhenland nutzen wollen.

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Inge Bock, Alttrebbin 13.09.2012 - 10:06:34

Bürgerfest

Genau so war es . Das große Interesse an Kräutern und am Selbermachen von den Besuchern am Sonntag war überwältigend. In unserem kleinen Pavillon fand viel Gemeinsamkeit statt. Es wurde gewerkelt, abgewaschen, geredet, gesessen, Tee getrunken....ununterbrochen wurden Brothäppchen zum Probieren hergerichtet...eine gemütliche Küchenatmosphäre wie in einer Großfamilie mit vielen Kindern. Ausgesprochen berührend fand ich die Gespräche und Begegnungen am Samstag, dem Tag für die 4000 eingeladenen ehrenamtlich Tätigen. Von vielen Vereinen, Verbänden und Stiftungen hatte ich noch nie etwas gehört, was läßt mich erahnen läßt, dass das soziale Potenzial in unserem Land unermesslich groß ist. Das macht Mut und Freude im Kleinen weiterzumachen, auch wenn - oder gerade weil - die finanziellen Aspekte in den ehrenamtlichen Bereichen schwierig sind.

Inge Bock, Alttrebbin 13.09.2012 - 10:06:28

Bürgerfest

Genau so war es . Das große Interesse an Kräutern und am Selbermachen von den Besuchern am Sonntag war überwältigend. In unserem kleinen Pavillon fand viel Gemeinsamkeit statt. Es wurde gewerkelt, abgewaschen, geredet, gesessen, Tee getrunken....ununterbrochen wurden Brothäppchen zum Probieren hergerichtet...eine gemütliche Küchenatmosphäre wie in einer Großfamilie mit vielen Kindern. Ausgesprochen berührend fand ich die Gespräche und Begegnungen am Samstag, dem Tag für die 4000 eingeladenen ehrenamtlich Tätigen. Von vielen Vereinen, Verbänden und Stiftungen hatte ich noch nie etwas gehört, was läßt mich erahnen läßt, dass das soziale Potenzial in unserem Land unermesslich groß ist. Das macht Mut und Freude im Kleinen weiterzumachen, auch wenn - oder gerade weil - die finanziellen Aspekte in den ehrenamtlichen Bereichen schwierig sind.

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