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Händler zufrieden mit Gilde / Kundschaft bemerkt kaum Unterschiede / Anbieter legen auf Frische und Vielfalt Wert

Privater Wochenmarkt läuft reibungslos

Rundgang über den Wochenmarkt: Marktleiter Wolfgang Jädick unterhält sich mit Gemüsehändler Klaus Peter aus Letschin im Oderbruch, der frisch geernteten Porree in den Händen hält.
Rundgang über den Wochenmarkt: Marktleiter Wolfgang Jädick unterhält sich mit Gemüsehändler Klaus Peter aus Letschin im Oderbruch, der frisch geernteten Porree in den Händen hält. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Sven Klamann / 27.10.2012, 06:26 Uhr
Eberswalde (MOZ) Seit Anfang Oktober werden die Wochenmärkte in Eberswalde privat betrieben. Das Fazit nach den ersten vier Wochen fällt positiv aus: Die Kunden merken kaum einen Unterschied, die Händler sind zufrieden. Und das Rathaus ist eine Aufgabe los, die Zeit und Geld gekostet hat.

Dienstags und donnerstags geht es auf dem Markt in Sichtweite des Rathauses wie in einem Taubenschlag zu. Mittwochs kommen Händler und Kunden auf dem Potsdamer Platz im Brandenburgischen Viertel zusammen. Für beide Märkte ist nach dem Beschluss der Stadtverordneten mittlerweile die Deutsche Marktgilde aus Limbach-Oberfrohna (Sachsen) zuständig.

"Wir haben großes Interesse daran, dass auch unter neuer Trägerschaft alles weiter wie am Schnürchen klappt", sagt Wolfgang Jädick aus Eberswalde. Der Rentner arbeitet auf 400-Euro-Basis als Marktmeister für die Gilde, die bundesweit derzeit in 116 Orten Märkte betreibt. Viel Einarbeitungszeit brauchte der neue Marktmeister nicht. Vor seiner Pensionierung hat sich Wolfgang Jädick als Bediensteter des Eberswalder Ordnungsamtes um den Wochenmarkt im Zentrum gekümmert. "Ich freue mich, wieder gebraucht zu werden", verrät der Marktmeister, der an den Markttagen spätestens um 5.30 Uhr vor Ort ist, um die Stromversorgung zu sichern, die Händler einzuweisen und die Marktgebühren zu kassieren.

"Ob wir mit der Gilde klar- kommen, wird sich erst zeigen, falls es einmal Probleme gibt", sagt Christian Reutter vorsichtig, der im Verkaufswagen von "Globus Naturkost" vor allem Molkereiprodukte anbietet. Bisher laufe aber alles reibungslos.

Das sieht Matthäus Schubert von der gleichnamigen Gärtnerei in Grüntal ebenso. "Das Beste, das uns Händlern und den Kunden passieren kann, ist doch, dass wir im Alltag von der Veränderung kaum etwas mitbekommen", sagt der Gärtner. Sein Wort hat Gewicht - schließlich steht der Familienbetrieb bereits seit 1965 auf jedem Eberswalder Wochenmarkt. Und auch Matthäus Schubert kennt schon mehrere Konstellationen.

"Alles Wichtige ist für uns gleich geblieben", erklärt auch Henry Thiele, der für die Räucherei Eichwerder Hof aus Eberswalde auf dem Markt die Kundschaft bedient. Und meint damit vor allem den Stammplatz, die Fairness der Händler unter einander, die sich auch schon einmal gegenseitig beim Aufbau helfen würden, sowie den Plausch mit der Kundschaft, der zum Verkaufen einfach dazugehört.

Der Gilde zahlen die Händler eine Standmiete von 1,60 Euro pro Quadratmeter und Tag. Obendrein eine Pauschale von 2,50 Euro pro Tag, die für die Reinigung und den Winterdienst gedacht ist. "Zu viel eingezahltes Geld wird angespart und im Jahr darauf verrechnet", verspricht der Marktleiter. Die Stadt hatte zuletzt eine Gebühr von 1,90 Euro pro Quadratmeter und Tag von den Händlern verlangt.

Zwischen 25 und 30 Verkaufsstände sorgen an jedem Markttag im Zentrum für Gedränge. Aktuell künden gleich mehrere Kürbisberge vom nahenden Halloween und vom Herbst. "Die saisonale Ausrichtung ergibt sich von selbst. Ansonsten achten wir schon auf einen Branchenmix", betont Wolfgang Jädick. Und weiß, dass dies der Kundschaft der Wochenmärkte wichtig ist.

"Gibt es etwas Schöneres, als von Stand zu Stand zu schlendern und sich an Frische und Vielfalt zu erfreuen?", fragt Gerhard Untermann aus Eberswalde, der gerade Wurst und Fleisch fürs Wochenende besorgt hat. Dass der Wochenmarkt seit Anfang Oktober privat betrieben wird, ist ihm entgangen.

Auch für Nadin Albrecht aus Eberswalde spielt die Betreiberform keine Rolle. "Ich liebe die Abwechslung und hole mir deshalb Brot, Brötchen und Kuchen ab und zu vom Wochenmarkt", verrät die junge Mutter - ihren Sohn Elias (4) dabei nicht eine Sekunde aus den Augen lassend.

Die Stadt spart durch die Abgabe Personalkosten. Und sie nimmt der Gilde eine Jahresmiete von 17 400 Euro ab. "Der Vertrag wurde mit einer Laufzeit von drei Jahren abgeschlossen und kann verlängert werden", sagt Uwe Birk, Leiter des Bürger- und Ordnungsamtes.

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