Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bürgermeisterin von Bad Saarow hält an Amt fest / Abwahl-Antrag unwahrscheinlich

Stobrawa dachte an Rücktritt

© Foto:
Bernhard Schwiete / 02.11.2011, 07:51 Uhr
Bad Saarow (MOZ) Gerlinde Stobrawa hat zeitweise ihren Rücktritt als ehrenamtliche Bürgermeisterin von Bad Saarow in Erwägung gezogen. Das bestätigte die Linke-Politikerin am Dienstag auf Nachfrage der MOZ. Die Überlegungen habe es nach der jüngsten Gemeindevertretersitzung am 17. Oktober gegeben, sagte die 62-Jährige. Damals war sie in Zusammenhang mit ihrer früheren Mitarbeit für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR von Vertretern von drei der vier Fraktionen heftig attackiert worden.

„Wenn ein Großteil der Gemeindevertretung kein Vertrauen zu einem hat, stellt man solche Überlegungen an“, sagte Gerlinde Stobrawa. Sie sei aber zu der Überzeugung gekommen, dass das Vertrauen vermutlich noch nie dagewesen sei. „Meine Vergangenheit ist seit 1992 wie ein offenes Buch“, sagte sie.

Von ihren politischen Gegnern in Bad Saarow aus den Fraktionen von CDU, Freien Wählern und SPD war sie zuletzt kritisiert worden, weil sie es ablehnte, eine von einer unabhängigen Kommission ins Spiel gebrachte eidesstattliche Erklärung abzugeben. In dieser sollte sie aussagen, jenseits dienstlicher Kontakte durch ihre leitende Position beim Rat des Bezirks Frankfurt (Oder) nicht mit der Stasi zusammengearbeitet zu haben.

Zu dem von der Bürgermeisterin selbst ins Spiel gebrachten Abwahl-Antrag wird es indes nach Aussagen ihrer Gegner vermutlich nicht kommen. „Einen solchen Antrag wird es von mir nicht geben“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Fritz Fuhrmann. Ähnlich äußerte sich Anke Hirschmann von der SPD. „Ich möchte, dass sie eine solche Entscheidung selber trifft. Ich hätte es gut gefunden, wenn sie zurückgetreten wäre“, sagte sie.

Damit ein Abwahl-Antrag erfolgreich wäre, müsste dieser von mindestens der Hälfte der Gemeindevertreter eingebracht und anschließend bei einer Abstimmung von zwei Dritteln befürwortet werden. Dann käme es zu einem Bürgerentscheid. Eine ausreichende Mehrheit in der Gemeindevertretung gäbe es nur mit Stimmen aus der Fraktion der Linken.

Gerlinde Stobrawa äußerte, sie würde sich bei einer derartigen Abstimmung enthalten. „Ich kann ruhigen Gewissens in den Spiegel gucken. Ich habe niemanden angeschwärzt und niemanden ins Gefängnis gebracht. Ich habe meine Arbeit gemacht wie andere auch“, sagte sie.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
jacobi 02.11.2011 - 17:28:13

Stobrawa dachte an Rücktritt

Nicht nur denken, sondern auch handeln wäre besser gewesen. „Ich kann ruhigen Gewissens in den Spiegel gucken. Ich habe niemanden angeschwärzt und niemanden ins Gefängnis gebracht. Ich habe meine Arbeit gemacht wie andere auch“, sagte sie." Stimmt, denn alle IM`s haben "nur ihre Arbeit gemacht" wenn Genossen der Bezirksverwaltung des MfS zum "Kaffeekränzchen" geladen hatten.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG