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Zittern um den Listenplatz

oschwers / 14.10.2009, 07:40 Uhr

Lychen/Potsdam Seit dem Wahlsonntag hat Henryk Wichmann aus Lychen zittern müssen. Denn für den 32-jährigen CDU-Politiker aus der Uckermark reichte sein Platz auf der Landesliste der Partei nicht aus. Eine Stelle vor ihm war Schluss, denn mehr Mandate hatte die CDU für den neuen Landtag nicht zu vergeben.

Doch jetzt zieht Wichmann doch noch ins Potsdamer Parlament ein. Hintergrund ist die sich anbahnende rot-rote Koalition in Brandenburg. Damit gibt Christian Ehler (CDU) sein Landtagsmandat ab und bleibt im EU-Parlament in Brüssel. Henryk Wichmann rückt auf dessen Platz nach und ist damit der vierte Landtagsabgeordnete, der aus Deutschlands größtem Landkreis kommt. "Ich bin froh, dass ich es doch noch geschafft habe", so Wichmann in einer ersten Reaktion. "Es ist gut, dass die Uckermark wieder einen Abgeordneten mehr im Landtag hat."

Am Dienstag nahm der junge CDU-Politiker an seiner ersten Fraktionssitzung in Potsdam teil. Ende Oktober soll die Mandatsübergabe stattfinden. Am 6. November wird Wichmann dann auch über den Ministerpräsidenten mit abstimmen. Vermutlich nun aber in den Reihen der Opposition. Denn im Unterschied zu dem aus dem Landtag ausgeschiedenen Alard von Arnim (CDU) aus Groß Fredenwalde sitzt Henryk Wichmann nicht in einer Regierungskoalition. Dennoch freut er sich auf die folgende Arbeit. "Wir müssen jetzt keine Rücksicht mehr auf die Regierungsdisziplin nehmen. Und die Linke muss nun ihr Versprechen einlösen. Ich bin sehr gespannt."

Der Vater dreier Töchter muss einen zweistündigen Anfahrtsweg aus Lychen nach Potsdam in Kauf nehmen. Mit der Bahn geht es etwas schneller. Welche Aufgabe er in der CDU-Fraktion erhält, steht noch nicht fest. Die Themenbereiche ländlicher Raum oder Kinder- und Jugendpolitik liegen ihm am meisten. Zudem seien sie für seinen Wahlkreis besonders von Bedeutung.

Seinen bisherigen Funktionen als CDU-Fraktionschef im uckermärkischen Kreistag sowie als Ausschussvorsitzender bleibt er treu. Um aufs Land zu kommen, nutzt er weiterhin ein mobiles Bürgerbüro in einem Kleinbus, das zu festen Zeiten Sprechstunden in der Uckermark abhält. Im Potsdamer Landtag wird gerade ein Abgeordnetenzimmer für ihn umgebaut.

Wichmann war einst jüngster Kreistagsabgeordneter. Der ausgebildete Jurist hat die Parteiarbeit in der CDU stark beeinflusst. Im Landtagswahlkampf verlor er mit ein paar hundert Stimmen gegen den noch jüngeren Landtagsabgeordneten Torsten Krause von den Linken. "Ich hoffe, dass die CDU in ein paar Jahren das Direktmandat im Norden holt", so Henryk Wichmann.

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