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Vorbereitungen für 20-Minuten-Takt der S-Bahn nach Nord angelaufen / Entwurfsplanung soll Ende November vorliegen

Bahnhof bekommt neuen Bahnsteig

Ein Gleis weniger, ein Bahnsteig mehr: Auf der hier halbtransparent grau markierten Fläche (links) soll der künftige Bahnsteig für die Regionalzüge am Bahnhof Strausberg entstehen. Der Neubau hängt mit dem 20-Minuten-Takt nach Nord zusammen.
Ein Gleis weniger, ein Bahnsteig mehr: Auf der hier halbtransparent grau markierten Fläche (links) soll der künftige Bahnsteig für die Regionalzüge am Bahnhof Strausberg entstehen. Der Neubau hängt mit dem 20-Minuten-Takt nach Nord zusammen. © Foto: MOZ Gerd Markert
Uwe Spranger / 01.11.2012, 19:28 Uhr
Strausberg (MOZ) Die Bahn hat jetzt erste Vorstellungen zur Umgestaltung des Bahnhofs Strausberg geäußert. In Vorbereitung auf den 20-Minuten-Takt der S-Bahn nach Nord soll dort ein neuer Regionalbahnsteig entstehen. Ende November soll zudem die erste Planung für den Begegnungsabschnitt Hegermühle da sein.

Nach der medienwirksamen Übergabe des Förderbescheides durch Minister Jörg Vogelsänger auf dem Strausberger Markt hat die Deutsche Bahn tatsächlich die Arbeit zur Vorbereitung des 20-Minuten-Takts nach Nord aufgenommen. Die DB Netz AG ?hat laut Bahn-Sprecher Gisbert Gahler eine "qualifizierte Aufgabenstellung" der Maßnahme erstellt. Die MOZ hat auf Nachfrage eine Präsentation zum aktuellen Stand erhalten, die kürzlich vorgestellt wurde.

Demnach ist vorgesehen, nahezu die komplette Strecke zwischen dem Haltepunkt Hegermühle und Strausberg-Vorstadt zweigleisig auszubauen, insgesamt 2,2 Kilometer. Überdies soll auf den vorhandenen Widerlagern eine neue Brücke über die Garzauer Straße errichtet werden. In der Vorstadt muss zudem ein elektronisches Stellwerk für den Abzweig Hegermühle gebaut werden, das durch den Fahrdienstleiter auf dem Stellwerk am Bahnhof Strausberg bedient wird, inklusive Anpassung für die Weichen auf dem Begegnungsabschnitt der S-Bahn. Als Baubeginn wird in dem Papier das Jahr 2015 genannt und die Kosten sind mit knapp sieben Millionen Euro veranschlagt.

Zugleich war Mitte August auf dem Markt vom Konzernbeauftragten der DB für Berlin-Brandenburg Joachim Trettin angekündigt worden, dass die Gleise von Regionalbahn und S-Bahn am Bahnhof in der Vorstadt entkoppelt würden. Nach den derzeitigen Vorstellungen rückt die Regionalbahn von ihrem jetzigen Bahnsteig um ein Gleis weg. Deshalb muss durch die DB Station & Service ein neuer Bahnsteig gebaut werden. Der soll nach den Intentionen der Planer parallel zum jetzigen Bahnsteig der S-Bahn entstehen. Der Zugang erfolgt indes nicht etwa über die vorhandene Brücke, sondern mittels einer "Reisenden-Sicherungsanlage", zu gut deutsch einer Schranke. Eine ähnliche Anlage gebe es beispielsweise am Bahnhof in Forst, erklärte Bahn-Sprecher Gahler. Nach seinen Angaben werde der Bahnsteig auch mit entsprechenden Sicherungen versehen, damit an der Seite zur S-Bahn nichts passieren könne.

Seit Mitte September arbeitet ein Planungsbüro an der Entwurfsplanung. Nach dem Zeitplan der Bahn soll sie Ende November vorliegen, Anfang 2013 könne die Genehmigungsplanung beim Eisenbahn Bundesamt zwecks Planfeststellungsverfahren eingereicht werden. Erst etwa anderthalb Jahre später, also im August 2014, sei mit Baurecht zu rechnen. Der Rest des Jahres werde dann für Ausschreibung, Auswertung und Vergabe verwendet, so dass Anfang 2015 mit dem Bau begonnen werden könnte. Eine Inbetriebnahme ist mit "voraussichtlich November 2015" terminiert.

Auf dem etwa acht Kilometer langen Abschnitt zwischen Strausberg und Strausberg-Nord könnte nach dem Umbau 30-, 20- und sogar 15-Minuten-Takt gefahren werden. Die Taktverdichtung der S-Bahn nach Strausberg-Nord ist im Verkehrsvertrag zwischen den Ländern Berlin/Brandenburg und der S-Bahn GmbH festgehalten. Nach anfänglichem Streit, wer die Kosten des Begegnungsabschnitts trägt, hat das Land Brandenburg einen Finanzierungsvertrag mit der DB Netz abgeschlossen.

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Strausberger Bürger 22.11.2012 - 22:48:53

Warum habe ich bei Erscheinen dieses Artikels

nicht gleich an den tödlichen Unfall in Wünsdorf gedacht??? Ach ja, dort ist ja alles anders mit der Schranke zum Bahnsteig. Dort fahren ja viel WENIGER Leute am zugangsgeregelten Bahnsteig als in SRB mit der Regionalbahn... Warum hatten früher viel mehr kleine Bahnhöfe Fussgängertunel zu den einzelnen Bahnsteigen? Leben wir wirklich im dritten Jahrtausend???

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