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Neuer Kraftwerksblock am Netz

Hochmodern, aber umstritten: Umweltschützer kritisieren, dass der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase mit Block R um jährlich fast fünf Millionen Tonnen steigt.
Hochmodern, aber umstritten: Umweltschützer kritisieren, dass der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase mit Block R um jährlich fast fünf Millionen Tonnen steigt. © Foto: dapd
Harriet Stürmer / 11.10.2012, 18:59 Uhr
Boxberg (MOZ) Die Energiewende ist längst beschlossen: Bis 2050 will die Bundesregierung das Zeitalter der erneuerbaren Energien erreicht haben. Schon jetzt ragen überall im Land Windräder in die Höhe, blitzen Solarmodule von den Dächern. Da will es nicht so recht ins Bild passen, dass im Braunkohlekraftwerk Boxberg in der Oberlausitz ein neuer Block ans Netz geht. Nach knapp sechs Jahren Bauzeit wurde der eine Milliarde teure und auf eine Laufzeit von 40 Jahren, sprich bis mindestens 2052, angelegte Block R gestern feierlich in Betrieb genommen.

Für Betreiber Vattenfall ein Grund zur Freude: Die 675 Megawatt starke Anlage in Sachsen sei die modernste ihrer Art, nie zuvor sei Stromerzeugung aus Braunkohle effizienter gewesen, verkündet man stolz und verweist auf den Wirkungsgrad von 43,7 Prozent - laut Vattenfall der aktuell höchste weltweit. Der durchschnittliche globale Wirkungsgrad von Braunkohlekraftwerken liegt derzeit bei 30 Prozent.

Dank seiner Ausstattung mit modernster Technik benötigt Block R für die Produktion der gleichen Menge Strom weniger Braunkohle - und stößt entsprechend weniger umweltschädliches Kohlendioxid aus. Vattenfall spricht von einem vollen Erfolg in Sachen Klimaschutz. Zugleich seien flexible Kraftwerke wie Boxberg wichtige Partner der erneuerbaren Energien, weil sie aufgrund ihrer Steuerungsfähigkeit deren Einspeisung sichern könnten.

Für die Umweltschutzorganisation Grüne Liga hingegen war der Neubau "energiepolitisch nicht erforderlich". "Der Einsatz von Braunkohle muss insgesamt reduziert werden, wenn Vattenfall sein Klimaschutz-Argument nicht selbst ad absurdum führen will", sagt Sprecher René Schuster. Die Bundesregierung jedoch will trotz ihrer energiepolitischen Neuorientierung auch weiterhin in die Erforschung moderner, aber fossil befeuerter Kraftwerkstechnologien investieren. Schließlich gilt insbesondere die Braunkohle als wichtige Brückentechnologie auf dem Weg ins erneuerbare Zeitalter, weil ihre Verstromung die Energieversorgung rund um die Uhr zu einem günstigen Preis absichert.

Umweltschützer Schuster ist von der Eignung als Brückentechnologie weit weniger überzeugt. Mit 43,7 Prozent Wirkungsgrad sei Block R deutlich von dem bei Gaskraftwerken im Jahr 2011 erreichten Wirkungsgrad von 60,75 Prozent entfernt.

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K.T. 12.10.2012 - 08:21:59

Nur ein Weg ist gehbar für Strom rund um die Uhr

"Bis 2050 will die Bundesregierung das ???? Zeitalter der erneuerbaren Energien???? erreicht haben. Schon jetzt ragen überall im Land Windräder in die Höhe, blitzen Solarmodule von den Dächern." Strom rund um die Uhr ist aber !!!nie!!! möglich. Hoffentlich begreift man das noch rectzeitig. Nur so geht es wirklich weiter mit der Stromversorgung!!!!!!!!!! "Schließlich gilt insbesondere die Braunkohle als wichtige Brückentechnologie auf dem Weg ins ???erneuerbare Zeitalter???, weil ihre Verstromung die Energieversorgung !!!rund um die Uhr!!! zu einem günstigen Preis absichert." Es wird auch Zeit, dass Träumer der EE entlich aufwachen und ihren Blödsinn sein lassen.

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