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Zur 30. Mahnwache dokumentiert Aktionsbündnis den Bürgerprotest seit 2009 im Haus Lichtblick

Lehrkabinett in Sachen Demokratie

Ulf Grieger / 08.10.2012, 07:45 Uhr
Letschin (MOZ) So ganz unumstritten war das "Jubiläum" nicht. Aus Sicht der im Aktionsbündnis Mahnwache Letschin vereinten Vereinen Bruchkultur und Wir im Oderbruch sowie der Kirchgemeinde Letschin gab es am Sonntag die 30. Mahnwache gegen die Kohlendioxidlagerung im Oderbruch und anderswo. Aus Sicht der Neutrebbiner Bürgerinitiative war es bereits die 34. Aus Anlass dieser Mahnwache wurde im Haus Lichtblick eine sehr sehenswerte Ausstellung eröffnet.

Bis zum 7. April haben Interressierte dort die Möglichkeit, das Wachsen des Bürgerprotestes seit der ersten Neutrebbiner Mahnwache im Dezember 2009 nachzuvollziehen. Die Fotodokumentation von Ingrid Koppenhagen ist nicht chronologisch, sondern thematisch geordnet. Da geht es um das Ausharren auf dem Letschiner Markt zu jeder Witterung, um die zahlreichen Bürger, die sich - viele zum ersten Mal in ihrem Leben, mit einem Mikro an die Öffentlichkeit wandten. Die Politiker werden gezeigt: Bundestagsabgeordnete wie Dagmar Enkelmann und Hans-Georg von der Marwitz, Landtagsabgeordnete und Bürgermeister. Gezeigt werden die vielen Bündnispartner, die Auftritte in anderen betroffenen Orten wie Beeskow, in der Lausitz und anderswo. Baumpflanzaktionen werden dokumentiert, das Musikfestival Air Fresh in Ortwig, und immer wieder die Menschen, die sich nicht einschüchtern lassen.

Ausgestellt werden witzige und originelle Plakate, die Alter-Hut-Aktion, Mach-dich-vom-Acker Vattenfall und vieles mehr. Schülern wird diese Ausstellung viel Diskussionstoff für den Politikunterricht geben.

Zur Mahnwache bat Pfarrer Frank Schneider um eine Schweigeminute für den im Juli verstorbenen Liedermacher Reinhart Rochlitz aus Sternebeck. Seine Lieder wurden gespielt, mit denen der 70-Jährige stets ermutigt hatte. Die CO2-Lagerungs-Gegner erklärten, nicht aufgeben zu wollen. In Letschin ist jetzt an jedem ersten Sonntag im Quartal Mahnwache, in Neutrebbin an jedem ersten Sonntag im Monat.

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