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Sanierung der Dorfkirche Klein Muckrow hat begonnen / Für die Arbeiten stehen 300 000 Euro bereit / Münzfund im Boden

Morsches Fachwerk muss ersetzt werden

Viel zu tun: Helfer Karl-Heinz Marko und Eberhard Grünberg vom Förderverein Dorfkirche inspizieren die Baustelle.
Viel zu tun: Helfer Karl-Heinz Marko und Eberhard Grünberg vom Förderverein Dorfkirche inspizieren die Baustelle. © Foto: MOZ/Jˆrg K¸hl
Jörg Kühl / 12.10.2012, 07:02 Uhr
Klein Muckrow (MOZ) Die Sanierung der maroden Fachwerk-Dorfkirche in Klein Muckrow hat begonnen. In einer Einwohnerversammlung hat der örtliche Förderverein über das Vorhaben informiert. Zuvor hatten zahlreiche Dorfbewohner mitgeholfen, das Gebäude leerzuräumen.

Mit einer Informationsveranstaltung für die Bürger von Klein Muckrow wurde am Dienstag der Startschuss für die Sanierung der Dorfkirche gegeben. Eingeladen hatte der Förderverein Dorfkirche Klein Muckrow. Aufmerksam lauschten die Bürger den Ausführungen des Architekten Uwe Mücklausch, der mit der Gesamtleitung der Sanierungsarbeiten beauftragt worden war sowie Norman Thinius, dem Geschäftsführer der bauausführenden Firma Thinius Bedachungen GmbH aus Dahme.

Wie Eberhard Grünberg, Vorsitzender des Fördervereins Dorfkirche Klein Muckrow, mitteilte, sind die Holzbalken des Fachwerkbaus fast vollständig zerfressen. 96 Prozent des Fachwerks müsse ersetzt werden, schätzt Grünberg ein. Die Sanierungsarbeiten sollen etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen und das Dach, den Turm und das Fachwerk einschließlich der Gefachausmauerungen des gesamten Kirchenschiffes umfassen. "Selbstverständlich sind bereits archäologische Grabungen und Untersuchungen zur Restauration vorangegangen", so Grünberg. Die Ergebnisse würden noch in diesem Jahr vorgestellt. Vorab gab er bekannt, dass Scherben und eine Münze aus dem 15. Jahrhundert gefunden worden seien. Das Dachdecker- und Zimmerergewerk werde noch vor Wintereinbruch in Angriff genommen. Mit Genehmigung der Denkmalbehörde solle die Kirche weitestgehend aus seiner Schiefstellung befreit werden. Dieser Vorgang sei kompliziert, und laut Thinius "eine echte Herausforderung" für seine Handwerker.

Architekt Mücklausch sagte, die Meinung der Bürger sei unter Beachtung der Vorgaben des Denkmalschutzes gefragt. Speziell in der Auswahl der Dacheindeckung und der Farbgestaltung im Innenbereich der Kirche seien Vorschläge der Einwohner willkommen. Vier Ziegelsorten stehen demnach zur Auswahl.

Laut Grünberg sind für die Sanierung 300 000 Euro vorgesehen. 189 000 Euro kommen aus dem Fördertopf der Integrierten ländlichen Entwicklung, 12 000 Euro konnte der Förderverein aus Spendenmitteln beisteuern. Der Rest ist Eigenkapital der Kirche.Friedlands Bürgermeister Thomas Hähle bekräftigte die Unterstützung der Stadt. Im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung war im August vorigen Jahres festgelegt worden, dass die Stadt bei der Beschaffung von Sitzgelegenheiten im Außenbereich sowie bei der Pflege der Grünanlagen helfen soll. Im Gegenzug soll das Gotteshaus für kulturelle Veranstaltungen der Stadt im Sinne einer "Offenen Kirche" mitgenutzt werden. Außerdem kündigte Hähle eine Dokumentation der Kirchengeschichte und der Sanierung in der Burg Friedland an.

Am Ende der Veranstaltung konnten die Teilnehmer die ersten Aktivitäten der Sanierung in Augenschein nehmen. So ist das Ziegeldach bereits abgedeckt und mit grünen Planen ersetzt. Der Vorbau, der aus der Zeit der letzten Sanierung 1963/64 stammt, wurde abgetragen.

Vor wenigen Wochen hatten zahlreiche Klein Muckrower tatkräftig mitgeholfen, die Kirche auszuräumen. Dabei wurde im Altarbereich die aus "Sauerkrautplatten" bestehende Wandverkleidung entfernt.

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