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Stadtverordnete beschließen Ausbau der Einrichtung am Rollbergeck

Zwei Grundschulen unter einem Dach

Britta Gallrein / 28.10.2012, 18:40 Uhr
Bernau (MOZ) Die Oberschule am Rollberg wird um eine integrierte Grundschule erweitert. Damit reagiert die Stadt auf die Raumknappheit in der Georg-Rollenhagen-Grundschule. Deren Erstklässler sollen künftig im Schulgebäude untergebracht werden, das die Evangelische Grundschule nutzt.

Die Georg-Rollenhagen-Grundschule gehört zu den größeren Bernauer Grundschulen. 141 der insgesamt 346 Erstklässler werden dort voraussichtlich im kommenden Jahr eingeschult. Es werden dringend zusätzliche Räume benötigt.

Im Vorfeld ließ die Stadt mehrere Varianten prüfen, unter anderem die Möglichkeit der Erweiterung der Zügigkeit in der Evangelischen Grundschule. Aufgrund von Baumaßnahmen habe der Träger der Schule dies jedoch abgelehnt, heißt es in einer Information der Stadtverwaltung.

Eine Ausgliederung des Horts der Georg-Rollenhagen-Grundschule und die Errichtung einer Außenstelle wurden ebenfalls wieder verworfen.

Das staatliche Schulamt habe schließlich auf die Möglichkeit verwiesen, den Standort der Oberschule am Rollberg um einen Grundschulteil zu erweitern. Somit könne die Zügigkeit variabel eingestellt werden. Die Grundschule könne zweizügig beginnen und bis zur Klassenstufe sechs heranwachsen. Weiterer Vorteil: Lehrerpersonal und Schulleitung wären am Standort vorhanden. Schulleiterin Verena Kuhl würde die Gesamtleitung übernehmen. Schulorganisatorisch wäre die Betreibung unproblematisch.

Untergebracht werden sollen die künftigen Grundschüler dann in dem Schulgebäude an der Ladeburger Chaussee. Das Gebäude gehört der Stadt Bernau. Vermietet ist es in den unteren Etagen an die Hoffbauer gGmbH, die dort die Evangelische Grundschule betreibt. Der Mietvertrag wurde im Jahr 2009 für die Dauer von zehn Jahren geschlossen. In das zweite und dritte Obergeschoss sollen nun die Kinder der staatlichen Grundschule einziehen. Den Pausenhof sollen alle gemeinsam nutzen.

Ohne Diskussion beschlossen die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Donnerstagabend den Ausbau der Oberschule mit dem Bildungsgang der Grundschule.

An der Evangelischen Grundschule sieht man die Entwicklung eher skeptisch. "Wir wurden erst vor ein paar Tagen informiert", so Frank Hohn, Geschäftsführer der Hoffbauer Stiftung. Er verlasse sich auf den gültigen Mietvertrag. "Es gibt da eine Menge Klärungsbedarf. Wir müssen uns dringend an einen Tisch setzen", fordert er.

Die Elternvertreter der Schule haben sich bereits an die Stadtverordneten gewandt. Das Schulgebäude müsse dringend saniert werden, unter anderem müssten Brandschutzmaßnahmen umgesetzt werden. Es stehe seit einiger Zeit Wasser im Keller, Wasser dringe durch einige Räume, klärten sie auf. Die Eltern fragen sich, warum die neuen Grundschüler nicht in der Oberschule eingeschult werden können, die sei zu DDR-Zeiten immerhin dreizügig in den Klassen eins bis zehn geführt worden. Sie verweisen auch auf das spezielle Konzept der Evangelischen Grundschule. Dort gibt es gibt keine Schulklingel und Unterrichts- und Pausenzeiten werden variabel eingesetzt. Es sei schwierig, eine andere Grundschule zu integrieren, sind die Eltern überzeugt.

Dezernent Eckhard Illge verweist auf das Schulgebäude der Johannaschule an der Mühlenstraße. "Die Schule wird im Rahmen der Inklusion abgewickelt", erklärt er. Die Räume würden dann frei. "Vielleicht wäre es eine Möglichkeit für die Evangelische Grundschule, dorthin auszuweichen", regt er an. Der Landkreis jedenfalls werde das Gebäude nach der Abwicklung der Johanna-Schule an die Stadt zurück geben. Man müsse verschiedene Möglichkeiten diskutieren.

Man sei kommunikationsbereit, sagte Frank Hohn zu. "Wir haben allerdings schon mehrere hunderttausend Euro in die Sanierung des jetzigen Standortes gesteckt. Man muss sehen, ob man sich da monitär einigt."

Und Dezernent Illge gibt zu: "Zwei Schulen unter einem Dach, das wird nicht unproblematisch sein. Da müssen wir Lösungen finden."

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