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Angehörige müssen Überführung von Leichen selbst klären

Nach dem Auffinden der gestohlenen Leichen in Polen ist das Drama für deren Angehörige noch nicht abgeschlossen.
Nach dem Auffinden der gestohlenen Leichen in Polen ist das Drama für deren Angehörige noch nicht abgeschlossen. © Foto: Polizei Polen/dpa
Dietrich Schröder / 25.10.2012, 19:46 Uhr - Aktualisiert 25.10.2012, 19:47
Posen/Strausberg (MOZ) Nach dem Auffinden der am 15. Oktober in Hoppegarten (Märkisch-Oderland) gestohlenen Leichen in Polen ist das Drama für deren Angehörige noch nicht abgeschlossen. "Die Rückführung der Leichen nach Deutschland ist jetzt eine zivilrechtliche Angelegenheit zwischen den Angehörigen und den von ihnen beauftragten Bestattungsinstituten", erläuterte Jens Starigk, Leiter der Soko Grenze bei der Brandenburger Polizei, am Donnerstag. Ein staatlicher Fonds, aus dem die Kosten dafür getragen werden könnten, existiere weder in Deutschland noch in Polen.

Auch um die notwendigen Formalitäten, zu denen beispielsweise Bescheinigungen der polnischen Gesundheitsbehörde über das Nichtbestehen von Seuchengefahr und der Transport in Metallsärgen gehören, müssen sich die Angehörigen beziehungsweise die von ihnen Beauftragten kümmern. Immerhin unterstützen sie Kriminalisten der Polizeiinspektion Märkisch-Oderland in Strausberg dabei. "Wir stehen mit den Angehörigen seit dem Verschwinden der Toten in Kontakt und haben auch die Unterlagen für die Identifizierung in Polen mit ihnen zusammengestellt. Auch die weiteren Formalitäten sollen jetzt so einfach wie möglich gestaltet werden", sagte der Erste Kriminalhauptkommissar Reinhard Höhne aus Strausberg. Er hatte am Mittwochabend mit einem Kollegen an der Leichenschau in Posen teilgenommen.

"Die polnischen Kollegen sind sehr kooperativ und ebenfalls daran interessiert, dass die Toten so bald wie möglich bestattet werden", betonte Höhne. Derzeit befänden sich die Leichname in Kühlräumen der Posener Gerichtsmedizin, sodass sie nicht weiter verwesen können. Dass die Überführungen bereits am Wochenende erfolgen könnten, sei jedoch aufgrund der zu erfüllenden Formalitäten nicht zu erwarten.

Möglich ist auch, dass sich einige Angehörige für die Kremierung der Toten im Nachbarland entscheiden beziehungsweise die von ihnen beauftragten deutschen Bestattungsinstitute die Kosten für die Überführung übernehmen.

Unterdessen führen die Polizei und die Staatsanwaltschaften beider Länder die Ermittlungen gegen die drei bereits verhafteten Tatverdächtigen fort. Nach zwei weiteren Personen wird nach wie vor gefahndet.

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Gabi 27.10.2012 - 09:19:52

Es geht noch mehr!!

Mira L., was meinen sie, was hier noch alles passiert? Das war zwar schon das "Letzte", aber es wird noch besser! Die Oberen haben einen dicken Panzer und eine Hosentasche mit Löchern! Da fällt das Kleingeld immer durch. Menschlichkeit kennen sie nur aus Märchen? Aber ich glaube sie verwechseln die Gestalten! Jeder Kommentar, ist hier sinnlos? Er ist sogar wertvoll! Wir sammeln doch Punkte und sind die neuen Bösen! Wir sind z.B. das Rotkäpchen, Brüderchen und Schwesterchen........... Ich sag s ja, sie verwechseln immer die Gestalten in den Märchen unsere lieben Volksvertreter! Ja, wen vertreten sie nur? Nur ihren liebgewordenen durchgesessenen Sessel!!

Schwedt 26.10.2012 - 10:55:29

Der Bestatter soll Zahlen

Dafür müßte eigentlich der Bestatter aufkommen, Ich glaube die Geschichte nicht, mit dem Morgens beladen. Die Angehörigen tun mir leid, diese noch in ihrer Trauer, mit sowas zu belasten. Ich könnte Kotzen wen Ich sehe, wie es mit Deutschland immer mehr Bergab geht. Zum wegfall der Grenzkontrollen Man reicht den kleinen Finger, und genommen wird die ganze Hand ;-) ( jetzt könnt Ihr über meine Rechtschreibung meckern )

Mira L. 26.10.2012 - 08:17:02

Ohne Worte

Es geht nicht mehr.... Jeder Kommentar ist hier sinnlos, da sich nichts ändern wird. Egal was in Deutschland passiert, die OBEREN haben einen dicken Panzer und offensichtlich die Menschlichkeit verloren. Immer nur Ausreden, dass irgendein Gesetz es nicht zu lässt oder kein Geld vorhanden ist. ES REICHT. Wann merken es alle Bürger in Deutschland??? Mit normalen Menschenverstand ist hier nichts mehr zu erklären. Helft doch einfach den Angehörigen!!!!!!

Buschist a.D. 26.10.2012 - 08:15:54

@ Gartzer - mal ein Interpretationsversuch...

Sie haben natürlich recht, dass die Gemeinde Hoppegarten nicht im Grenzgebiet liegt... Dummer Weise macht aber die "Hälfte" der Bundespolizisten, die eigentlich in den Dienststellen an der Grenze ihre Planstellen haben, "ganz in der Nähe" Dienst, an den Berliner Flughäfen... Das ist es wohl, was die Onlineredaktion "versteckt" kritisieren möchte... Auch dass es keinen "Bankenrettungsfond" gibt ist wohl richtig, aber dass Milliarden für die Rettung von sogenannten "systemrelevanten" Banken ausgegeben werden aber ebenso... Also dürfte die Kritik der Tatsache gelten, dass man hierfür Milliarden aufwendet, aber vorgibt für die Opfer der Straftat kein Geld zu haben... Vermutlich sind die Angehörigen der 12 Verstorbenen eben nicht "systemrelevant genug".... Zum Abbau der Landespolizei: Es gibt weit aus prominentere Vertreter der Linken, wie z.B. MdL Maresch, die sich vehement gegen einen Personalabbau aussprechen, aber sogar bei den Linken entscheiden Mehrheiten... Im Übrigen wurden unter Schönboom mehr Stellen bei der Polizei Brandenburg gestrichen, als jetzt geplant!!!

Witzkoffski 26.10.2012 - 01:08:57

Da fällt mir noch was Komisches ein

"Die Oma ist tot", ist eine deutsche Komödie (mit Hape Kerkeling) aus dem Jahr 1997. Aus dem Inhalt: "... Die Brömmers beschließen daher, Oma Vera eigenhändig nach Polen zu bringen. Mit der Oma in einem Surfbrettträger, den sie auf das Dach ihres Autos geschnallt haben, reisen die Brömmers also Richtung Polen. Nachdem ihnen zunächst das Benzin ausgeht, hilft ihnen Hubert Köster aus der Patsche. Doch dann wird die Oma samt Surfbrettträger von den windigen Händlerinnen Selma und Luisa gestohlen, und eine richtige Odyssee beginnt, bis die Oma endlich dort liegt, wo sie hingehört – in polnischer Erde neben ihrem verstorbenen Mann...." (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Oma_ist_tot) Wir hatten damals mächtig gelacht. Nur meine Schwiegermutter nicht so sehr. Sie lächelte nur und sagte : "Ich habe schon die ganze Zeit überlegt, wie ich mal in der Heimaterde, bei den Meinen ruhen könnte. ... " Naja, sie lebt Gott sei Dank noch. ;-)

Witzkoffski 25.10.2012 - 22:23:41

Mit Galgenhumor mal eine andere Sichtweise

Man möge mir verzeihen. Wenn die Geschichte nicht so tragisch wär', würde ich meinen, dass das Drehbuch filmreif wär', denn: "Der Tod ist kein Beinbruch" (Filmdauer: 29':07") http://www.youtube.com/watch?v=rVRerOdgyW8

Strausberger Bürger 25.10.2012 - 22:08:47

Weil es so viele Seiten zum Thema gibt, hier mein Kommentar an anderer Stelle, der wiederum auf noch einen Kommentar von mir verweist

...und ich keine Muse habe, alles doppelt und dreifach zu schreiben, nicht minder aber der Meinung bin, das ich dazu kommentieren sollte! @ http://www.moz.de/nc/kommentare/mc/1048220/216/1/ Wie lange noch und warum nicht auf Staatskosten?! Mein zynischer Kommentar an anderer Stelle (http://www.moz.de/nc/kommentare/mc/1043165/75/1/) Kann man nicht, nach so langer "Reise", den sterblichen Überresten ein Krematorium vor Ort "gönnen"??? Wäre das nicht ausser aus Pietätsgründen auch noch bedeutend kostengünstiger als in z.B. Sachsen? ...mal über alles nachdenken! - wenn's nicht so bitter wäre... Schlimm, was hier abläuft!!! Auch von mir an dieser Stelle tiefstes Mitgefühl und Beileid den Angehörigen. Ich hoffe nur, dass diese den ganzen Mist, der nun durch die Medien geistert, nicht in sich aufnehmen.

Gartzer 25.10.2012 - 21:57:56

@Onlineredaktion Tantow

Bitte vorher schlau machen bevor Sie hier solche Halbwahrheiten schreiben. Die Gemeinde Hoppegarten liegt weit ab der Grenze und dem Einsatzgebiet der Bundespolizei. Fragen Sie doch mal Herrn Schwarze (Linke) warum seine Parteikollegen in Potsdam immer noch an der Polizeistrukturreform und der Verringerung der Stellen im Polizeidienst festhalten. Sie scheinen auch keine Ahnung über den FMS (in der Presse auch "Bankenrettungsschirm") zu haben denn einen solchen "Fond" zur Rückführung der Verstorbenen bietet jede Bank.

ein_Liberaler 25.10.2012 - 21:42:45

Bitte kein Leichensozialismus

Also, der Staat ist keine Generalversicherung gegen alles und jedes. Und der Personalausweis ist KEINE Versicherungspolice. Zahlen muss der Bestattungsunternehmer, der sich die Leichen hat stehlen lassen. Er und nur er hat gegen seine Sorgfaltspflichten verstoßen. Also ist die Antwort dass es sich um eine zivilrechtliche Angelegenheit handelt genau die richtige und alles andere Leichensozialismus.

Zwergenaufstand 25.10.2012 - 21:30:03

Schlimmer gehts nicht

Warum müssen die Angehörigen jetzt diese Strapazen auf sich nehmen,man hat doch wohl die Täter.Sicher werden diese kein Geld haben aber ist der Bestatter vielleicht für haftbar zu machen,sind Leichentransporte nicht versichert bei der Überführung? Die Familien können einem echt leid tun erst der Verlust eines Angehörigen und dann der Diebstahl und zu guter letzt kömmt dann noch das Bürokratiegeplänkel armes Deutschland !!!!! Aber wenigstens haben wir genug Geld, um all die armen Einwanderer in Deutschland zu versorgen.

Onlineredaktion von www.gemeinde-tatow.de 25.10.2012 - 20:32:32

Armutszeugnis!!!

Da ist der Staat nicht in der Lage die grenzüberschreitende Kriminalität wirksam einzudämmen, die für die Aufgabe Grenzschutz zuständige Bundespolizei ist ebenso wie die Landespolizei(en) stark ausgedünnt worden und mit der Ausrede “es gäbe keine Fonds dafür” (Warum muss man jetzt nur an die unzähligen Milliarden für die BankenrettungsFONDS denken!!!) läßt man die zu Straftatopfern gewordenen Trauerfamilien im Regen stehen??? Aus Sicht der Onlineredaktion ist dieser Vorgang einfach nur ein ARMUTSZEUGNIS für unser Land!!!

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