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Wegen möglicher Strukturänderungen könnte mit dem Festakt am 2. November der letzte runde Geburtstag begangen werden

Amt Neuhardenberg feiert 20 Jahre

Marco Marschall / 18.10.2012, 07:02 Uhr
Neuhardenberg (MOZ) 20 Jahre feiert das Amt Neuhardenberg am 2. November. Wie lange die Verwaltung noch in der derzeitigen Struktur besteht, ist ungewiss. Auch Amtsdirektorin Grit Brinkmann befürwortet größere Verwaltungsstrukturen, solange die Gemeinden ihre Kompetenzen behalten.

Selbst wenn jemand 100 Jahre alt werden sollte, gratulieren viele Gäste im Spaß mit den Worten "Auf die nächsten Hundert!" Bei Ämter-Geburtstagen könnte dieser Spaß bereits als Sarkasmus gewertet werden. Denn dass die Verwaltungsstruktur des Amtes Neuhardenberg weitere 20 Jahre Bestand hat, glaubt auch Amtsdirektorin Grit Brinkmann nicht. Und auch eines 30-jährigen Jubiläums ist sie sich nicht sicher. Die aktuellen Diskussionen der Landespolitik deuten auf Veränderungen hin. "Auch ich wünsche mir größere Strukturen, aber unter der Bedingung, dass die Gemeinden so erhalten bleiben wie sie jetzt sind", sagt Grit Brinkmann. Die Politik müsse vor Ort gemacht werden. Je weiter die politischen Entscheidungsträger weg sind, desto weniger Interesse entwickeln diese für die Region und desto weniger kompetent können sie Entscheidungen fällen. Brinkmann hält große Stücke auf die Gemeindevertreter, die ehrenamtlich in den verschiedenen Gremien Beschlussvorlagen wälzen. Deshalb sei, so sagt sie, der bevorstehende Festakt auch einer der Gemeinden. "Ich möchte, dass auch in Zukunft der Bürger entscheidet, ob er das Geld lieber in Straßenlampen, Brücken oder ein neues Bürgerhaus investieren will", sagt sie.

Das setzt voraus, dass Bürger und Gemeinde auch genug Geld in der Kasse haben, um es auszugeben. Hier steht Neuhardenberg als eine der reichsten Gemeinden gut da. Bis zum Ende des Jahres werden trotz aller Investitionen in diesem Jahr voraussichtlich 3,5 Millionen Euro in der Rücklage bleiben. Gusow-Platkow hat als zweite von drei amtsangehörigen Gemeinden trotz Doppik zumindest einen ausgeglichenen Haushalt. Allein Märkische Höhe befindet sich derzeit im Haushaltssicherungskonzept.

Doch Grit Brinkmann hält nichts vom Ranking der reichsten Gemeinden. Wer viel hat, muss auch viel zahlen. Amts- und Kreisumlage steigen mit den Einnahmen. Gerade in Neuhardenberg sei die Lage vor Jahren noch eine andere gewesen. Da brauchte man 850000Euro aus dem Ausgleichsfonds des Landes, um sich über Wasser zu halten. Als Grit Brinkmann im Juli 2006 ihr Amt - sie wurde nach altersbedingtem Ausscheiden des längjährigen und ersten Amtsdirektors Gerhard Maslowski gewählt - antrat, stand Neuhardenberg mit 1,7 Millionen Euro in der Kreide. Das die Gemeinde dank der Gewerbesteuer des Sparkasse-Giro-Verbandes nun Millionen in der Hinterhand hat, macht ihr kein schlechtes Gewissen. "Anfang der 90er-Jahre galt Neuhardenberg noch als eine der ärmsten Gemeinden des Landes gegolten", sagt die Amtsdirektorin. Sie wünsche sich sogar noch etwas mehr Regenerationszeit, um nicht getätigte Investitionen nachzuholen. Mehr als zehn Millionen Euro wurden in den vergangenen 20 Jahren aus in den amtsangehörigen Gemeinden investiert. In Gusow seien Kita, Bahnhof und Ortsdurchfahrt saniert worden, benennt Grit Brinkmann Beispiele für Investitionen. In Altfriedland wurde Geld ins Klosterareal gesteckt. Zurzeit wird das Kloster selbst saniert. In Neuhardenberg sei die Mitarbeiterzahl des Gemeindehofes aufgestockt und dieser technisch aufgerüstet worden. Hingegen wurde die Zahl der Mitarbeiter des Amtes von 31 auf 20 reduziert.

Neuhardenbergs Verwaltungchefin ist stolz auf das Erreichte. Grund zum Feiern gebe es daher trotz ungewisser Zukunft der Strukturen. Eine Feierstunde mit geladenen Gästen wird am 2.November in der Zeit von 11 bis 13 Uhr im Schloss Wulkow stattfinden. Im Anschluss findet in der Neuhardenberger Grundschule "Am Windmühlenberg" ein fröhliches Zusammensein mit allen Einwohnern statt. Die Vereine präsentieren sich. Schule und Kitas sorgen fürs Programm.

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