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Danuta Schmidt liest in Biesenthal aus ihrem Buch "Tritt ein in meinen Garten"

Betörender herbstlicher Farbenzauber

Tritt ein: Danuta Schmidt beschreibt in ihrem Buch die Gärten von Prominenten, die von ganz unterschiedlichem Charakter sind.
Tritt ein: Danuta Schmidt beschreibt in ihrem Buch die Gärten von Prominenten, die von ganz unterschiedlichem Charakter sind. © Foto: Sabine Sentz
Michael Rosensky / 03.10.2012, 22:59 Uhr
Biesenthal (mr) Einer langen Tradition folgend öffneten auch am vergangenen Wochenende Hannelore und Hans-Jürgen Baumann anlässlich des Tages der offenen Gärten ihre Pforte für Interessierte aus Nah und Fern. Besonderer Höhepunkt war diesmal eine Buchlesung mit Danuta Schmidt.

Einzeln, in kleinen Gruppen und pärchenweise verlieren sich die Besucher im Park und schauen sich den herbstlichen Pflanzenwuchs genauestens an. Seit 1977 werkeln und pflanzen die Baumanns hier.

Kleine Obsthaine entstanden, Bäume wurden umgesetzt, Pflanze an Pflanze stehen friedlich nebeneinander und allesamt erfahren reichlich Licht und Sonne.

Seit 32 Jahren kommen Gäste jeweils im Frühjahr und im Herbst zu den Gastgebern, um zu schauen, was so alles emporwächst und gedeiht. Im Mai und Juni dieses Jahres waren über 500 und Besucher unterschiedlichsten Alters hier, darunter Schweizer und Österreicher.

Auch Danuta Schmidt hat den Weg zu den Gastgebern gefunden, im Gepäck ihr neuestes Buch mit dem Titel "Tritt ein in meinen Garten", aus dem sie den Zuhörern einen kleinen Einblick darbietet. Darin laden Prominente ein unter eben dem Motto "Tritt ein in meinem Garten".

Der Schauspieler Michael Gwisdek kommt in diesem Reigen vor. Gwisdek, der seit Jahrzehnten in Böhmerheide das Grundstück seiner Tante bewirtschaftet und mit eigenen Händen sein ländliches Domizil modern und wohnlich gestaltete. Nun kümmern er und seine Frau sich um Haus und Pflanzen. Sie lassen Spontanität und Urwüchsigkeit der Pflanzen freien Lauf, ohne dass auf ihrem Grundstück gar ein Urwald entstünde - die Pflanzen und Baumausbreitung aber lassen zunehmend darauf schließen.

Die Sängerin Aurora Lacasa hält nichts von Zäunen, will frei sein auch im Ausblick ihres Anwesens. Von Außen kaum ersichtlich, ist der Garten mit begehbaren Wegen fast mathematisch von Graden und Winkeln durchzogen, das Preußische ist hier in Ansätzen erkennbar.

Einen Kontrast bildet der nächste Garten-Besuch. In dem von Jörg Hildebrandt ist Wildwuchs in jeder Form und Schattierung erlaubt. Zum nahen See schlängelt er sich mit seinen Familienangehörigen durchs Buschwerk. Ganz im Sinne seiner verstorbenen Frau Regine, die auch ganzjährig alle Pflanzen wild wuchern ließ. Einmal im Jahr packt er dann das Schneidwerk und säbelt alles bis zum Winterwuchs herab. Dann genießt er den Blick zum See umso mehr.

Bei Baumanns gibt es jetzt Kaffee und Kuchen. Die Tierwelt gesellt sich hinzu. Ein großer Grashüpfer bewacht die Kaffeekanne. Da hilft auch kein Reden und Scheuchen. Sachte schiebt die Fotografin eine Serviette unter den Langbeiner und ab geht es ins nahe Grüne. Die vier Meter Entfernung zum Kaffeetisch schafft er in wenigen Augenblicken, hangelt sich am Stuhlbein hoch und nimmt auf der Tischdecke Platz. "Das würde auch Regine Hildebrandt gut gefallen", sagt jemand leis. Die Baumanns nicken, lächelnd und sind für einen Augenblick ganz versonnen.

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