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Ex-Rettungssanitäter warnt vor Infektionsgefahr an der Charité

Rudolf-Virchow-Krankenhaus der Charite
Rudolf-Virchow-Krankenhaus der Charite © Foto: dpa
Maria Neuendorff / 26.10.2012, 19:10 Uhr - Aktualisiert 26.10.2012, 19:49
Berlin (MOZ) Die Berliner Charité gerät nach dem Tod eines Frühchens durch Keime immer weiter unter Druck. Im Zuge des Hygiene-Skandals meldet sich nun auch ein ehemaliger Rettungssanitäter zu Wort, der schon 2009 schwerwiegende Verstöße an das Gesundheitsamt gemeldet hatte.

Seit sich die Schlagzeilen zur Charité überschlagen, kommen bei Volker Zunk alle seine persönlichen Erfahrungen wieder hoch. Schon vor drei Jahren prangerte der Rettungsassistent erstmals die hygienischen Zustände des Universitätsklinikums an. "Im Bereich der Desinfektion und der Durchführung von Infektionstransporten gibt es erhebliche Mängel", schrieb Volker Zunk 2009 in einem Brief an das Gesundheitsamt. Er war damals Mitarbeiter der Charité Facility Management GmbH, kurz CFM, einer Tochter der Charité. Seit 2006 wurden alle nichtmedizinischen Dienstleistungen für die Charité-Häuser wie Reinigung und Krankentransport an die CFM ausgelagert, die zu einem Großteil ungelernte Arbeitskräfte zu Niedriglöhnen beschäftigt. "Die CFM hatte schon immer Probleme mit der Hygiene. Zeit für eine gründliche Reinigung gibt es nicht", sagt der 47-jährige Berliner. So habe er eines Morgens den Auftrag bekommen, mit einem Krankentransport, in dem vorher ein infizierter Patient gefahren worden war, einen gesunden Patienten von der Station 113 in der Charité-Mitte zur Ambulanz ins Virchow-Klinikum zu transportieren. "Der Wagen war vorher nicht gereinigt worden. Sowohl der Patient als auch ich hätten uns bei dieser Fahrt mit multiresistenten Keimen anstecken können", berichtet Zunk. "Erst nach einer Auseinandersetzung und mit Hinweis auf gesetzliche Desinfektionsvorschriften wurde mir und meinem Kollegen die Möglichkeit eingeräumt, das Fahrzeug ordnungsgemäß zu desinfizieren."

Des Weiteren beobachtete Zunk die Lagerung von infektiösem C-Abfall im öffentlichen Eingangsbereich der Klinik. "Der Abfallbehälter mit von Exkrementen wie Blut verschmutzten Laken und Kopfkissen stand direkt neben der Entnahmestelle für Kaffeewasser und wurde nicht einmal verschlossen. Jeder, der ihn aus Versehen berührt hätte, hätte sich mit einer Infektionskrankheit anstecken können", erinnert sich der Lehrrettungsassistent, der auch Neugeborene in Inkubatoren zwischen den Charité-Häusern hin und her fuhr.

Weil er und zwei weitere Kollegen immer wieder auf die Missstände aufmerksam machten, hätten sie 2009 fristlose Kündigungen erhalten. Zunk klagte dagegen erfolgreich vor dem Arbeitsgericht. Auszüge aus der Urteilsbegründung bestätigen zum Teil seine Aussagen zu den Hygienemängeln bei der CFM. Im Prozess ging es auch um die Nichtbereitstellung von getrennten Umkleideschränken. "Ich musste meine benutzte Rettungsdienstkleidung zusammen mit der alltäglichen Kleidung in einem Schrank aufbewahren, und trug damit Keime, Bakterien und Viren mit nach Hause", berichtet Zunk.

Dass die CFM seiner Meinung nach nicht einmal die Mindestanforderungen an einen ordnungsgemäßen hygienischen Standard erfülle, liege vor allem auch an den Niedriglöhnen. Nach einem monatelangen Streik zahlt die CFM ihren Mitarbeitern, die auch die Inkubatoren auf den Babystationen reinigen, seit März 2012 einen Mindestlohn von 8,50 Euro. Es gibt zudem eine Gesundheitsprämie, die bei Fehltagen nicht ausgezahlt wird. Das hat laut Insidern zur Folge, dass viele CFM-Mitarbeiter auch krank zur Arbeit erscheinen.

Ein Blick auf die Internetseite des Unternehmens zeigt, dass die Servicekräfte, zu deren Aufgabengebiet Sonderreinigung, Stationsdienste und Bettenaufbereitung gehören, keinerlei fachliche Qualifikation benötigen. Auch bei den Küchenmitarbeitern wird kein Berufsabschluss gefordert. Im Jahre 2011 musste die Klinikkantine der Charité nach einem unangekündigten Besuch des Gesundheitsamtes wegen gravierender Hygienemängel gesperrt werden. Für Schlagzeilen sorgte 2009 auch der Fund einer halb verwesten Leiche, die mehrere Tage auf einer Besucher-Toilette des Virchow-Klinikums der Charité gelegen hatte. Eigentlich hätte die Toilette von CFM-Mitarbeitern mehrmals täglich gesäubert werden müssen.

Bei der CFM war am Freitag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Von der Charité selbst hieß es: "Die Leistungen der CFM im Bereich Reinigung und Sterilgutaufbereitung sind gemäß Hygieneleitfaden der Charité klar und bindend geregelt und folgen den einschlägigen Empfehlungen des Robert Koch Instituts."

Im Gesundheitsamt Mitte will man nun klären, ob und wie 2009 auf Zunks Brief reagiert wurde. "Im Zuge der derzeitigen Krise sind bei uns inzwischen mehrere ähnliche Hinweise von Mitarbeitern eingegangen, und ich nehme diese sehr ernst", sagte Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD). Als Aufsichtsbehörde wolle man die Arbeitsmethoden der CFM überprüfen. "Doch vorher müssen wir die aktuelle Krise bewältigen", sagt Hanke.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass nicht nur an der Charité, sondern auch am benachbarten Herzzentrum Darmkeim-Infektionen ausgebrochen waren, an denen am 5. Oktober ein Neugeborenes gestorben war. Die Keime wurden dort laut Bezirksamt bereits Mitte September nachgewiesen, jedoch erst in dieser Woche dem Gesundheitsamt mitgeteilt. Das wertete das als Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz und kündigte Bußgelder gegen beide Kliniken an.

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Lehrrettungsassistent 30.10.2012 - 19:53:07

Den Glauben in die Justiz und Politik haben wir verloren!

Liebe Autorin "Leserin"! Hier ein paar Anmerkungen von mir zu Ihrem Vorbringen. Zum Ersten, wer in dieser Gesellschaft Namen nenntn der ist erledigt und wird fertig gemacht. Zum Zweiten möchte ich Ihnen folgendes mitteilen, was einst im jahre 2008 der Richter Fahsel als langjähriger Richter (1973 bis 2004) am Landgericht Stuttgart äußerteund mit seiner Zunft ins Gericht ging. In seinen dreißig Berufsjahren, schrieb Frank Fahsel aus Fellbach, habe er "ebenso unglaubliche wie unzählige, vom System organisierte Rechtsbrüche und Rechtsbeugungen erlebt". Ebenso seien ihm zahlreiche Richter und Staatsanwälte begegnet, "die man schlicht kriminell nennen kann". Die seien aber "sakrosankt" gewesen, weil sie von oben gedeckt wurden. "Wenn ich an meinen Beruf zurückdenke", bilanzierte der Pensionär Fahsel (Jahrgang 1939) abschließend, "dann überkommt mich ein tiefer Ekel vor ,meinesgleichen'". Hans-Joachim Selenz, früher einmal Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG und befreundet mit Gerhard Schröder, kommentiert Fahsel so: Frank Fahsel, früher Richter am Landgericht in Stuttgart, gibt tiefe Einblicke in das, was Tausende Bürger täglich vor deutschen Gerichten erleben. Besser kann man den Zustand in Teilen der deutschen Justiz nicht auf den Punkt bringen, mit Hilfe derer Politik und Wirtschaft den Rechtsstaat missbrauchen.[...] Explizit kriminelles Justizhandeln gibt es zuhauf.[...] Der Sumpf schließt die höchsten deutschen Gerichte ein. Daher gibt es praktisch keine Verurteilung wegen Rechtsbeugung, Strafvereitelung im Amt und Begünstigung. Selbst schwerste Wirtschaftskriminalität wird gegen Zahlung geringer Beträge eingestellt. Wer die hier als “brisant” ausgewiesenen Artikel liest, sie handeln alle von der südhessischen Justiz – Beweismittelvernichtung im Mordfall Kaffenberger – Die “entbehrliche” Vernehmung: Ein exemplarischer Justizfall? – Die erstaunlichen Rechtsauffassungen von Oberstaatsanwältin Gallandi – mag selbst entscheiden, ob die erwähnten juristischen “Helden” “kriminell” genannt werden können. Kriminell beim Beugen und Brechen des Rechts, kriminell beim Vereiteln von Strafe für Protegierte, kriminell beim Verfolgen Unschuldiger, was mit blanker Behördenwillkür beginnen kann, kriminell beim Unterdrücken, beim Zerstören oder Fälschen von Urkunden … Es gibt eine ganze Palette von Straftatbeständen, die typisch für eine korrupte Justiz sind. Das muss Fahsel vor Augen gestanden haben, als er sein Verdikt gegen den eigenen (Juristen-) Stand schleuderte. Und dann, liebe Autorin "Leserin" verlangen Sie hier die Preisgabe von Namen? Das vorliegend sich ein Strafrichter soweit vorgewagt hat und das tote Baby exhumiert wurde, grenzt schon an ein Wunder. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser dafür nicht strafversetzt wird.

Leserin 30.10.2012 - 07:51:58

H. Sandler - Anmerkungen

Strafrechtlich relevante Beweise sind das nicht. Außenstehende können nur unschwer erkennen, welche tatsächlichen Gründe zu einem schlechten Arbeitsklima führen und was jeder einzelne Vertragspartner zur Verbesserung beiträgt. ---------- Kopie 29.10.2012 20:25:13 Leserin H. Sandler - Ihre Beweise "Das gestorbene Baby war nicht der erste Todesfall der auf katastrophale Zustände bei dieser Uni-Klinik zurückzuführen ist, ..." Insgesamt wäre es der Sache dienlicher, wenn Sie konkrte werden. Wenn Sie Ihre Aussagen nicht nur behaupten, sondern auch beweisen können, so erstatten Sie bitte umgehend Strafanzeige bei der Polizei. Sie können parallel auch Landtagsabgeordnete bzw. Abgeordnete des Senats einschalten und um Unterstützung bitten. "Und Politik und Staatsanwaltschaft schauen untätig zu." Wen aus der Politik und der Statsanwaltschaft meinen Sie? ---------- Kopie 29.10.2012 19:49:30 H.Sandler Charité/CFM Es wird wieder nichts geschehen und bei der Charité/CFM wird man sich die Hände reiben. Das gestorbene Baby war nicht der erste Todesfall der auf katastrophale Zustände bei dieser Uni-Klinik zurückzuführen ist, was kann es denn schlimmeres geben, als dass Menschen ihr Leben verlieren? Eines hat die Geschichte der CFM seit dem Jahr 2006 gezeigt, es ist egal ob Stasiskandal oder verlorene Menschenleben, die dafür Verantwortlichen machen weiter, als ob nichts geschehen wäre, man lässt sie auch gewähren. Und Politik und Staatsanwaltschaft schauen untätig zu. Der nächste Todesfall kommt bestimmt ... . H.Sandler

H.Sandler 29.10.2012 - 23:24:29

Charité/CFM, Antwort

Antworten findet, wer sich mit der Charité/CFM beschäftigt: -für die Gesellschafter zählt nur die Gewinn, denn, wie kann es die Charité als Muttergesellschaft und das Land Berlin als Träger zulassen, was am grössten Uni-Klinikum Europas täglich abläuft? Dass z.B. für verantwortungsvolle Tätigkeiten von der CFM Ungelernte und dann nur immer kurz befristet eingestellt werden, dass Mitarbeiter bespitzelt werden(Zeugen vorhanden), unliebsame, kritische Mitarbeiter mit manipulierten "Vorkommnissen" entlassen werden, Herr Einhäupel, stets ohne anhörende Prüfung die Ansichten der CFM-Führung übernimmt und diese schützt usw.. Wer sich nicht vorstellen kann, unter welchen Bedingungen Mitarbeiter der CFM arbeiten müssen (z.B.Einschüchterungen gehören zum Arbeitsalltag) der sollte sich vertrauensvoll an den Betriebsrat wenden und nur einmal mit offiziell, öffentlichen Mitteilungen des Betriebsrates oder der Gewerkschaft beschäftigen. Wer dieses macht, wähnt die Charité/CFM in Zeiten des Manchesterkapitalismus. H.Sandler

Leserin 29.10.2012 - 20:25:13

H. Sandler - Ihre Beweise

"Das gestorbene Baby war nicht der erste Todesfall der auf katastrophale Zustände bei dieser Uni-Klinik zurückzuführen ist, ..." Insgesamt wäre es der Sache dienlicher, wenn Sie konkrte werden. Wenn Sie Ihre Aussagen nicht nur behaupten, sondern auch beweisen können, so erstatten Sie bitte umgehend Strafanzeige bei der Polizei. Sie können parallel auch Landtagsabgeordnete bzw. Abgeordnete des Senats einschalten und um Unterstützung bitten. "Und Politik und Staatsanwaltschaft schauen untätig zu." Wen aus der Politik und der Statsanwaltschaft meinen Sie? ---------- Kopie 29.10.2012 19:49:30 H.Sandler Charité/CFM Es wird wieder nichts geschehen und bei der Charité/CFM wird man sich die Hände reiben. Das gestorbene Baby war nicht der erste Todesfall der auf katastrophale Zustände bei dieser Uni-Klinik zurückzuführen ist, was kann es denn schlimmeres geben, als dass Menschen ihr Leben verlieren? Eines hat die Geschichte der CFM seit dem Jahr 2006 gezeigt, es ist egal ob Stasiskandal oder verlorene Menschenleben, die dafür Verantwortlichen machen weiter, als ob nichts geschehen wäre, man lässt sie auch gewähren. Und Politik und Staatsanwaltschaft schauen untätig zu. Der nächste Todesfall kommt bestimmt ... . H.Sandler

H.Sandler 29.10.2012 - 19:49:30

Charité/CFM

Es wird wieder nichts geschehen und bei der Charité/CFM wird man sich die Hände reiben. Das gestorbene Baby war nicht der erste Todesfall der auf katastrophale Zustände bei dieser Uni-Klinik zurückzuführen ist, was kann es denn schlimmeres geben, als dass Menschen ihr Leben verlieren? Eines hat die Geschichte der CFM seit dem Jahr 2006 gezeigt, es ist egal ob Stasiskandal oder verlorene Menschenleben, die dafür Verantwortlichen machen weiter, als ob nichts geschehen wäre, man lässt sie auch gewähren. Und Politik und Staatsanwaltschaft schauen untätig zu. Der nächste Todesfall kommt bestimmt ... . H.Sandler

Lehrrettungsassistent 29.10.2012 - 18:54:45

Mangelhafte Hygiene

Bericht in der Berliner Zeitung vom 29.10.2012: http://www.berliner-zeitung.de/berlin/darmkeim-charit--chef--infektionsquelle-eingedaemmt,10809148,20736926.html Dazu folgendes: Vielmehr,werter Herr Einhäupl, stellt sich hier die Frage, wollen oder können Sie die Quelle nicht finden. Schon in der Vergangenheit haben Sie mehrfach Skandale unter den Tisch fallen lassen, so die zahlreichen Stasiskandale mit Ihrer Tochterfirma CFM, an der Sie als Charite mit 51 Prozent beteiligt sind. Und auch vorliegend gibt es einen fürchterlichen Beigeschmack, wenn man ihre Aussagen so liest, denn das Einzigste, was man daraus entnehmen kann, ist eine gewissen Schadensbegrenzung mehr jedoch nicht, genau so wie 2009 bei den Stasiskandalen oder haben Sie das schon alles vergessen? Bei Ihnen sind die kleinen Arbeiten, die sich auflehnen und ihre Meinung äußern, doch alles nur kleine Unholde, die beseitigt werden müssen. So geschieht es zumindest bei der CFM noch heute, wie mir mehrere Leute versicherten und an der Sie 51 Prozent Anteile besitzen. Wenn Sie unfähig sind, die Charite ordentlich zu führen und zu leiten, dann fahren Sie doch einfach wieder nach Bayern zurück, vielleicht braucht da noch eine Klinik Sie.. Denn das die hygienischen Gegebenheiten teilweise mangelhaft sind, wollen Sie doch nicht allen Ernstes bestreiten oder?

Krankenschwester 27.10.2012 - 20:45:07

Wechsel von Ursache und Wirkung

Das Hauptproblem ist die doch die Beseitigung der Ursache. Nicht die Putzfirmen, tragen die Hauptschuld, sondern die Scharen von Besuchern, die die Krankheitserreger von überall her einschleppen und nach überall hin verbreiten. Wenn die Krankenhäuser ihre Krankenhaus-Hygiene-Ordnungen dahingehend ändern würden, dass die Patienten während der (immer weniger werdenden) Krankenhaus-Aufenthaltstage mal auf ihre unzähligen Besucher verzichten könnten, dann gäbe es nicht nur weniger Krankenhaus-Krankheitskeime, sondern es würden auch die Kosten der Reinigungsfirmen sich senken. Die Patienten hätten obendrein mehr Erholungs-Ruhe und ungestörten Genesungs-Schlaf. Sie könnten somit schneller wieder gesund werden. Und früher entlassen werden. Das würde die Krankenkassen entlasten und hoffentlich auch den Krankenversicherungs-Beitragszahler. siehe auch: http://www.moz.de/nc/kommentare/mc/1042728/44/1/

Desinfektor 27.10.2012 - 18:57:06

Hygiene in der Charite läßt mehr als zu wünschen übrig.

Und auch von mir noch etwas Prickelndes aus "Von Kollegen für Kollegen", ich zitiere: Das grenzt an Wunder! Regelmäßig am Wochenende klonen sich die ReinigungskollegInnen von der ITS und dem OP-Bereich. Glaubt ihr nicht? Muss aber so sein, denn das Pensum, das hier von zwei KollegInnen geschafft werden muss, kann gar nicht anders bewältigt werden: OP-Säle, Kreißsaal, Trauma, Rettungsstelle, ab 20 Uhr noch die 114i, den Müll alleine ziehen und dazu am besten noch den großen Hörsaal. Letztens sollte eine Kollegin 13 OP-Säle allein reinigen. Ein Saal braucht mindestens eine Stunde, wenn nicht gar zwei oder drei. Wie sie das geschafft hat, fragt ihr euch? Wie schon gesagt: sie muss sich geklont haben! Und: Jeder hat doch einen Keim verdient! Scheinbar werden MRSA & Co. immer mehr zum Verkaufsschlager an deutschen Krankenhäusern und natürlich auch an der Charité. Jedoch stellt sich die Charité-Leitung diesem Trend nicht entgegen. Anstatt mehr Personal und mehr Iso-Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, wird immer weiter abgebaut. Dabei gab es auch schon gute Vorschläge, dieses Problem einzudämmen, z.B. mit einer Kohortenpflege für Keimpatienten. Doch halt! Dies ist ja nicht wirklich machbar, wenn man zum Teil nur zu zweit auf Station arbeitet. Und wie sieht‘s eigentlich mit der Gesundheit von uns Angestellten aus? Warum werden nur bestimmte Abstriche auf bestimmten Stationen gemacht? Ist es etwa so unwahrscheinlich, dass die Keime auch bei uns die Runde machen? Die Charité fürchtet wahrscheinlich Image-Schäden und Arbeitsausfälle, doch uns speist sie regelmäßig mit irrsinnigen Wettbewerben und neuen „Hygienebeauftragten“ ab, um von den Problemen abzulenken. Ohne Kommentar.

Der Teufel 27.10.2012 - 18:47:08

Sagt doch alles!

Das Betriebsflugblatt der Charite Vitamin C schreibt in der Ausgabe vom 11.10.2012 folgendes: Hygienisch frisch!? Jedes Jahr erkranken ca. 500.000 Menschen an multi-resistenten Keimen in deutschen Krankenhäusern – die Charité ist dabei nicht ausgeschlossen. Und ca. 40.000 sterben jährlich daran. Nun wird es langsam öffentlich, was wir die ganze Zeit, nicht nur in der Reinigung, schon wussten. Die Zustände herrschen, weil wir zu wenig Zeit haben zum Saubermachen, wir nicht richtig eingewiesen werden und ständig ISO-Zimmer machen müssen, damit man sich den Desinfektor spart. Dies sind nur einige Gründe, warum das alles passiert. Aber weder Charité noch die CFM denkt dabei an die Patienten. Möglicherweise steckt sogar ein Plan dahinter? Schließlich bringt es ja noch mehr Schotter, wenn die Patienten wiederkommen. Dazu muss man weiter nichts sagen.

Der Teufel 27.10.2012 - 18:00:23

Pfui Teufel!

Die Charite hatte und hat zusammen mit ihrer Tochter CFM nicht nur Hygieneprobleme, sondern auch Stasiprobleme. Alleinig die Tatsache, dass damalig ein hauptamtlicher Stasifunktionär den externen Krankentransport leitete von der CFM, besagt alles. Der Mann hat ja womöglich von allem Ahnung gehabt, nur nicht vom Krankentransport und erst recht nicht von der Hygiene. Man wollte was und konnte nichts. Was die CFM nur kann, ist ihre Mitarbeiter einzuschüchtern, ihnen zu drohen und nötigen. Und wenn man dann noch die Aussage von der Charite ließt, wo diese im Artikel sagt: "Die Leistungen der CFM im Bereich Reinigung und Sterilgutaufbereitung sind gemäß Hygieneleitfaden der Charité klar und bindend geregelt und folgen den einschlägigen Empfehlungen des Robert Koch Instituts.", dann könnte man das kotzen kriegen. In der Führungsetage schiebt man sich die Posten nur so zu oder erfindet schnell neue Posten und Funktionen, nur um eine Daseinsberechtigung zu haben und um fleißig Geld zu kassieren und dem netten Herrn Einhäupl von der Charite ist dieses alles vollkommen egal. Auch dass die CFM das Teilzeitbefristungsgesetz missbräuclich anwendet und Arbeitnehmer maximal nur 6 bis 12 Monate einstellt, die nur dann verlängert werden, wenn diese sich linientreu verhalten (so etwas gab es wohl auch schon mal zu DDR-Zeiten), die werden dann auch mal verlängert. Es wird Zeit, dass man die CFM endlich wieder abschafft und es würde auch mit der Charite wieder Berg auf gehen, denn die Meisten Skandale um die Charite liegen in der Tochterfirma der Charite, der CFM, begründet.

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