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Elterninitiative erringt Spitzenplatz bei Internetabstimmung / Freudentaumel über Gewinn von 1000 Euro

Lüdersdorfer Brachland weicht Spieloase

Noch wenig ansehnlich präsentiert sich derzeit der Platz, auf dem schon im nächsten Jahr die Kleinen des kinderreichsten Ortsteiles von Wriezen toben können
Noch wenig ansehnlich präsentiert sich derzeit der Platz, auf dem schon im nächsten Jahr die Kleinen des kinderreichsten Ortsteiles von Wriezen toben können © Foto: Sören Tetzlaff
Christina Schmidt / 08.11.2012, 08:00 Uhr
Lüdersdorf (MOZ) Die Elterninitiative Lüdersdorf ist ihrem Traum von einem Spielplatz im Ort einen Schritt näher gekommen: Am Dienstagnachmittag erhielten sie die frohe Botschaft, dass sie beim Internetvoting der ING-DiBa-Bank 1000 Euro gewonnen haben. Alle anderen Bewerber aus Wriezen gingen leer aus.

Ob Sektkorken knallten, als am Dienstagnachmittag die Abstimmung endete, ist unklar. Die Freude in Lüdersdorf aber war riesengroß. "Wir jubeln immer noch", beschreibt Frank Fiedler, Sprecher der Elterninitiative, am Mittwoch die Stimmung im Wriezener Ortsteil. Und verkündet stolz und dankbar zugleich: "Gemeinsam haben wir es geschafft, 1366 Stimmen zu sammeln und damit auf Platz 147 von über 4700 Vereinen, die sich allein in unserer Kategorie angemeldet haben, zu landen." Eine offizielle Bestätigung der Bank, die im Internet zur Abstimmung aufgerufen hatte, gibt es zwar noch nicht. "Aber unser Foto ist mit einer Medaille versehen worden und das ist das sichtbare Zeichen, dass es wirklich geklappt hat." Der Traum vom eigenen Spielplatz im Ort, er rückt in greifbare Nähe.

Die letzten Tage der Abstimmung hatte den Eltern aus Lüdersdorf noch einmal alles abverlangt. "Wir haben die Entwicklung der Stimmenabgabe in den letzten Tagen verfolgt und wussten, dass es auf den letzten Metern noch einmal eng werden kann", sagt Frank Fiedler. Nur die ersten 250 Vereine kommen in den Genuss der außerordentlichen Vereinsförderung. Allerdings schwankte die Platzierung der Lüdersdorfer kurz vor dem Aktionsende noch einmal stark. Gewinnen oder verlieren, beides war möglich. Deshalb hätten die Eltern zu einem "fulminanten Endspurt" angesetzt, ihre Telefonbücher und Kontakte durchforstet und jeden mobilisiert, der sich zur Stimmabgabe überreden ließ. Telefonleitungen glühten, Kurznachrichten flogen nur so hin und her.

Anders als in der jüngsten Internetabstimmung eines großen Getränkeherstellers, bei der Wriezen ebenfalls erfolgreich war und sich über eine Finanzspritze für den städtischen Spielplatz freuen konnte, war bei diesem Voting noch mehr Eigeninitiative gefragt. Ein Mausklick genügte nicht. Stattdessen erhielten Unterstützer Abstimmcodes auf ihr Mobiltelefon und konnten mit diesen die Wahl entscheiden.

Und wann steigt nun die große Siegesfeier? Frank Fiedler ist damit noch etwas zurückhaltend. Aber: "Am Freitagabend findet der traditionelle Vereinsabend im Dorfgemeinschaftshaus statt. Da werden wir sicher auf den Erfolg anstoßen", plant er vorsichtig voraus. Wenig zögerlich ist er hingegen mit dem Dank, den er an alle Unterstützer aussprechen möchte. Ein Erfolg sei keineswegs sicher gewesen, wie das Beispiel anderer Vereine aus Wriezen zeigt. So bedauert er, dass sie es offenbar nicht geschafft haben, genug Anhänger zu mobilisieren.

Knapp gescheitert ist der Kegelverein Gut Holz 1974 Wriezen. Die Hoffnung, durch die Finanzspritze dringend nötige Reparaturarbeiten an der Kegelbahn oder der Küche vorzunehmen und den Nachwuchs des Vereins mit neuer Spielkleidung auszustatten, das alles müsse nun warten. "Wir haben alles versucht und gekämpft bis zum Ende", sagt Vereinsvorsitzender Burkhard Winter. "Es ist schade, aber wir haben es wenigstens versucht. Und das ist besser, als gar nichts zu tun." Auch wenn die Kegelbrüder und -schwestern etwas enttäuscht sind, seien sie froh, dass es wenigstens eine Initiative aus Wriezen geschafft hätte. "Natürlich freuen wir uns für die Lüdersdorfer. Der Spielplatz ist eine gute und wichtige Sache", beglückwünscht der Vereinsvorsitzende die Elterninitiative.

Dem Spielplatzprojekt ist die Dorfgemeinschaft nun einen entscheidenden Schritt näher. Vor dem Frühjahr wird die Fläche hinter dem Dorfgemeinschaftshaus dennoch nicht für die Kinder des Ortes hergerichtet sein. Daran ändert auch der bejubelte Gewinn nichts. "Wir haben uns vorgenommen, bis zum Frühjahr mit der Spendenakquise weiterzumachen. Bis dahin sind auch die konkreten Planungen abgeschlossen", erklärt Frank Fiedler. Dank großzügiger Hilfe von einem Wriezener Bauplaner und einem Bodengutachter stehe bereits fest, dass der Beton auf der zukünftigen Spielfläche unbedenklich sei. "Wir werden den Platz Stück für Stück aufbauen", ist Frank Fiedler zuversichtlich.

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