Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Stadtverkehr präsentiert sich auf Fahrgast-Tag / Haltestellen für Bus nach Slubice werden vorbereitet

Erste Fahrstunde im Oldtimer

René Matschkowiak / 23.09.2012, 17:46 Uhr
Frankfurt (MOZ) "Schleifi" heißt seit Sonnabend ein neuer Arbeitstriebwagen, der für weniger Krach auf den Schienen sorgen soll. Neben dessen Taufe konnten Besucher beim "Tag der Fahrgäste" alte Busse und Bahnen erleben. Auch der grenzüberschreitende Nahverkehr war Thema.

"Steigen Sie mal wieder ein und Sie werden lange nicht aussteigen". Diesen Satz sagte Dezernent Markus Derling zum Ende einer kleinen Gesprächsrunde am "Tag für die Fahrgäste" der Stadtverkehrsgesellschaft an die Frankfurter gerichtet, die Bus und Bahn noch nicht nutzen. Ginge es um die Deutsche Bahn, könnte man über einen gelungenen Scherz schmunzeln. Nicht so bei dem Anbieter des öffentlichen Nahverkehrs in Frankfurt. Über 90 Prozent der Fahrgäste seien mit den Leistungen zufrieden, freute sich Stadtverkehrs-Chef Michael Ebermann.

Auch die Anbindung von Slubice an das Frankfurter Netz war einmal mehr Thema auf dem Podium. Bartosz Sianozecki, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung in Slubice, meinte, dass spätestens im November alle bürokratischen Hürden überwunden sein werden. Dann könne es mit dem Bus ganz schnell gehen. Haltestellen werden gerade vorbereitet. Auch Matthias Stoffregen vom Verkehrsverbund Berlin Brandenburg freute sich über die Fortschritte. "Erst kommt der Bus und in einigen Jahren wird die Bahn fahren", ist seine Überzeugung.

Eine Bahn der besonderen Art begutachteten die Gäste auf dem Europaplatz jedoch gleich und das mit sehr großem Interesse. Der Arbeitstriebwagen 501 in leuchtendem Gelb konnte einfach nicht übersehen werden. Nicht ohne Stolz verkündete Meister Kersten Heising: "So wie dieser Wagen gebaut ist, gibt es nur einen und der fährt in Frankfurt (Oder)." 150 000 Euro wurden investiert. Der Wagen soll nun jeden Tag unterwegs sein und die Schienen schleifen und schmieren. Das, so Heising, komme auch den Frankfurtern zugute, weil dadurch weniger Lärm entsteht und die Vibrationen im Straßenbahnverkehr spürbar gesenkt werden.

Eine Premiere war auch die Namensfindung für den Arbeitswagen. "Sie ist die erste Bahn, die einen Namen erhält", sagte Wolfgang Worf, der für die Infrastruktur des SVF verantwortlich ist. "Vielleicht könnte man mal darüber nachdenken, den anderen auch einen zu geben", meinte er. Die SVF hatte um Vorschläge gebeten - und einige lustige erhalten. Der "Schienenputzvibrator" konnte sich zum Beispiel nicht durchsetzen. Schließlich einigte man sich auf "Schleifi".

Eine Wahl, die dem vierjährigen Elias Engelhardt auch gefallen hat. Vorerst wollte er aber Busfahrer werden, nachdem er es sich hinter dem großen Lenkrad eines Oldtimer-Busses bequem gemacht hatte. Ob der Berufswunsch von Dauer sein wird, konnte Hildegard Hildebrandt, die den Kleinen begleitete, noch nicht sagen. Sie war jedenfalls mit dem Fest zufrieden und ist es im Großen und Ganzen auch mit dem öffentlichen Nahverkehr. "Manchmal könnten die Fahrer etwas freundlicher sein", lautet ihr einziger Einwand. Als jedoch beim Fahrplanwechsel ein Bus wegfiel, der sie zum Feierabend von ihrer Arbeit nach Hause bringen sollte, nahm sie Kontakt mit der Stadtverkehrsgesellschaft auf. Kurz danach fuhr wieder ein Bus pünktlich zum Feierabend.

Neben alten Bussen gab es am Sonnabend natürlich auch die historischen Straßenbahnen zu bewundern, mit denen man eine Runde durch die Stadt drehen konnte. Wer das nicht wollte, war bei dem bunten Bühnenprogramm bestens aufgehoben oder in der Modellbahnausstellung im alten Straßenbahndepot.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Roland Totzauer 25.09.2012 - 19:17:31

Tram-Gegner in Slubice lehnen auch das Projekt ab!

Glücklicherweise hat sich inzwischen auch eine Mehrheit der Kommunalpolitiker in Slubice als Tram-Projekt-Gegner geoutet, die sich dem Druck der Frankfurter Tram-Projekt-Befürwortern tapfer und letztendlich erfolgreich entgegen gestellt haben. Die Stadt Slubice ist souverän in dieser Entscheidung. Leider haben viele Frankfurter Kommunalpolitiker die Mehrheitsmeinung in der Frankfurter Bevölkerung gegen das Tram-Projekt ignoriert und damit politischen Schaden angerichtet und Vertrauen in die Politik/Politiker zerstört! Ich danke deshalb hier noch einmal ausdrücklich den Slubicer Tram-Projekt-Gegnern für ihren Mut und ihre Standhaftigkeit, mit der sie sich gegen den Druck der Frankfurter/Slubfurter Tram-Bedürworter behauptet haben. Die Slubicer Tram-Gegner sind eben Realpolitiker, die unterscheiden können zwischen dem Machbaren und dem Wünschbaren. Sie haben sich für eine Finanzpolitik entschieden, die aus der aktuellen Verschuldung führt. Die besonnene Entscheidung gegen das Tram-Projekt bewahrt die Stadt Slubice vor einer weiteren Verschuldung. Mein Glückwunsch an die Slubicer für solch mutige Politiker! Roland Totzauer Mitbegründer der Bürgerinitiative "Pro Bus contra Bahn" 2005-2006

Straßenbahnbefürworter 25.09.2012 - 17:07:34

Fahrradbahn?!

Für Herrn Totzauer müssen wir anscheinend eine Straßenbahn mit Fahrradanhänger kaufen, dass er auch mal mit der Straßenbahn fährt... Seit 2006 kann Herr Totzauer nichts, als über die Straßenbahn meckern... Langsam reicht es aber auch wirklich - und die Ergebnisse einer 6 Jahre alten Bürgebefragung kann man heute nun wirklich nicht mehr als repräsentativ ansehen, da nun wirklich nicht die "Mehrheit" bei dieser Entscheidung beteiligt war (die Wahlbeteiligung fällt komischerweise immer wieder unter den Tisch...) Gibt es nicht genug andere Probleme, die wir hier in Frankfurt haben, welche den Fahrradverkehr betreffen? Bitte analysieren Sie auch einmal solche Probleme.

ROESSLGAENGER 24.09.2012 - 21:04:11

Wenig Phantasie

bewiesen unsere SVF- Juroren bei der Auswahl des Namen ,,Schleifi". Ich fühle mich in meine Schulzeit zurück versetzt, als ca in der 3. Klasse Spitznamen durch Abkürzung des Familiennamens, kombiniert mit dem Anhängen eines ,,i" entstanden. Leider weiß ich nicht, welche Vorschläge noch da waren. (Übrigens, Herr Lenden- das hier ist keine Motzerei. Ich bin nur enttäuscht, weil wir Frankfurter einmal mehr unter unseren Möglichkeiten blieben.) Ich finde übrigens die Idee gut, andere Fahrzeuge mit Namen zu versehen. Das wird z.B. beim Straßenbahnbetrieb Halberstadt praktiziert, wo Straßenbahnfahrzeuge mit den Namen berühmter Persönlichkeiten der Stadtgeschichte benannt wurden. Was den Kommentar von Roland Totzauer betrifft, so scheint er sich nicht sicher zu sein, dass die Tram nach Slubice ganz vom Tisch ist, sonst würde er die Aussage des Herrn Stoffregen gelassener sehen. Oder gilt etwa der alte James Bond- Titel: ,,Sag niemals nie"?

Roland Totzauer 24.09.2012 - 12:48:59

Keine Bahn wird fahren!

Zitat: "Matthias Stoffregen vom Verkehrsverbund Berlin Brandenburg freute sich über die Fortschritte. "Erst kommt der Bus und in einigen Jahren wird die Bahn fahren", ist seine Überzeugung." Offenbar kennt der Herr Stoffregen weder die Ergebnisse der Frankfurter Bürgerbefragung von 2006 (83% gegen die grenzüberschreitende Tram) noch die Contra-Ergebnisse der Slubicer Bürgerbefragung von 2011. Offenbar interessiert sich Herr Stoffregen weder für die finanzielle Situation in Frankfurt noch für die finanzielle Situation der hoch verschuldeten Stadt Slubice. Er plappert seinen Propagandasatz heraus, ohne scheinbar zu wissen, dass die Politiker der Stadt Slubice mehrheitlich demokratisch gegen ein grenzüberschreitendes Straßenbahn-Projekt votiert haben. So einfach kann man sich also als auswärtiger VBB-Mitarbeiter in Frankfurt lächerlich machen. Scheinbar fiel dem Herrn Stoffregen bei seiner Ansprache niemand ins Wort - so mache ich es hier und jetzt - obwohl es vielleicht für Herrn Stoffregens Glaubwürdigkeit zu spät ist. Klartext: Über Pro oder Contra "Straßenbahn über die Oder" wird nach wie vor in Frankfurt und Slubice demokratisch abgestimmt. Selbstverständlich können VBB-Mitarbeiter ihre Meinung dazu öffentlich äußern, aber sie ist uninteressant, weil die Frankfurter und die Slubicer ihre eigene Meinung zu diesem "Projekt" haben und eine Entscheidung darüber längst von den Frankfurtern und Slubicern eindeutig gefällt wurde! Scheinbar sind die souveränen Entscheidungen der Frankfurter und Slubicer gegen das grenzüberschreitende Tram-Projekt beim VBB noch immer nicht angekommen? Da sollte sich Herr Stoffregen mal auf der MOZ-Seite http://www.moz.de/heimat/lokalredaktionen/frankfurt-oder/tram-in-frankfurt/ kundigmachen, denn dort kann er die Entscheidungen der Frankfurter und Slubicer Mehrheiten nachvollziehen!

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG