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Versöhnung im Vertrauen auf Gott

RENATE MELISS / 11.10.2009, 20:31 Uhr
Biesenthal "Ich freue mich, heute in Ihrer schönen Kirche, mit Ihnen allen gemeinsam dieses schöne Fest feiern zu können", erklärte Weihbischof Wolf Weidler am Sonnabend zum 100-jährigen Bestehen in der festlich geschmückten katholischen Kirche von Biesenthal. Am 25. März 1902 hatte Pfarrer Carl Ulitzka während des ersten katholischen Gottesdienstes nach der Reformation in Biesenthal den Bau der Kirche angekündigt: "Diese Kirche soll eine Marienkirche werden und den Namen der Verkündigung Mariens tragen."

Sechs Wochen zuvor hatte Ulitzka die Bernauer Pfarrgemeinde übernommen und war auf der Suche nach Katholiken, die damals nur vereinzelt in Brandenburg lebten, nach Biesenthal gereist. Der erste Gottesdienst wurde zunächst im Gartenhäuschen eines evangelischen Christen in der Schulstraße 28 abgehalten.Bald war diese Notkapelle jedoch zu klein geworden, so dass am 16. August 1908 die feierliche Grundsteinlegung für die neue St. Marienkirche erfolgte. Im französischen Barockstil als Rundbau errichtet, wurde sie nur innerhalb von vierzehn Monaten gebaut und sollte vor allem etwas von der Freude am katholischen Glauben widerspiegeln. Am 10. Oktober 1909 vollzog dann Erzpriester Kirmes aus Spandau die Kirchweihe.

Festlich geschmückt ist die Kirche zu ihrem heiligen Jubiläum an diesem Sonnabend. Das wunderschöne Ölgemälde im Hochalter, eine Stiftung der Kommerzienrätin von Friedländer-Fuld des Schlosses Lanke, stellt die Verkündigung Mariens dar. Friedrich Schötschel, Biesenthaler Bildhauer und Gemeindemitglied, entwarf später dazu den barocken Altartisch und stiftete im Jahre 1969 auch das von ihm gefertigte Vortragskreuz. Und als das alte Kirchenportal nicht mehr ansehnlich war, fertigte er ebenfalls ein neues mit Maria-Motiven sowie Motiven aus dem Alten und Neuen Testament.

Viel wurde auch seit dem Jahre 1990 an der katholischen Kirche erneuert. So unter anderem das Kirchendach, die Balustraden im Eingangsbereich und auf dem Dach der Sakristei. Der gesamte Innenraum wurde anschließend in den Originalfarben weiß und gelb wieder hergestellt. Auch die Sakristeitreppe ist saniert, ebenso wie die historische Orgel, die Ende Oktober geweiht wird.

"Die Kirche hier ist ein Ort, der offen ist für alle, und manche Erinnerungen werden heute sicher wach, an all die Menschen, die hier lange gelebt haben", so Bischof Weidler in seiner Predigt. "Die Zukunft wird zeigen, wie die Menschen lernen werden, mit Konflikten umzugehen, sich versöhnen im Vertrauen auf Gott und die eigene Treue. Gott lebt mit uns in dieser Welt."

Das feierliche Jubiläum wurde musikalisch vom Chor der Jugendkantorei der Berliner Hedwigskathedrale begleitet.

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