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Mitarbeiterzahl am Standort Frankfurt wird deutlich reduziert / Beschäftigte pendeln nach Cottbus

Barmer GEK hinterlässt leere Räume

In den Lenné Passagen: Die Räume der Barmer GEK befinden sich in der 3. Etage.
In den Lenné Passagen: Die Räume der Barmer GEK befinden sich in der 3. Etage. © Foto: Lisa Mahlke
Heinz Kannenberg / 25.02.2015, 04:19 Uhr - Aktualisiert 25.02.2015, 13:51
Frankfurt (MOZ) Acht Mitarbeiter werden nach der bundesweiten Umstrukturierung bei der Barmer GEK ab 7. April noch in Frankfurt arbeiten. Damit sinkt die Mitarbeiterzahl von 100 deutlich. Die verbleibenden Mitarbeiter werden für direkte Kundenbetreuung eingesetzt, teilt Pressesprecher Axel Wunsch mit.

Bisher erfüllte der Standort Frankfurt die Aufgaben einer Regionalstelle mit vielfältigen Steuerungsaufgaben in der Region. Künftig dient die Geschäftsstelle vor allem der direkten Kundenbetreuung. Die nicht mehr in Frankfurt beschäftigten übernehmen Aufgaben in neuen Zentren in Berlin und Cottbus. Sie sind nach Auskunft der Barmer wichtiger Teil der neuen Struktur der Krankenkasse. DieseZentren übernehmen jeweils bestimmte Fachgebiete, so in Berlin Krankenhaus und Reha sowie Krankengeld und in Cottbus Ambulante Versorgung. "Von den heute in Frankfurt beschäftigten Mitarbeitern wird niemand das Unternehmen verlassen", sagt Wunsch.

Die Reorganisation führt bei der Barmer jedoch zunächst auch zu erheblichen Mehrkosten. Über zehn Jahre angelegte Mietverträge hatte sie für ihre Mietobjekte in Frankfurt und Seelow abgeschlossen. Die Geschäftsstelle in Seelow wurde bereits zum 30. November 2014 geschlossen. Die dort eingesetzte Mitarbeiterin arbeitet nun in Strausberg. Die Räumlichkeiten in Frankfurt in den Lenné Passagen sind für die verbleibenden acht Mitarbeiter deutlich zu groß. Für beide Objekte sucht die Barmer nun Nachmieter. Erste Gespräche dazu würden laufen. Sollte es in der verbleibenden Laufzeit der Mietverträge zu keinen Nachvermietungen kommen, sollen dem Vernehmen nach rund 2,7 Millionen Euro Mietkosten für die dann nicht genutzten Objekte der Barmer entstehen. Wunsch wollte dies nicht bestätigen. Er verwies darauf, dass erste Gespräche mit potenziellen Nachmietern laufen würden. "Wir sind optimistisch, dass es hier recht kurzfristig zu einer Lösung kommen kann", sagt er. Centermanager Ralf Müller zeigte sich überrascht, dass die Barmer Nachmieter sucht. "Die Barmer GEK ist bisher auf uns als Vermieter noch nicht zugekommen", betont er. Die Barmer war erst vor knapp drei Jahren in neue Räume in den Lenné Passagen gezogen. In Cottbus musste die Barmer dagegen nun zusätzliche Flächen anmieten.

Wunsch sieht diese zusätzlichen Kosten als einen Teil der Abwägung im Unternehmen, um aus der bundesweiten Perspektive die Reorganisation der Krankenkasse in der Fläche umzusetzen. "Im Vordergrund standen die vorhandenen fachlichen Potenziale und die Wohnorte der Kollegen, die künftig im neuen Zentrum arbeiten werden", betont er. Wunsch bestätigt auch, dass Frankfurter Mitarbeiter, die nun in Cottbus arbeiten, etwa Fahrzeiten als Arbeitszeit angerechnet bekommen; dem Vernehmen nach 50 Minuten.

Dem Ziel, im Service bundesweit Marktführer zu sein, ordne die Barmer vieles unter. Dazu sollen durchgehend einheitliche Öffnungszeiten genauso beitragen wie eine stärkere Präsenz für alle Kunden in den Geschäftsstellen. So werden in Frankfurt künftig zwei Mitarbeiter mehr für die direkte Kundenbetreuung da sein. "Bereits heute können die Versicherten in Ostbrandenburg unsere mobile Beratung nutzen", betont Wunsch. Standorte dafür seien neben Frankfurt auch Prenzlau und Cottbus. Wer die Barmer nicht in der Geschäftsstelle besuchen könne, brauche also einfach nur anzurufen und einen Termin für eine Beratung zu Hause zu vereinbaren. Schließlich profitierten auch die Versicherten hier vom starken Ausbau des Telefonservice und der Onlineangebote der Barmer.

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Leser 25.02.2015 - 21:29:27

Zur Ergänzung.....

.... auch die Filiale in Beeskow wurde 2014 geschlossen und das soll Kundenservice sein?

... 25.02.2015 - 06:42:34

...

An dieser Stelle sollte auch erwähnt werden, dass die Barmer vor ca. drei Jahren auf der Suche im Zentrum nach einer eigenen Immobilie war. Scheinbar hat es die Stadt wieder einmal versäumt hier entsprechende Unterstützung anzubieten und somit den Standort Frankfurt gegen den Standort Cottbus verspielt. Sehr schade, aber hier war wohl kein lukratives Geschäft im Vorfeld zu holen, ging letztendlich aber doch um Arbeitsplätze in Frankfurt und damit verliert Frankfurt weitere Einwohner!

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