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Wachs-Altar entsteht neu

Außen schlicht, innen einzigartig: Die Hoffnungskirche in Neu Hartmannsdorf lockt wegen ihres aus Bienenwachs gestalteten Altarbereichs regelmäßig Besucher von weit her an.
Außen schlicht, innen einzigartig: Die Hoffnungskirche in Neu Hartmannsdorf lockt wegen ihres aus Bienenwachs gestalteten Altarbereichs regelmäßig Besucher von weit her an. © Foto: MOZ
Bernhard Schwiete / 09.11.2012, 06:55 Uhr
Hartmannsdorf (MOZ) In der Hoffnungskirche in Neu Hartmannsdorf gibt es auch in Zukunft einen Altar aus Bienenwachs. Das neue Stück soll allerdings kleiner ausfallen als das alte. Das hatte abgebaut werden müssen, weil das Holz im Innern verfault war.

Vollständig hat sich die Hoffnung der Kirchengemeinde Spreenhagen nicht erfüllt, und doch herrscht kurz vor Beginn der Adventszeit allenthalben Zuversicht. Denn die Hoffnungskirche - im Volksmund "Honigkirche" - in Neu Hartmannsdorf dürfte auch in Zukunft Neugierige aus der gesamten Region anlocken, und bei Gottesdiensten kann Pfarrerin Friederike Winter mit den Gläubigen weiterhin an einem Altar aus Bienenwachs das Abendmahl feiern. Spenden von Imkern aus ganz Brandenburg und weit darüber hinaus machen es möglich, dass der zerstörte Altar wieder aufgebaut wird - zwar nicht mehr so groß, wie er war, aber - und das sieht man in der Kirchengemeinde als das Entscheidende an - wieder aus Wachs.

"Das ist ein wunderschönes Gefühl", sagt Marianne Stein. Die ehemalige Katechetin der Gemeinde hat als Neu Hartmannsdorferin die Federführung des Altar-Projekts übernommen. "Wir haben ausreichend Wachs zusammen", sagt sie. Das Material stamme aus den Resten des alten Altars, vor allem aber von 56 Imkern, die Mengen zwischen einem und 100 Kilogramm spendeten. Den Rekordwert von zwei Zentnern Wachs habe ein Bienenfreund aus dem fernen Herne in Nordrhein-Westfalen beigesteuert.

Das Material ist in der zurzeit geschlossenen Kirche gelagert, und demnächst soll ein neuer Altar daraus gefertigt werden. Ein genauer Termin steht noch nicht fest. Marianne Stein hofft aber, dass es bis zum Zweiten Advent am 9. Dezember klappt. "Dann wollen wir den Altar bei einem Liedergottesdienst weihen", sagt sie. Bis dahin finden die Gottesdienste der Gemeinde stets in der Spreenhagener Kirche statt.

Anders als beim Ursprungsmodell, das die Berliner Künstlerin Brigitte Trennhaus gefertigt hatte, setzt die Gemeinde diesmal auf Eigenarbeit ihrer Mitglieder. Wie der der neue Altar aussehen soll, steht schon fest. Zwar soll der neue Sockel aus Stein sein, doch erhält dieser eine Holzdeckel, der mit Wachs ausgegossen wird. Das Ganze erhält wieder eine sechseckige Form, angelehnt an das Aussehen einer Bienenwabe. Umgeben sein soll das Konstrukt von mehreren Wachsblöcken.

Pfarrerin Friederike Winter gewinnt dem neuen, etwas kleineren Altar sogar Positives ab. "Er ist ein bisschen niedriger als der alte und daher als Abendmahls-Tisch sogar besser geeignet", sagt sie. Marianne Stein berichtet indes, dass auch zurzeit, also auch ohne Altar, regelmäßig Führungen durch die Kirche bei ihr nachgefragt werden. "Oft schreiben uns Reisebüros an. Es ist jetzt nicht weniger als früher", erzählt sie. Aus ganze Deutschland und sogar aus Asien habe sie bereits Interessierte durch das kleine Gotteshaus geführt.

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