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Erinnerungswäldchen auf dem Petershagener Friedhof vorgestellt

Ort des Innehaltens geschaffen

Vorgestellt: Viele Interessierte lauschten in Petershagen im Erinnerungswäldchen der Rede von Pfarrer i. R. Schlemmer.
Vorgestellt: Viele Interessierte lauschten in Petershagen im Erinnerungswäldchen der Rede von Pfarrer i. R. Schlemmer. © Foto: Dirk Schaal
Dirk Schaal / 27.11.2012, 07:05 Uhr
Petershagen-Eggersdorf (dl) Bevor das Erinnerungswäldchen auf dem Petershagener Friedhof vorgestellt wurde, gab es am Totensonntag eine Andacht und Kranzniederlegung am Gedenkstein der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

19 Grabsteine liegen auf der kleinen Anhöhe unweit der Kapelle. "Es sind keine großen Namen berühmter Leute darunter, denn unser Dorf war - und ist wohl auch heute noch - ein Dorf der kleinen Leute", erklärt Pfarrer i. R. Christoph Schlemmer. Auf Anregung von Friedhofsmeister Kurt Skusa und tatkräftiger Hilfe von André Albrecht hat die Arbeitsgemeinschaft "Erinnerungskultur" einen zeitlosen Ort des stillen Innehaltens geschaffen.

Wichtig waren den Initiatoren: Steine, die an Menschen aus unserem Ort erinnern, die durch ihre Tätigkeit im Gedächtnis bleiben sollten. Weiterhin Steine mit besonderen Berufsbezeichnungen, erhaltenswerter künstlerischer Schrift-, Bild- oder Textgestaltung oder bemerkenswerter bildhauerischer Gestaltung sowie solche, die dem Gedenken besonderen Anstoß geben. Als ersten Versuch bezeichnete Christoph Schlemmer den gegenwärtigen Stand des Wäldchens. Gemeindevertreterin Karin Reimann freute sich, dass schon Geschichten zu den stummen Zeitzeugen erzählt werden können. Viel Verständnis, Zustimmung und reichlich Erinnerungen kamen von den Angehörigen, die der Aufnahme in das Erinnerungswäldchen zustimmen müssen, erklärte sie.

Ein Stein gibt Auskunft über das Leid einer Mutter über den Verlust ihrer fünf Söhne in Kriegswirren. Auf einem anderen folgte Ursula mit einer liebevollen Inschrift ihrem Mann Fritz Haupt, wie die älteste Tochter Luina-Maria Mahlendorf am Ort erzählte. Erinnerungen und Tränen kommen bei ihr hoch. Die Eltern ihres Mannes Heinz Mahlendorf sind ebenfalls im Wäldchen verewigt. Stolz erzählt er vom kleinen Laden in der Hennickendorfer Straße, der heutigen Wilhelm-Pieck-Straße. 92 Handelstreibende gab es damals dort. Erinnerungswäldchen - diesen Namen trägt der am Sonntag vorgestellte Ort, hört man den Nachkommen zu, zu Recht.

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