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Elf Fürstenwalder nutzten gestern Beratungsangebot für Stasi-Opfer

Suche nach Wiedergutmachung

Leas Sophie Lukas / 14.11.2012, 07:02 Uhr - Aktualisiert 14.11.2012, 08:42
Fürstenwalde (MOZ) Sechs Männer und fünf Frauen haben am Dienstag im Laufe des Tages das Gespräch mit Reinhard Schult gesucht. "Das ist eine durchschnittliche Zahl", sagt der Bürgerberater, ein Mitarbeiter der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur, Ulrike Poppe. Reinhard Schult bietet Opfern des SED-Regimes Rechtsberatung, praktische Hilfe und allgemeine Informationen an. Auch heute noch sei das Thema für viele Menschen hoch aktuell, nicht selten führten die Erfahrungen aus der Vergangenheit noch zu emotional aufgeladenen Gesprächen. "Meine Beratung verläuft aber ganz sachlich", sagt Schult.

Meist würden ihm Fragen dazu gestellt, wie ein Antrag auf Akteneinsicht oder auf eine Opferpension zu stellen ist. Auch zum strafrechtlichen, beruflichen oder verwaltungsrechtlichen Rehabilitationsgesetz gebe er regelmäßig Auskunft, erklärt Reinhard Schult.

Er reist durch ganz Brandenburg, besucht bis zu 45 Städte und Gemeinden im Jahr, sitzt fast jeden Dienstag in einem anderen Rathaus oder öffentlichen Gebäude und wartet auf Menschen, die reden wollen. "Ein Gespräch kann zwischen 15 Minuten und anderthalb Stunden dauern", sagt der Bürgerberater. "Es kommt immer auf das individuelle Anliegen an."

Doch es sind nicht nur die Betroffenen selbst, auch Angehörige und Nachfahren von Stasi-Opfern, die in der DDR bespitzelt, kontrolliert, drangsaliert wurden oder im Gefängnis saßen, kommen, um mit Reinhard Schult zu sprechen. "Und auch ehemalige Heimkinder sind darunter", sagt er. Der Kreis derer, die auch mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Ende der DDR-Diktatur Wiedergutmachung und Recht suchen, bleibe groß.

Erneut in der Region ist der Bürgerberater bereits am 27. November. Dann bietet Reinhard Schult seine Sprechstunde in Erkner an. Weitere Termine unter www.aufarbeitung.brandenburg.de

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