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Festtag zur Aufstellung des Friedrichsteins bei Goschen vor 100 Jahren / Historiker räumt mit Mythen auf / Wanderung, Kutschfahrt und Präsentation

Ein Stein, um den sich Legenden ranken

Monument: Der Friedrichstein bei Goschen ist von Bäumen umwachsen. Hier sollen die Preußen gelagert haben.
Monument: Der Friedrichstein bei Goschen ist von Bäumen umwachsen. Hier sollen die Preußen gelagert haben. © Foto: MOZ/Jörg Kühl
Jörg Kühl / 20.09.2012, 06:35 Uhr
Goschen (MOZ) Vor 100 Jahren haben Bürger bei Goschen ein Steinmonument errichtet, das an ein Lager des preußischen Heeres nach der verlorenen Schlacht bei Kunersdorf erinnern soll. Am Sonnabend findet aus diesem Anlass ein Festprogramm statt. Der Vorgang, den die Lieberoser feiern wollen, ist in der Chronik "Alt Lieberose" aus dem Jahr 1892 (zweite Auflage 1904) von Karl Wilhelm Eduard Krüger, der von 1878 bis 1911 Oberpfarrer in der Schulenburgstadt war, nachzulesen: Friedrich II habe nach der verlorenen Schlacht bei Kunersdorf mit seinem geschlagenen Heer bei Lieberose Rast gemacht. "Auf der Goschener Höhe" habe der König das Lieberoser Schloss, wo die siegreichen russischen und österreichischen Truppen sich einquartiert hatten, beobachtet. Sobald im Schloss die Lichter erloschen waren, habe man auf einem eiligst errichteten Knüppeldamm, dem sogenannten Königsdamm, quer durch die moorige Landschaft Proviant aus Lieberose herbeigeschafft.

Der Verfasser der Chronik verstarb 1911, ein Jahr nach seinem Tod wurde auf einer Anhöhe bei Goschen der Friedrichstein errichtet. "Von getreuen Preußen", wie auf der Rückseite des Steinsvermerkt ist. Auf der Vorderseite prangen die Worte "Friedericus Rex 1759". Wer genau die Errichter waren, ist bisher nicht hundertprozentig sicher. Auf alten Fotos sind die Bauherren in Kolonialuniformen mit breitkrempigen Hüten zu sehen. Vermutlich sind die "schulentlassene Jugend" und der Schützenverein beteiligt gewesen. Der Lieberoser Historiker Andreas Weigelt hat sich mit der Legende des Friedrichsteins befasst, und so manche Ungereimtheit in der Überlieferung entdeckt. Er wird seine Erkenntnisse Sonnabend der Öffentlichkeit präsentieren.

Das Programm beginnt um 14.30 Uhr am Backofen bei den Dammer Wiesen. Von dort geht es zu Fuß zum Friedrichstein. Wer nicht gut zu Fuß ist, hat die Möglichkeit, den Weg per Kremser ab dem Marktplatz Lieberose zurückzulegen (Anmeldung bei Elektro-Sprenger unter Tel. 033671 2220). Die Wanderer werden bei ihrem Eintreffen am Friedrichstein mit Salutschüssen der Schwarzpulverschützen empfangen. Historiker Andreas Weigelt wird einen Vortrag über "Legende und Wahrheit nach der Schlacht bei Kunersdorf" halten. Danach wird wieder Salut geschossen. Gemeinsam wird "Die Märkische Heide" gesungen. Die musikalische Untermalung besorgen die Lieberoser Bläser. Die Feldküche Goschen stellt Kaffee und Kuchen bereit. Um 18 Uhr wird im Saal der Darre im Lieberoser Schlosshof die Powerpoint-Präsentation "Ein Denkmal erzählt", die sich mit der Geschichte des Friedrichsteins befasst, gezeigt. Die Präsentation ist eine freiwillige Arbeit der Schüler Maik Schwarz, Tony Friedrich und Nico Müller, die dafür vom Bildungsministerium einen Preis entgegen nehmen durften.

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