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Bürgermeister spricht vor BMH

Bernau profiliert sich als Wohnstandort

Sabine Rakitin / 10.10.2012, 19:11 Uhr
Bernau (MOZ) Perspektiven für die Stadt Bernau war das Thema, zu dem sich das Barnimer Mittelstandshaus (BMH) am Dienstagabend keinen geringeren Referenten als Bürgermeister Hubert Handke (CDU) eingeladen hatte. Der sieht für Bernau vor allem eine Perspektive: als attraktiver Wohnstandort.

Die Vorteile der Stadt, die mit ihren rund 37 000 Einwohnern mittlerweile die achtgrößte in Brandenburg ist, sieht der Bürgermeister ganz realistisch. Die Nähe zu Berlin und die gute verkehrstechnische Anbindung mit Autobahnanschluss und S-Bahn sind es, die Bernau zu einem beliebten Wohnortstandort machen. Darin liegt nach Handkes Auffassung auch die Perspektive der Stadt. Das beispielsweise die Grundstücke am Rutenfeld sehr schnell verkauft wurden sei ebenso ein gutes Zeichen wie der Verkauf der Parzellen am Kirschgarten/Fichtestraße, freut er sich.

Doch mit Einfamilienhäusern allein ist es in Bernau nicht getan. Die Stadt bräuchte dringend weitere Mehrfamilienhäuser mit Wohnungen zu bezahlbaren Mieten. Auch für Senioren mit geringen Renten sei es zunehmend schwer, entsprechend bezahlbaren Wohnraum bereitzustellen. Die Stadt könne lediglich auf den Wohnungsbestand aus DDR-Zeiten zurückgreifen. Da es weder vom Land noch vom Bund eine Förderung des sozialen Wohnungsbaus gebe, sei entscheidend, "ob wir Leute motivieren können, auch in den Geschosswohnungsbau zu investieren", ist der Bürgermeister überzeugt. Dazu brauche die Stadt aber wiederum geeignete Grundstücksflächen. Die aber seien mittlerweile knapp geworden, auch in Bezug auf Gewerbeansiedlungen.

Das Gewerbegebiet in Ladeburg ist zu 77 Prozent ausgelastet, das in Rehberge zu 70 Prozent. An der Pappelallee in Schönow sind 60 Prozent der Grundstücke vergeben.

Mit der Entscheidung, nach der Wende auf die Ansiedlung größerer Konzerne zu verzichten, habe man richtig gelegen, zieht der Bürgermeister eine positive Bilanz. 31 Industrie- und 744 Handwerksbetriebe, 832 Handelseinrichtungen sowie 1731 sonstige Gewerbe sind in Bernau angemeldet. Rund sechs Millionen Euro an Gewerbesteuern nimmt die Stadtkasse durch sie ein. Das sei bei einem Gesamthaushaltsvolumen von rund 77 Millionen Euro eher gering. "Unsere Haupteinnahmequelle ist die Einkommenssteuer", so Handke. Ein weiterer guter Grund für ihn, auf Zuzügler und damit auf die "Wohnstadt Bernau" zu setzen.

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Jürgen Poppitz 11.10.2012 - 23:10:09

Schade

Schade, Herr Dr. Valentin, dass wir Sie nicht eingeladen hatten. In diesem Falle wären Ihnen gewiss noch andere Gedanken als die jetzt von Ihnen offerierten gekommen. Polemsch sein, zeigte sich auch an diesem Abend, ist nicht immer die ganze Miete. Aber seien Sie beruhigt, es ging auch polemisch zu im schönen Bernauer Cafe am Steintor, wenn auch nicht unbedingt zu einer Meckenheimer Empfehlung Anfang der 1990er Jahre. Auf der Internetseite des Barnimer MittelstandsHauses www.bmhbernau.de haben Sie sicher schon gestern Abend gelesen, dass die "Märkische Oderzeitung" heute über einige Facetten des Abends berichtet, eben über Facetten und nicht in einem ja auch nie möglichen Totalbericht.

Dr.-Ing. Frank Valentin, BVB/Freie Wähler 11.10.2012 - 09:05:28

Pippi Langstrumpf

Selten so gelacht: "Mit der Entscheidung, nach der Wende auf die Ansiedlung größerer Konzerne zu verzichten, habe man richtig gelegen, zieht der Bürgermeister eine positive Bilanz." Siemens, Apple, Daimler, Microsoft - alle haben Schlange gestanden in Bernau.? Wenn ich mich recht erinnere, haben Stadtverwaltung und Landesregierung gerade erst dafür gesorgt, dass sich auch der letzte Konzern aus Bernau absetzt? . Bernau also auch zukünftig als reine Schlafstadt? Wer arbeiten will, muss eingleisig S-Bshn fahren? Und keinerlei Widerspruch vom Mittelstandshaus gegen diese Schönfärberei und verquere Wirtschaftspolitik, die eigentlich nur in Verhinderung von Wirtschaft besteht, weil die Stadt ja das Geld eh aus der Einkommenssteuer bekommt? Was passiert in der nächsten Wirtschaftskrise, wenn die Steuern nicht mehr "sprudeln"? Wer sorgt bei noch mehr Zersiedelung der Dörfer für mehr und bessere Infrastruktur? Dieser Bürgermeister? Mit diesem Baudezernat? "2 x 3 macht 4, Widdewiddewitt und Drei macht Neune !! Ich mach' mir die Welt, Widdewidde wie sie mir gefällt .." Pippi Langstrumpf wohnt jetzt also in Bernau und spielt dort Bürgermeister.

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