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Zichow hebt übergreifenden Grundschulbezirk auf

Elternwahlrecht entfällt

Oliver Schwers / 22.11.2012, 07:37 Uhr
Zichow (os) Bisher konnten Eltern in den Dörfern Zichow, Golm und Fredersdorf wählen, ob ihre Kinder nach Gramzow oder Passow zur Schule gehen. Das soll sich jetzt ändern. Die Gemeinde Zichow will den amtsübergreifenden Schulbezirk aufheben.

Manja Pohling ärgert sich. Die Zichower Mutter hat ihre kleine Tochter zur Kinderbetreuung in die Kita nach Passow gebracht. Das Mädchen soll später auch die dortige Grundschule besuchen. Die gemeinsamen Freunde bleiben so auch nach der Einschulung zusammen.

Möglich ist das durch einen bisher bestehenden amtsübergreifenden Schulbezirk. Denn normalerweise ist per Satzung von den Kommunen streng geregelt, welches die zuständige Schule für die einzelnen Wohngebiete und Ortslagen ist. Zichow macht da eine Ausnahme. Durch den früheren Wechsel der Gemeinde vom Amt Oder-Welse ins Amt Gramzow hat man den Eltern des Dorfes das Wahlrecht zugestanden. Sie konnten bislang selbst zwischen der Passower und der Gramzower Grundschule entscheiden.

Das soll sich jetzt ändern. Die Gemeinde Zichow hat die Grundschulträgerschaft an die Gemeinde Gramzow übertragen und den amtsübergreifenden Schulbezirk gleichzeitig aufgehoben. Die Schulanfänger aus Zichow und seinen Ortsteilen müssen nun definitiv in die Gramzower Grundschule gehen. Oder in eine freie bzw. private Schule.

Passow ist dann nur noch im Ausnahmefall möglich. "Wie soll ich denn das jetzt meiner Tochter erklären?", fragt sich Manja Pohling. "Wenn ich das früher gewusst hätte, dann hätte ich doch mein Kind in eine hiesige Kita gebracht, um es nicht später von seinen Freunden zu trennen." Sie fühlt sich um ihr Elternwahlrecht betrogen.

Schon durch ihren täglichen Arbeitsweg in die Verwaltung des Amtes Oder-Welse liegt die Passower Schule direkt auf der Strecke - auch ein Grund für die frühere Kita-Entscheidung. Die Zichower Mutter hat jetzt die Gemeindevertreter um eine Übergangsregelung gebeten, um den betroffenen Eltern entgegen zu kommen und die Aufhebung des amtsübergreifenden Schulbezirks hinauszuzögern. "Natürlich kann ich eine Ausnahmegenehmigung beantragen, doch steht die Entscheidung allein in der Macht des Staatlichen Schulamts."

Nach Information des Amtes Gramzow ist eine Aufforderung des Landkreises Uckermark Ursache für die Einschränkung des Elternwahlrechts. In der Neufassung des in Arbeit befindlichen Schulentwicklungsplans findet sich der Vermerk, dass ab 2013/14 die Überschneidungsgebiete wegfallen. Man rechnet damit, dass die Passower Grundschule jährlich auf drei bis fünf Einschüler aus Zichow verzichten muss und dadurch die Klassenbildung gegebenenfalls erschwert werde.

"Wir würden uns nicht generell gegen eine Ausnahmegenehmigung sperren", so die Reaktion des Zichower Bürgermeisters Martin Röthke.

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tut nichts zur Sache 24.11.2012 - 04:57:15

Ein bischen mehr Verständnis !

Kommt hier Neid zum Vorschein ? Ich teile die Ausführungen nicht die hier gemacht wurden . Die Beweggründe der Mutter , ihr Kind in die Passower Schule gehen zu lassen , kann ich absolut Nachvollziehen . Ich finde es ausserdem Unverschämt auf die Arbeitsstelle der betroffenen "anzuspielen". Ich war einmal in der selben Situation -> andere Stadt gleiche Situation und weiss wovon ich Rede. Fährt denn überhaupt ein Schulbus nach Gramzow ?- soweit ich weiss nur der Linienverkehr , ich hoffe das wird sich irgendwann einmal ändern . Meine Kinder sollten ebenfalls in die Kita und Schule nach Passow gehen . Die hat sich Gott sei Dank aber erledigt , Die Gemeinde beschliesst ja oft Sachen , die in der Breite der Bevölkerung evtl. nicht befürwortet werden , hier ging man sicher den bequemen Weg , weil man eben dem Amt Gramzow angehört ... Hat jemand schon Vorteile entdeckt , was ein Wechsel zum Amt Gramzow rechtfertigt ?

Noch ein Leser 22.11.2012 - 15:38:25

Erklärungen

"Wie soll ich denn das jetzt meiner Tochter erklären?", fragt sich Manja Pohling. na und wie will sie später ihrer Tochter erklären wenn die Erwachsen ist und in den Unweiten des Netz auf die abenteuerlichen Badnews von der Arbeitsstelle ihrer Mutter stößt? Vielleicht ist es auch ganz gut, im Sinne des Kindes, wenn es anderswo zur Schule geht einfach weil es dann nicht u.U. von anderen Kindern blöd angemacht wird wegen dem was sich die Eltern so über den Arbeitgeber der Mama unterhalten. Klingt hart aber daß ist doch so, oder?

Leser 22.11.2012 - 12:55:11

Auch mein Mitleid

hält sich in Grenzen. Denn wer ob als Stellvertreterin oder sonst wer an den Drangsalierungen von Investoren, Bürgern pp.. beteiligt, wenn auch nur indirekt, braucht sich doch am Ende nicht darüber wundern wenn ihm (auch mal) Steine in den Weg gelegt werden. Wie war das noch Frau Poehling: Wie es in den Wald schallt so schallt es auch heraus. ;-)))))))))

Volker 22.11.2012 - 08:54:56

Na, wie fühlt sich das an, Frau Pohling?

Manja Pohling, stellvertretende Amtsleiterin im ach so beliebten Amt Oder Welse. Plötzlich ist sie selbst betroffen und steht mit Unverständnis vor den Behörden. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Na dann viel Erfolg und Herzlich Willkommen auf der Seite des einfachen Volkes.

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