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Ein Dutzend Freiwillige helfen bei der Renaturierung des Biesenthaler Rabenluchs

Als Wasserspeicher unverzichtbar

Freiwilligen-Einsatz im Moorgebiet Rabenluch: Fingerabdrücke der Gezeiten fördert Naturparkleiter Peter Gärtner (l.) mit seiner Moorklappensonde zu Tage. Dazu setzt er Gestänge auf - die Drehung ins Moorreich per Hand beginnt.Foto: Michael Rosensky
Freiwilligen-Einsatz im Moorgebiet Rabenluch: Fingerabdrücke der Gezeiten fördert Naturparkleiter Peter Gärtner (l.) mit seiner Moorklappensonde zu Tage. Dazu setzt er Gestänge auf - die Drehung ins Moorreich per Hand beginnt.Foto: Michael Rosensky © Foto: Michael Rosensky
Michael Rosensky / 26.11.2012, 07:27 Uhr
Biesenthal (MOZ) Am Sonnabendmorgen finden sich im Naturschutzgebiet Rabenluch etwaein Dutzend Enthusiasten zum Freiwilligen-Einsatz ein. Gummistiefel und robuste Kleidung haben sie mitgebracht. Arbeitshandschuhe, Garten- und Astschere liegen griffbereit.

Bevor es losgeht mit dem Herausziehen und Zupfen der Keimlinge aus dem Moor, bringt Naturparkleiter Peter Gärtner den Umstehenden die Geschichte des Moores im Zeitraffer nahe.

Im Zuge der Eiszeit türmte sich vor etwa 20000 Jahren an dieser Stelle ein gewaltiger Gletscher auf. Sechs tausend Jahre später begann die Wärmephase auch im Norden Europas - die langsame Abschmelzung des Eisberges begann auch hier. Und das wiederum über den Zeitraum von mehreren tausend Jahren. Ein Eiskern mit gewaltigen Ausmaßen verblieb im Erdinneren noch bis in die Neuzeit hinein als unsere Vorfahren als Jäger und Sammler das Biesenthaler Gebiet durchstreiften.

Das Eis verschwand schließlich und ein tiefes Erdloch verblieb. Laubwälder breiteten sich aus und verfüllten das Biesenthaler Rabenluch mit abgestorbenem Blattwerk, mit Samen und kleineren Ästen. Die Moorausbildung begann.

Fingerabdrücke der Gezeiten fördert Peter Gärtner mit seiner Moorklappensonde zu Tage. Dazu werden Gestänge aufgesetzt, und die Drehung ins Moorreich per Hand beginnt. Die erste Probe wird entnommen, schließlich die vierte. In nur wenigen Minuten ist der Naturparkleiter bei vier Metern angelangt. Jeder Millimeter zu Tage gebrachten Moores entspricht einem Jahr Vegetation, folglich betrachten wir in diesem Augenblick viertausend Jahre Naturgeschichte. Und nicht immer erging es dem Moor gut. Im Mittelalter wurde bereits an dieser Stelle Ackerbau betrieben, dazu wurden die Laubwälder gerodet. Folglich begann die Austrocknung des etwa sieben Hektar großen Kesselmoores. Nachwachsende Kiefernhölzer beschleunigten den Wasserentzug.

Damit soll nun Schluss sein. Das Moor ist im Besitz der Stadt Biesenthal, die den Förderverein Naturpark Barnim bei der Renaturierung des Feuchtgebietes unterstützt. Die Kieferwälder in der Umgebung wurden bereits stark gelichtet; Buche und Eiche sollen verstärkt gepflanzt werden. Das Moor ist vor allem natürlicher Wasserspeicher und für die zu erwartende Trockenperiode im Brandenburger Land unverzichtbar.

Inzwischen hat sich Familie Friedhoff im Fünferpack dazugesellt und möchte mittun beim Ziehen der Keimlinge. Jede ausgewachsene Birke benötigt täglich gut 500 Liter Wasser, informiert Lars Reimann. Er selbst hat die Planung für die Renaturierung des Moores übernommen und zupft und zieht gemeinsam mit der zuständigen Försterin. Bis Mittag werden über 800 Birkenkeimlinge entfernt.

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