Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Vereine wollen Nazi-Aufmarsch blockieren

Jörg Hanisch / 06.11.2012, 20:50 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Am 10. November wollen Neonazis in Frankfurt (Oder) wieder aufmarschieren. Christopher Voß vom Verein "Friedensdorf Storkow" und Iwona Kafih aus Frankfurt (Oder) stellten jetzt im "Roten Café" in Eisenhüttenstadt die Gegenaktion vor. Mit einer Sitzblockade soll der Nazi-Aufmarsch verhindert werden.

Die Rechtsradikalen präsentieren sich, weil die NPD in Brandenburg in den Landtag möchte, der 2014 neu gewählt wird. In Mecklenburg-Vorpommern und in Sachsen hat sie es schon geschafft. Demzufolge ist Brandenburg ein weißer Fleck. Somit klafft eine große Lücke zwischen dem südlichen und nördlichen Bundesland. Mit Themen, wie Grenzkriminalität und Eurokrise soll in Frankfurt (Oder) gepunktet werden. So die Denkweise, auch hinsichtlich eines EU-Austrittes Deutschlands. "Das sind Themen, die aktuell und anschlussfähig sind", sagt Iwona Kafih. Die Neonazis haben "ihren" Frankfurt (Oder)-Tag unter das Motto: "Raus aus der EU - Grenzen dicht!" gestellt.

Um den Ambitionen der NPD und anderer rechter Gruppierungen entgegen zu treten, hat sich das Bündnis "Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)" gegründet, welches klar Stellung gegen Rechtsextremismus und Fremdenhass bezieht.

Während die Frankfurter Stadtverwaltung ihre Unterstützung zusagte, hoffen auch die Eisenhüttenstädter auf Signale aus dem Rathaus. Landtagsabgeordnete Helga Böhnisch (Die Linke) hat sich mit der IG Metall in Verbindung gesetzt, um einen Bus von Eisenhüttenstädter nach Frankfurt (Oder) zu organisieren. Dies wird ebenso vom Betriebsrat und ArcelorMittal unterstützt.

Der Bus startet am Sonnabend in Eisenhüttenstadt am Busbahnhof um 9.30 Uhr, Anmeldung unter Telefon 03364 372691 oder beim Vertrauensmann.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
IG Metall Vertrauenskörperleitung ArcelorMittal Eisenhüttenstadt 09.11.2012 - 09:25:09

Fremde Federn?

Es ist uns neu, dass Frau Böhnisch sich mit der IG Metall, dem Betriebsrat oder ArcelorMittal in Verbindung gesetzt hat, um einen Bus zu organisieren. Wir können das sehr wohl allein, und haben das wie immer auch allein organisiert. Frau Böhnisch jedenfalls hat zu keinem Zeitpunkt mit uns geredet. Wir fragen uns jetzt, ob sie durch einen Redakteur mit fremden federn geschmückt wurde, oder ob sie sich selbst geschmückt hat...

T. Loens 07.11.2012 - 15:07:40

Was soll man davon halten?

Beim Umgang mit politischen Randgruppen und Spinnern haben wir so unsere Probleme. Wer nach Auffassung des Betrachters nicht in das Bild unserer politisch angepassten Parteienlandschaft passt, ist entweder linksautonom oder rechtsradikal. Dazwischen ist nur Platz für den Mainstream einer sich kaum noch voneinander zu unterscheidenden Parteienmasse. Gegen die Linksautonomen lässt der Staat immer wieder gerne seine Muskeln spielen, denn die sind vermummt, nehmen gerne mal einen Stein oder einen Molotowcocktail in die Hand um sich Gehör zu verschaffen. Die Rechtsradikalisten und Neonazis hingegen dürfen, geordnet in Terrorzellen versteht sich, schon mal um die Häuserecken ziehen und Lebenskerzen ausblasen. Polizei und Staatsschutz bekommen davon natürlich nichts mit, haben ja damit zu tun, belastende Akten zu vernichten und Propagandaenten auszutüfteln. Nun muss man mit seinen Äußerungen hierzulande sehr vorsichtig sein. Scheinbar gerät man schon in den Verdacht ein „Neonazi“ zu sein, wenn man seinen Unmut über einen zunehmend florierenden illegalen Gebrauchtwagentransfer in die ehemaligen Ostblockstaaten öffentlich äußert. Natürlich bietet dieser Autoklau-Aufhänger einen leicht zu durchschauenden, rechten Demo-Aufmacher. Aber warum ist das so? Haben die Politiker, von der CDU bis zu den Linken, nicht den Schneid die Probleme ihrer Wähler zu erkennen und aufzugreifen? Wenn sie das täten, würden sie die Rechten um ihre einlullenden Aufmacher berauben. Oder erkennen die Politiker diesen Autoklau-Wählerfrust zum Beispiel nicht, weil sie dieses Problem persönlich nicht kennen? Vielleicht ist der Wähler (und Steuerzahler) daran Schuld, nötigt er doch viele Politiker, in 6-, 8- oder 12-Zylinder Dienstkarossen chauffiert zu werden. Kommt die weg, gibt’s halt eine neue Karosse und wahrscheinlich einen wachsameren Chauffeur dazu. Ich halte nicht viel von einer „Auge um Auge und Zahn um Zahn“ -Politik und somit nichts von einer Gegendemo. Viel zu viel Aufmerksamkeit! Das Volk sollte diese und ähnliche Veranstaltungen ignorieren. Das trifft garantiert. Die Politiker hingegen, sollten den Rechten, entsprechend ihres Auftrages, auf der politischen Bühne begegnen. Dies funktioniert jedoch nur, wenn alle politischen Akteure, unabhängig von äußeren Einflüssen, fast 68 Jahre nach Beendigung des 2. WK endlich ein ehrliches und gesundes nationales Bewusstsein an den Tag legten. Dann hätten es so genannte „Rechtsradikale“ und „Neonazis“ sehr, sehr schwer Gehör und Aufmerksamkeit zu finden.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG