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Neuer Dialog der Arbeitsagentur mit Führungskräften und Unternehmerinnen in Spitzenpositionen

Starke Frauen mit Mut und Leidenschaft

Oliver Schwers / 06.11.2012, 07:56 Uhr
Kerkow (os) Erstarren Wirtschaft, Handel und Politik unter dem Einfluss der Männerwelt? Oder können sich starke Frauen mit eigenen Ideen durchsetzen? Diesen Fragen geht jetzt die Arbeitsagentur Eberswalde nach. Sie befragt Frauen in Uckermark und Barnim, die in Spitzenpositionen tätig sind.

Daniela Antmann-Möller ist Geschäftsführerin eines Verlags- und Druckereibetriebs im Barnim. Gemeinsam mit ihrem 82-jährigen Vater beschäftigt sie 155 Angestellte in einer männerdominierten Branche. Die junge Chefin hat gerade ein Kind bekommen. Sie bringt Familie und Geschäft unter einen Hut und versprüht dabei Optimismus. "Frauen können etwas bewegen", sagt sie. "Sie sind Organisationstalente in jedem Bereich."

Doch Daniela Antmann-Möller gehört zu den Ausnahmen in der Wirtschaft. Meist besetzen Männer die Spitzenpositionen in Unternehmen, Organisationen und vor allem in Verbänden. Erst in der zweiten Reihe nimmt der weibliche Anteil stark zu. "Wir brauchen aber mehr Frauen mit spannenden Ideen", sagt Gaby Wehrens von der Geschäftsführung der Eberswalder Arbeitsagentur. Sie erhofft sich dabei ungewöhnliche Erfolgsrezepte, Querdenker und alternative Lösungen - geboren aus Mut und Leidenschaft für eine Sache.

Natürlich hat die Arbeitsagentur dabei auch den Arbeitsmarkt und die Jobsicherung im Blick. "Oft sind es Frauen, die sich engagieren, die mit ihrem ganz persönlichen Einsatz, mit ihren Ideen etwas Konkretes für die Region bewegen", sagt Gaby Wehrens. Daher wollen Arbeitsagentur und Jobcenter den Austausch zwischen den Spitzenkräften unterstützen.

Jede junge Frau, die Verantwortung in einem Betrieb, in einem Verband oder in einer sozialen Einrichtung übernommen hat, bleibt natürlich der von Arbeitslosigkeit und Abwanderung gebeutelten Region erhalten. Gerade dieser Aspekt spielt eine immer größere Rolle angesichts der Bevölkerungsschätzungen. Bis 2030 geht die Landesregierung von einer Bevölkerungsabnahme im Barnim um 7,9 Prozent und in der Uckermark um 20,4 Prozent aus. Bei den 18- bis 24-Jährigen ziehen mehr Menschen weg als neue hierherkommen.

Was die Region benötigt, sind mehr Wirtschaftsunternehmen, womöglich auch in Frauenhand. Dazu ermuntert Uckermark-Vize-Landrätin Karina Dörk (CDU). Sie weiß, wovon sie spricht, hat sie doch bis zu ihrem Eintritt in die Politik selbst ein Transportunternehmen in einer ausgesprochenen Männerbranche geführt. "Als Unternehmerin hat man es nicht immer leicht, aber man ist freier in seinen Entscheidungen", so Karina Dörk. Sie verspricht Unterstützung und Beratung seitens des Landkreises für jede neue Initiative.

Die Sorgen von Freiberuflerinnen, Unternehmerinnen oder Amtsleiterinnen gleichen teilweise denen der Männer: Steuern, Fachkräfte, Nachwuchsgewinnung, Bürokratie, Finanznöte. Ganz klare Aussage des ersten Frauen-Dialogs: Das Ehrenamt wird zu wenig gewürdigt und teilweise von Staat und Gesellschaft überstrapaziert. Außerdem nutzen Betroffene vorhandene Netzwerke zu wenig. Ebenso die Hilfe untereinander.

Der Dialog zwischen Arbeitsagentur und Spitzenfrauen soll fortgesetzt werden.

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