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Auf Lebuser Schlossberg baubegleitende archäologische Grabungen / Vermutlich Fundamensteine ausgegraben

Neue Erkenntnisse zum Dom-Ort

Grabungen auf dem Schlossberg Lebus im Oktober 2003
Grabungen auf dem Schlossberg Lebus im Oktober 2003 © Foto: Blandine Wittkopp
Bärbel Kloppstech / 21.10.2003, 08:27 Uhr - Aktualisiert 26.11.2012, 08:57
Lebus (In House) Von Bärbel KloppstechLebus (MOZ) Archäologin Blandine Wittkopp aus Berlin ist sich ziemlich sicher: Der große Feldstein, der da gerade mit dem Greifer ganz unspektakulär aus der tiefen Erde gehoben wird, gehört zum Fundament des einstiges Domes aus dem 13. Jahrhundert auf dem Schlossberg in Lebus. Die Fundamentreste entstammten sogar wahrscheinlich dem Chor der einstigen Bischofs-

kirche, sagt die Archäologin. Der Chor sei etwa neun Meter breit und einschiffig gewesen, vermutet sie anhand der Graben-

umrisse.Die archäologischen Grabungen zu den Wasserleitungs- und Straßenbauarbeiten auf dem geschichtsträchtigen Hügel in Lebus werden von der Berliner Archäologin im Auftrage der Stadt Lebus seit Anfang September begleitet. Unterstützt wird sie bei ihrer zeitaufwändigen Aufgabe von einer ABM der evangelischen Kirche unter Leitung von Rainer Schulz. Mit dem ehemaligen Bodendenkmalpfleger hat sie einen engagierten Mann vom Fach an ihrer Seite, der bereits vor einigen Wochen mit seiner Truppe den spektakulären Bronzehort sicherte.An geschichtsträchtigen Orten, wie dem Schlossberg von Lebus mit dem 1124 gegründeten Bischofssitz bis zu dessen Verlegung 1276 nach Göritz sind baubegleitende archäologische Grabungen gesetzlich vorgeschrieben. Auch wenn die Bauleute dadurch nur „meterweise“ vorankommen und die Anwohner durch die verlängerte Bauzeit belastet werden. Für die Archäologin ist es eine spannende Aufgabe. Zumal die Wissenschaftler sich bisher immer über den Standort der Bischofkirche stritten. Die gegenwärtigen Funde von den Fundament-

resten, den fünf Gräbern und den Resten von Grubenhäusern aus dem 12. Jahrhundert tragen wesentlich zu neuen Standort-Erkenntnissen, auch des Domes und seiner vermutlichen Ausmaße auf dem Schlossberg bei,so die Archäologin. Die Funde werden von ihr und ihren Helfern dokumentiert, gesichert und kommen ins Landesmuseum für Ur- und Frühgeschichte. Die archäologischen Untersuchungen beschränken sich dabei, auch aus finanziellen Gründen, auf den begrenzten Baubereich. Und wäre der große Feldsteinbrocken vom Dom-Fundament nicht der neuen Wasserleitung auf dem Schlossberg im Wege gewesen, würde er ganz sicher weiter unbehelligt in der Erde liegen.

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