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Heizöl wird etwas billiger

Hajo Zenker / 05.12.2012, 19:51 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Der erste Schnee ist gefallen – doch auch der Heizölpreis ist gefallen. Der in diesem Jahr ausgerechnet im Hochsommer besonders hoch war. Ob deshalb jetzt Hausbesitzer mit Ölheizung beim Einkauf kräftig zuschlagen sollten, darüber streiten die Marktbeobachter.

Die Aussage ist eindeutig: Die Heizölhändler meldeten am Mittwoch „nochmals Preisabschläge von bis zu einem Cent je Liter. Damit ist Anfang Dezember Heizöl als attraktiv für die Winterbevorratung zu bezeichnen.“ Das lässt der Marktbeobachter Tecson, eigentlich ein Hersteller von Tankmesstechnik, etwas ungelenk auf seiner Internetseite verlauten. Dort kann man auch einen bundesweiten Durchschnittspreis von 89,20 Euro für 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern) finden. Anfang November musste man demnach noch 95 Euro zahlen.

Und auf der Seite des Mitteldeutschen Handelsverbandes für Brennstoffe, Mineralöle und Energieservice, Interessenvertretung der mittelständischen Firmen der Branche in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt, lässt sich die Aussage finden: „Heizöl kostet aktuell so wenig wie seit Anfang August nicht mehr!“ Der Mittwochspreis im deutschen Durchschnitt wird mit 89,26 Euro angegeben, 71 Cent weniger als am Dienstag. Das ist dem Preisarchiv der Seite brennstoffhandel.de zufolge fast auf Vorjahresniveau (88,24) und immerhin vier Prozent billiger als noch vor einem Monat. In Berlin-Brandenburg übrigens ist der Brennstoff noch etwas günstiger – 86,39 Euro gibt die Seite heizoel24.de für Mittwoch an.

Diese Euphorie der Internetseiten mag Rainer Wiek, Chefredakteur des Energie-Informationsdienstes (EID), nicht teilen: „Heizöl ist nach wie vor teuer! Wir haben schon sehr lange sehr hohe Preise.“ Im Juni sei es in diesem Jahr mit 85 Euro für 100 Liter noch am erträglichsten gewesen. „Aber 2009 lagen wir bei 57 Euro. Die Preise waren also 2012 noch niemals günstig, sie schwanken auf hohem Niveau. Die Heizölkunden warten nicht umsonst so lange ab und kaufen häufig nur Teilmengen in der Hoffnung auf deutliche Preissenkungen in absehbarer Zeit.“

Das ist eine Beobachtung, die Torsten Plöger, Leiter Handel bei der Calox Handel und Dienstleistungen GmbH aus Fürstenwalde (Oder-Spree), so nicht bestätigen kann. Traditionell ließen die Kunden ihre Tanks im Herbst auffüllen. „Seit Mitte September hat man bei uns Schlage gestanden. Nun aber ist es ruhiger geworden.“ Dabei sei jetzt der Preis deutlich günstiger als noch vor vier Wochen. „Und er fällt weiter.“ Das sei im Übrigen zum Jahresende ganz normal. Da dann viele Kunden längst ihre Vorräte aufgefüllt hätten und lieber an das Besorgen der Weihnachtsgeschenke dächten, sinke die Nachfrage – und damit der Preis. Und das sei, von kurzen Preissprüngen bei extremer Kälte abgesehen, ganz unabhängig vom Wetter. Und wer jetzt noch einiges Heizöl vorrätig habe, dem könne er nur raten, mit dem Kauf noch zu warten. „Der Preis fällt bestimmt noch weiter.“

Das mag Rainer Wiek so nicht unterschreiben. Er kann in diesen teuren Zeiten keine Trendwende hin zu günstigen Preisen erkennen. Was er jedoch registriert, sind aufmerksamere Kunden: „Sie beobachten viel mehr, informieren sich häufiger. Und das ist gut. Denn bei der Menge Heizöl, die in die Tanks eines Hauses passt, summieren sich auch kleinere Preisunterschiede. Jeder Euro zählt schließlich.“

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