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"Wir wollen den Zoo erhalten"

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SRAKITIN / 08.10.2009, 20:01 Uhr
Der Biesenthaler André Stahl Einen jährlichen Zuschuss von maximal 500 000 Euro bekommt der Eberswalder Zoo ab 2010 aus dem Kreishaushalt. Einem entsprechenden Vorschlag des Zoobeirats gab der Kreistag am Mittwochabend seine Zustimmung.

war sehr überzeugend. Aufmerksam hörten seine Abgeordnetenkollegen aus den anderen Fraktionen dem Vorsitzenden des Zoobeirats zu, als er den jährlichen Zuschussbedarf der Eberswalder Einrichtung begründete.

Den rund 1,2 Millionen Euro Einnahmen pro Jahr stünden an die zwei Millionen Euro an Ausgaben gegenüber, erläuterte Stahl. Zu gut 80 Prozent resultierten letztere aus den Personalkosten. Also habe die Vermutung nahegelegen, dass es möglicherweise einen sogenannten Wasserkopf gebe, also zu viele Leute, die verwalten und zu wenige, die produktiv tätig sind. Doch bei der Prüfung, auch im Vergleich mit ähnlichen Tierparks in Schwerin und Krefeld, habe man schnell feststellen müssen, im Zoo Eberswalde gebe es keinen Wasserkopf. Im Gegenteil: "Im Zoo Eberswalde wird am unteren personellen Limit gearbeitet", stellte Stahl fest.

Es gebe keine Möglichkeiten zu nennenswerten Einsparungen, so das Fazit des Zoobeirats. "Der Zoo ist bereits seit Jahren unterfinanziert", stellte der Biesenthaler im Kreistag fest. "Und wir brauchen uns keine Illusionen zu machen. Bei dem Zuschuss aus dem Kreisetat wird die Kappungsgrenze von 500 000 Euro pro Jahr sicherlich erreicht", machte er den anderen Abgeordneten klar. Dennoch: Der Zoo sei "eine Leiteinrichtung des Tourismus im Landkreis Barnim" und zweifellos von überregionaler Bedeutung, wenn man bedenke, dass von den jährlich 250 000 Besuchern nur ein Drittel aus Eberswalde komme, zwei Drittel hingegen aus dem Barnim und darüber hinaus. "Wir wollen den Zoo erhalten."

Auch René Devrient, von der Kreistagsfraktion der SPD in den Zoobeirat entsandt, warb für die Empfehlung des Gremiums. "Wir haben nicht nur unter immensem Zeitdruck gearbeitet, sondern unter hohem Druck", sagte er. Um so dann noch einmal die Argumentation von André Stahl zu unterstützen. "Der Eberswalder Zoo hat eine Deckungsrate bei den Kosten von 65 Prozent. So hoch ist sie in keiner anderen vergleichbaren Einrichtung."

Weitere Wortmeldungen gab es nicht und so ging es denn zur Abstimmung. Bei nur einer Gegenstimme votierte der Kreistag schließlich für den jährlichen Zuschuss von 500 000 Euro.

Erleichtert und dankbar war Zoodirektor Bernd Hensch. "Ich freue mich riesig, dass sich die Kreistagsabgeordneten entschieden haben, den Zoo zu erhalten", sagte er. Gemeinsam mit Mitgliedern des Fördervereins war er eigens zur Kreistagssitzung nach Bernau-Waldfrieden gekommen - und wurde nicht enttäuscht. "Jetzt haben wir eine Chance", zeigte er sich zufrieden. "Wir müssten sterben, wenn wir den Zuschuss nicht bekommen würden", setzte Hensch hinzu.

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