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Ländervergleich: Märkische Schüler nur Mittelmaß

Brandenburg hat gepaukt: Zumindest beim Lesen und Zuhören sind brandenburgische Schüler im Mittelfeld.
Brandenburg hat gepaukt: Zumindest beim Lesen und Zuhören sind brandenburgische Schüler im Mittelfeld. © Foto: dpa
JKRAUSE / 05.10.2012, 18:28 Uhr
Potsdam (dpa) Bayerns Grundschüler sind die Besten beim Lesen, Rechnen und Zuhören. Brandenburg liegt in zwei Kategorien im Mittelfeld. Bei Mathematik ist der vorletzte Platz jedoch ein Alarmzeichen.

Nach der aktuellen Bildungsstudie zu den Kenntnissen von Grundschülern, die im Auftrag der Kultusministerkonferenz erstellt wurde, sieht sich Brandenburg zumindest beim Lesen und Zuhören im guten Mittelfeld. Im Fach Mathematik ist das Bundesland hingegen auf den elften Platz gerutscht. "Es gibt nichts, was man nicht verbessern könnte", sagte Bildungsministerin Martina Münch (SPD) am Freitag nach der Vorstellung der Daten. Da müsse in der Grundschule nachgesteuert werden.

Beim Leseverständnis erreichte Brandenburg mit 497 Punkten Platz 7, beim Hörverständnis mit 490 Punkten Platz 10. Spitzenreiter sind in allen drei Bereichen Grundschüler aus Bayern. In Brandenburg hatten sich 79 Schulen mit je einer 4. Klasse an zwei Testtagen zwischen Mai und Juni im vergangenen Jahr beteiligt.

Für den Chef der Brandenburger FDP-Fraktion und bildungspolitischen Sprecher, Andreas Büttner, ist das durchwachsene Abschneiden der Brandenburger Schüler unterdessen wenig überraschend. "Wir brauchen nicht nur mehr Lehrer, um die Kinder in kleinen Klassen optimal fördern zu können. Wir müssen auch deutlich mehr Geld für die frühkindliche Bildung investieren, wenn uns das System nicht um die Ohren fliegen soll", betonte er.

Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Gordon Hoffmann, kritisiert, dass Kinder in den Grundschulen zu wenig Zeit hätten, ihre Fertigkeiten zu entwickeln und zu festigen. In den Siegerländern werde deutlich mehr Unterricht in der Grundschule erteilt. In Baden-Württemberg zum Beispiel haben Kinder von Klasse 1 bis 4 fast 600 Unterrichtsstunden mehr als Kinder in Brandenburg.

Bildungsministerin Münch lobte hingegen die bisherige Arbeit. Maßnahmen wie die frühkindliche Förderung zeigten bereits Wirkung, so Münch. Auch seit PISA getroffene Entscheidungen gingen in die richtige Richtung und beginnen zu greifen. Für die Bildungsarbeit in den Kitas, unter anderem zur gezielten Förderung sprachauffälliger Kinder, werden drei Millionen Euro eingesetzt. Die Grundschulen können Unterrichtsstunden umschichten, um das Lesen und Verstehen sowie die Rechtschreibung im Fach Deutsch verstärkt üben zu können. Zudem gibt es seit diesem Schuljahr eine zusätzliche Wochenstunde Deutsch und Mathematik in den Klassen 1 und 2.

Münch betonte zudem, dass das Land bundesweit zur Spitzengruppe in Sachen Bildungsgerechtigkeit gehöre. "In kaum einem anderen Bundesland werden Kinder aus sozial schwachen oder bildungsfernen Familien so gut gefördert wie in Brandenburg."

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