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Umfrage zur Leitbild-Debatte vorgestellt / Langfristig nimmt die Zahl der Senioren deutlich zu

Woltersdorfer sind glücklich

Rutschen macht Spaß: Sandra Heyse mit ihrem Sohn Florian im Sport- und Freizeitpark. Die Familie ist vor sechs Jahren aus Berlin zugezogen - und zufrieden im Ort.
Rutschen macht Spaß: Sandra Heyse mit ihrem Sohn Florian im Sport- und Freizeitpark. Die Familie ist vor sechs Jahren aus Berlin zugezogen - und zufrieden im Ort. © Foto: MOZ/Joachim Eggers
Joachim Eggers / 14.10.2012, 07:45 Uhr
Woltersdorf (MOZ) In Woltersdorf leben glückliche Menschen - zumindest diejenigen, die sich an einer Internet-Befragung zu einem Leitbild für Woltersdorf beteiligt haben, äußern sich so. Defizite werden im Grundschul-Bereich gesehen.

An der Befragung haben sich nach Darstellung von Oliver Massalski von einem Berliner Institut allerdings nur 96 Woltersdorfer beteiligt, vorwiegend eben junge Familien. Knapp 50 Woltersdorfer sind am Donnerstagabend in den Ratssaal gekommen, um die Auswertung zu hören, darüber zu diskutieren Vorschläge zu unterbreiten, was künftig noch gemacht werden sollte.

Wie Massalski erläuterte, sind die Teilnehmer zu jedem Thema danach gefragt worden, wie wichtig es ihnen ist und für wie gut sie das jeweilige Angebot in Woltersdorf halten. Interessant ist dann vor allem, wie sich die beiden Werte zueinander verhalten. Bei den Kitas kam zum Beispiel heraus, dass die Bürger das Thema für sehr wichtig halten und - trotz der Überbelegung der Einrichtungen - das Angebot gut finden.

Beim Thema Grundschule ist das anders : Auf einer Skala von eins (für sehr gut) bis vier (für sehr schlecht) landet der Bereich Grundschule in der Bewertung bei 3,0. Dabei ist nicht ausgewiesen, wie Massalski auf Nachfrage sagte, ob sich diese Aussage auf eine der beiden Grundschulen oder auf beide bezieht. Die Lebensqualität in Woltersdorf wird insgesamt mit hohen 1,3 bewertet. Die Bürger schätzen, dass sie viele Mittelschichts-Familien um sich haben, dass der Ort locker bebaut ist, dass Berlin nahe dran ist. Ausdrücklich erwähnt wird die Rolle der Freiwilligen Feuerwehr als soziales Rückgrat im Gemeindeleben.

Die jungen Familien werden aber auch älter. Später als in der Umgebung, aber eben nur später, werde sich der allgemeine demografische Trend auch in Woltersdorf niederschlagen. Massalski prognostizierte finanzielle Folgen für einen Zeitraum ab ca. 2030. Denn Woltersdorf nimmt, anders als andere Orte, sehr wenig Gewerbesteuer ein, lebt vor allem vom Gemeinde-Anteil an der Einkommensteuer. Rentner zahlen aber weniger Steuern - das dürfte die Einnahmen drücken.

Danach hatten die Anwesenden die Möglichkeit, mit Zetteln an Pinnwänden ihre Vorschläge für ein künftiges Leitbild oder auch fürs Leben in Woltersdorf zu machen. Da kam eine kunterbunte Vielfalt von Themen zur Sprache - von Fluglärm über den Wunsch nach mehr Kulturveranstaltungen am Flakensee, den Kampf gegen Müll und für saubere Wälder, einem besseren Miteinander in der Gemeindevertretung und, mehrfach genannt, dem zur Zeit eingestellten Mitteilungsblatt.

Der Fragebogen soll jetzt noch bis Ende Oktober im Internet stehen, sodass eine Beteiligung länger als ursprünglich geplant möglich ist. Wer keinen Zugang zum Internet hat, soll sich den Fragebogen auch in gedruckter Form im Rathaus holen können. In zwei Wochen wird es eine weitere Abendveranstaltung mit Vereinen und der Feuerwehr geben. Das Ganze soll dann zusammengefasst werden; was daraus wird, entscheiden die Gemeindevertreter.

Dass Woltersdorf überhaupt ein Leitbild braucht, stellt vor allem die örtliche SPD massiv in Frage. Sie kritisiert, die Gemeindevertretung sei nicht einbezogen worden. Das Vorhaben war zumindest vorgestellt worden.

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