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Platz oder Hof - das ist hier die Frage

Wandlitz streitet um Ehrung für Museumsgründer

Sabine Rakitin / 18.09.2012, 06:35 Uhr
Wandlitz (MOZ) Die Wandlitzer können sich nicht einigen, wie der Innenraum des künftigen Barnim Panoramas heißen soll. Bürgermeisterin Jana Radant will ihn nach dem Begründer des Agrarmuseums "Walter-Blankenburg-Hof" nennen. Doch Reinhold Dellmann, Vorsitzender des Fördervereins Agrarmuseum Wandlitz, ist dagegen.

Walter Blankenburg (1901-1984) gilt als Begründer des Agrarmuseums Wandlitz. In den 1950er Jahren, zur Zeit der Kollektivierung der Landwirtschaft in der DDR, begann er zielgerichtet bäuerliche Alltags- und Arbeitsgegenstände zu sammeln und präsentierte sie ab Mai 1956 in einer "Heimatstube" auf seinem Grund und Boden - Blankenburg betrieb dort bis 1960 eine Milchsammelstelle - der Öffentlichkeit.

Die Heimatstube wurde 1960 staatliches Heimatmuseum und Walter Blankenburg ihr Leiter. Seine private Sammlung ging 1966 in den Besitz der Gemeinde Wandlitz über. Vier Jahre später, als 70-Jähriger, gab er sein Lebenswerk an einen Nachfolger ab.

Unstrittig in Wandlitz sind die Verdienste Walter Blankenburgs als Museumsgründer und Ortschronist. Unstrittig ist auch, dass er im Zusammenhang mit dem "Barnim Panorama", das Naturparkzentrum und Agrarmuseum unter einem Dach vereinen wird, geehrt werden soll.

Vom Förderverein des Agrarmuseum kam der Vorschlag, entweder eines der beiden neuen Gebäude des Barnim Panoramas oder den öffentlichen Innenhof nach Walter Blankenburg zu benennen. Kulturamtsleiterin Claudia Schmid-Rathjen, studierte Historikerin, verwarf die Namensgebung für ein Gebäude, weil sie ihrer Ansicht nach keine Außenwirkung erzielen würde. Der Innenhof biete sich für eine ehrende Namensgebung aber geradezu an, befand auch sie.

So brachte Claudia Schmid-Rathjen das Ganze zu Papier und legte der Gemeindevertretung den Beschlussvorschlag vor, den Innenhof im Barnim Panorama Naturparkzentrum - Agrarmuseum Wandlitz "Walter-Blankenburg-Hof" zu nennen".

Die Zustimmung der Volksvertreter schien angesichts der allgemeinen Akzeptanz des Namensgebers lediglich eine Formsache zu sein. Im Haupt- und Finanzausschuss, in dem sich die Fraktionsspitzen tummeln, gab es Anfang September ein einhelliges Ja.

Doch wenige Tage später ereilte die Gemeindevertreter ein Schreiben des Vorsitzenden des Fördervereins Agrarmuseum, Reinhold Dellmann. Das Grundstück des künftigen Barnim Panoramas habe sich nie im Eigentum der Familie Walter Blankenburgs befunden, stellte er klar. "Der Standort des jetzigen (alten) Museums ist der eigentliche "Walter-Blankenburg-Hof'." Da es sicher nicht in der Absicht der Gemeindevertreter läge, Besucher und Gäste des neuen Hauses in die Irre zu führen, sollten diese dringend überlegen, ob der Platz nicht den einfachen, aber dann auch korrekten Namen "Walter-Blankenburg-Platz" erhalten könne, forderte Dellmann.

Als sich in der Einwohnerfragestunde der jüngsten Gemeindevertretersitzung zudem auch noch eine Großnichte Walter Blankenburgs zu Wort meldete und gleich Dellmann gegen die Namensgebung intervenierte, war die Unsicherheit unter den Volksvertretern so groß, dass sie keine Entscheidung trafen, sondern sich vertagten. Ohnehin soll das Barnim Panorama erst im Mai 2013 öffnen.

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