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30 Jahre nach der abenteuerlichen Reise

Grund zum Feiern: Der F÷rderverein Binnenschifffahrtsmuseum Oderberg hat 2008 den Museumsbetrieb ³bernommen und sich des Schiffs-Oldtimers "Riesa" angenommen. Zum 30-jõhrigen Jubilõum nach Ankunft des Schiffes kamen zahlreiche Freunde. Foto: R. Gerhardt
Grund zum Feiern: Der F÷rderverein Binnenschifffahrtsmuseum Oderberg hat 2008 den Museumsbetrieb ³bernommen und sich des Schiffs-Oldtimers "Riesa" angenommen. Zum 30-jõhrigen Jubilõum nach Ankunft des Schiffes kamen zahlreiche Freunde. Foto: R. Gerhardt © Foto:
HSTILL / 10.10.2009, 06:54 Uhr
Oderberg Vor 30 Jahren hat der Seitenraddampfer "Riesa" nach einer abenteuerlichen Reise in Oderberg endgültig festgemacht. Seitdem liegt er an Land, im Museumspark des Binnenschifffahrts-Museums. Mit einer großen Feier und vielen Gästen, Freunden und Förderern wurde am Freitag dieses denkwürdige Jubiläum in der Oderstadt begangen.

Der Förderverein Binnenschifffahrts-Museum Oderberg übernahm im Januar 2008 den Betrieb des Binnenschifffahrtsmuseums und verhinderte damit die drohende Schließung. Die 68 Mitglieder haben sich des Schiffs-Oldtimers angenommen und die Verschrottung abgewendet. Dieter Pohl, stellvertretender Vorsitzender, bilanzierte nun wieder wachsende Besucherzahlen. Mit einer 96 Stunden-Aktion des rbb war die Rettung der "Riesa" 2006 eingeleitet worden, die Übernahme durch den seit 2004 existierenden Förderverein sicherte das Überleben. 25 000 Euro zur Deckung der Betriebskosten steuerte der Landkreis bei. Nach 3000 Besuchern pro Jahr wären 2008 schon 4300 Gäste gekommen, in diesem Jahr peile man die 5000 an. Pohl zeigte sich erfreut über die Fassadenrenovierung und eine Kooperation mit der Schule. Jazz- und Kaffeekonzerte auf der "Riesa" würden gut ankommen. Außerdem sei eine Buchlesung geplant.

Befreundete Vereine gratulierten, die Fachgruppe Elbeschiffahrt ging mit an Bord, Amtsdirektor Rainer Schneider und Niederfinows Bürgermeister Hartmut Teichmann kamen mit Glückwünschen und selbst Landrat Bodo Ihrke freute sich bei seiner ersten Visite des Schiffes mit den Oderstädtern, die als einzige im Landkreis mit einem Identifikationsmerkmal eines Schiffes werben können. Monika van den Ouden ließ die lange Fahrt der "Riesa" mit Günther Hoffmann an Bord in Personalunion als Kapitän, Bootsmann und Passagier Revue passieren.

Es war genau am 7. Oktober 1979 als die "Riesa" in Oderberg andockte. Für immer. Was wiederum der verspäteten Hochzeitsreise von Günther Hoffmann geschuldet war. Auf dieser Reise verliebte sich der damalige Leiter des Oderberger Heimatmuseums in Dresden erneut, dieses Mal aber in ein Schiff, die "Riesa". Die lag friedlich an den Elbgestaden vor Anker und sollte verschrottet werden. Günther Hoffmann kaufte sie vom Fleck weg für 20 000 Mark, ohne auch nur einen Pfennig in der Tasche. Das gab mächtigen Wirbel in der Stadt, letztlich bekam Oderberg aber sein Schiff. Mit einem Augenzwinkern erinnerte Bürgermeister Roman Stähr daran: "Jetzt wissen wir, woher unsere Schulden stammen. Wir waren ganz am Ende. Jetzt sieht es nicht mehr ganz so traurig aus", sagte er.

Das immerhin unsinkbare Schiff ist tip top in Ordnung. Die Maschine blitzt und ist funktionstüchtig. Fast. Längst wurde der Maschine zwar der Dampf abgedreht. Für die erforderliche Bewegung zu Demonstrationszwecken dient aber ein Elektroantrieb. Das Schaufelrad des Seitenraddampfers Baujahr 1897, ehemals die "Habsburg" und 1919 umbenannt in "Riesa", wird durch ihn angetrieben. Ein Vereinsnachmittag mit einem Film über die Schiffsrettung und ein Vortrag über die letzte Reise der "Riesa" komplettierten das Festprogramm.

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