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Ausschuss will auf Stellenausschreibung verzichten / Zukunft des Amtes Joachimsthal ungewiss

Dirk Protzmann vor Wiederwahl

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Viola Petersson / 24.09.2012, 09:00 Uhr - Aktualisiert 24.09.2012, 09:38
Joachimsthal (MOZ) Die Wahl eines Amtsdirektors ist in der Brandenburgischen Kommunalverfassung geregelt. Demnach kann der Amtsausschuss im Fall einer Wiederwahl vom Procedere der öffentlichen Stellenausschreibung absehen. Von dieser Möglichkeit will der Amtsausschuss Joachimsthal Gebrauch machen, wie Vorsitzender Heimfried Jaensch (Parlow) auf Anfrage der MOZ bestätigte. In Vorbereitung auf die morgige Sitzung habe es eine „interne Beratung“ gegeben. Die Zustimmung zum verkürzten Verfahren kann folglich als sicher gelten. Ebenso wie die anschließende neuerliche Kür. Ohne Gegenkandidat sollte Protzmann auf die erforderliche Mehrheit kommen. Laut Paragraf 138 Kommunalverfassung ist die Wiederwahl frühestens sechs Monate vor Ablauf der Amtszeit möglich. Mit dem Termin 25. September bewegt sich der Joachimsthaler Ausschuss also im gesetzlichen Rahmen.

Das von den Joachimsthalern favorisierte Verfahren passt ins Bild und zum Image des Amtes. Die Kommunen und die Kommunalpolitiker pflegen – zumindest in der Öffentlichkeit – den Zusammenhalt und beschwören immer wieder den Solidaritätsgedanken. Die Verwaltungseinheit im Norden des Barnim ist mit 5300 Einwohnern die kleinste innerhalb des Landkreises. Jüngst feierte das Amt sein 20-jähriges Bestehen. Anlässlich dessen erklärte Vize-Landrat Carsten Bockhardt, dass die Kreisverwaltung mit dem Schorfheide-Amt „wenig Sorgen“ habe.

Dirk Protzmann selbst, von Hause aus Lehrer, wollte sich im Vorfeld der Wahl nicht äußern. Er wolle die Abstimmung nicht beeinflussen, erklärte der Amtsinhaber. Unter seiner Ägide hat u. a. der Arbeiter-Samariter-Bund in Joachimsthal das Freie Gymnasium etabliert und errang die Region – trotz aller Probleme – die Anerkennung als Nationaler Geopark „Eiszeitland am Oderrand“. Eine der größten Herausforderungen für die kommenden Jahre dürfte vor allem in der Verwaltungsstruktur liegen. Mit Blick auf die in Brandenburg geplante Kommunalreform 2030 ist mehr als fraglich, ob das Amt eine Zukunft hat.

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