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Ehemaliger Eberswalder Chefarzt schließt Versorgungslücke im Bereich der Gerontopsychiatrie

Von der Klinik in die eigene Praxis

Eingeschränkter Betrieb: Derzeit dürfen nur Kinder im Schlaflabor untersucht werden. Die GLG kämpft bei der Kassenärztlichen Vereinigung um die Zulassung für Erwachsene.
Eingeschränkter Betrieb: Derzeit dürfen nur Kinder im Schlaflabor untersucht werden. Die GLG kämpft bei der Kassenärztlichen Vereinigung um die Zulassung für Erwachsene. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 21.12.2013, 07:40 Uhr
Eberswalde (MOZ) Seit 1. Dezember ist er eigentlich Rentner: Dr. Jürgen Kummer, bislang Chefarzt der II. Psychiatrischen Klinik am Martin-Gropius-Krankenhaus. Doch der "Ruhestand" ist nur von kurzer Dauer. Denn am 13. Januar eröffnet der 65-jährige Mediziner im Leibnizviertel eine eigene Praxis. Noch laufen dort die Umbauarbeiten.

Unterdessen hat Dr. Oliver Günter die Leitung der II. Psychiatrischen Klinik übernommen. Zeit zum Einarbeiten dürfte der neue Chefarzt kaum brauchen. Günter war bis 2012 Oberarzt am Haus. Dann übernahm er als Chefarzt die Klinik für Altersmedizin in Prenzlau. Jetzt führt er beide Abteilungen, pendelt zwischen der Uckermark und dem Barnim.

Mit dem Wechsel sind einige strukturelle Veränderungen am "Gropius" verbunden. Die Suchtabteilung wurde in die I. Psychiatrische Klinik verlegt. Malgorzata Körbs ist zur Oberärztin berufen worden, sie leitet diesen Bereich. Die Tagesklinik indes verbleibt - entgegen ursprünglichen Plänen - an der II. Psychiatrischen Klinik.

Personelle Veränderungen wird es in Kürze auch in der Betriebsleitung geben. Die bisherige Leitende Chefärztin Dr. Angelika Grimmberger gibt diese Funktion auf eigenen Wunsch hin zum 31. Dezember ab, wie Geschäftsführerin Dr. Steffi Miroslau bestätigte. Ein Nachfolger stehe noch nicht fest. Mit Dr. Hubertus Adam, Chef der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, gebe es einen Stellvertreter, der zunächst die Aufgaben wahrnehmen könne, so Miroslau.

Mit seiner Niederlassung an der Leibnizstraße 1c, Tel. 03334 4962189, schließt Dr. Jürgen Kummer eine Versorgungslücke im Oberbarnim. Aktuell sind laut Kassenärztlicher Vereinigung (KV) drei Ärzte auf dem Gebiet der Nervenheilkunde in Eberswalde tätig. Neue Patienten haben es schwer, einen Psychiater zu finden. Dr. Kummer will sich vor allem um die Gerontopsychiatrie kümmern, also um psychiatrische Erkrankungen im Alter. Dazu zählen vor allem Diagnostik und Behandlung von demenziellen Erkrankungen sowie von Altersdepressionen. Ab April komplettiere eine ergotherapeutische Praxis - unter demselben Dach - das Angebot. Selbstverständlich, so versichert der Mediziner, werde er mit seinen Kollegen vom "Gropius" kooperieren. "Mit der Geschäftsführung der GLG ist die Zusammenarbeit vereinbart."

Zudem will Dr. Kummer, der die Zusatzbezeichnung Somnologe trägt, weiterhin auf dem Gebiet der Schlafmedizin tätig sein. Über eine sogenannte Ermächtigung der KV leitete er am "Gropius" das Schlaflabor. In der Praxis will er künftig alle ambulanten Untersuchungen anbieten, um Schlafstörungen auf den Grund zu gehen. Ist eine Polysomnographie erforderlich, etwa beim Verdacht auf das Schlafapnoe-Syndrom, bei Narkolepsie oder RLS ("Unruhige Beine"), überweise er an das Eberswalder Labor.

Allein: Die dortige Oberärztin hat noch keine Zulassung, obwohl ebenfalls ausgewiesene Schlafmedizinerin. Der Klinikkonzern GLG bemüht sich derzeit intensiv um eine Lösung, verhandelt mit der KV. Denn die Liste der Wartenden wird mit jedem Tag länger.

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