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Frankfurter und Slubicer nutzen Verbindung / Wunsch nach häufigerer Abfahrt am Bahnhof

Fahrgäste froh über neue Buslinie

Über Mittag Endstation: Nach 8.35 Uhr bis 14.35 Uhr fahren die Busse am Gräfin-Dönhoff-Gebäude ab.
Über Mittag Endstation: Nach 8.35 Uhr bis 14.35 Uhr fahren die Busse am Gräfin-Dönhoff-Gebäude ab. © Foto: MOZ/Annette Herold
Annette Herold / 14.12.2012, 20:35 Uhr - Aktualisiert 14.12.2012, 22:44
Frankfurt (MOZ) Nach einer knappen Woche zeigt sich SVF-Chef Michael Ebermann zufrieden mit dem Start des grenzüberschreitenden Stadtbusses. Fahrgäste sind froh über die neue Linie, haben aber noch Verbesserungsvorschläge.

"Gut, dass ich einen Zug früher genommen habe." Freitags unternimmt der Berliner Klaus Pretzel immer seine Einkaufstour nach Slubice wie er sagt, und weil er dieses Mal eher losgefahren ist als sonst, hat er gerade noch den letzten Morgen-Bus vom Bahnhof über die Grenze erwischt. Der fährt um 8.35 Uhr, über Mittag startet die Buslinie 983 auf deutscher Seite an der Europa-Universität, um nach Slubice zum Plac Bohaterow (Heldenplatz) zu fahren.

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Buslinie - Frankfurt - Slubice

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Dort um die Ecke wohnt ein Mann, der in der ersten Woche schon fast zum Stamm-Fahrgast geworden ist, wie ein Busfahrer erzählt. Er müsse regelmäßig zum Arzt, habe der Pole ihm erzählt, und weil er in Frankfurts Zentrum ohnehin fürs Parken bezahlen müsse, könne er sich doch auch gleich einen Busfahrschein kaufen.

Die Frankfurter Buslinie 983 ist der erste grenzüberschreitende öffentliche Nahverkehr zwischen Deutschland und Polen. Am Sonntag wurde der Start des Grenzbusses mit politischer Prominenz gefeiert.
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Buslinie Frankfurt - Slubice

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Das muss Erika Kowallek zwar sowieso, wenn sie in die Stadt will. "Zu Fuß vom Südring ist es mir zu weit", erzählt die 67-Jährige. "Und ein Auto habe ich nicht." Aber Anlaufpunkte in Slubice: In den Supermarkt geht sie, um den polnischen Käse zu kaufen, der ihr so schmeckt. Beim Konditor holt sie hin und wieder Kuchen fürs Kaffeekränzchen und von Zeit zu Zeit lässt sie sich in der Nachbarstadt auch die Haare machen. Was Erika Kowallek bedauert, ist, dass sie am Vormittag immer erst zum Brunnenplatz muss, um dort in den Bus umzusteigen. Die Straßenbahnlinie 4 hält fast vor ihrer Haustür; am Bahnhof könnte sie bequem umsteigen. So muss sie sogar zweimal wechseln, weil die 4 am Platz der Republik in nach rechts in Richtung Stadion abbiegt.

Bei der Stadtverkehrsgesellschaft SVF ist man indes weiter dabei, Erfahrungen zu sammeln. Für ein Fazit mit Substanz sei es noch viel zu früh, sagt SVF-Geschäftsführer Michael Ebermann. Mit dem Start der Linie ist er aber zufrieden. Auch für die Busfahrer habe sich das Projekt gut angelassen, findet er. Sechs SVF-Mitarbeiter fahren momentan die Linie 983, die wochentags 21-mal zwischen beiden Grenzstädten unterwegs ist.

Dass kommt Ewa Kotynska gut zupass. Noch lieber hätte die 25-jährige Frau aus Slubice zwar eine Straßenbahn, aber mit dem Bus das sei doch schon ein guter Anfang findet sie. Aufmerksam hat sie verfolgt, wie lange um die Nahverkehrsverbindung gerungen wurde, und nun ist sie an den ersten sechs Tagen schon mindestens zehn Mal mit dem Bus nach Frankfurt gefahren: Um in Magistrale, Oderturm und Lenné Passagen Weihnachtsgeschenke zu kaufen; um mit ihrer Tochter in die Schwimmhalle zu gehen und einmal, um mit der ganzen Familie Freunde zu besuchen, die in der Bergstraße wohnen. Für diese Besuche habe die Familie, sonst immer das Auto genommen, erzählt sie und freut sich, dass jetzt wenigstens auch ein Glas Sekt zum Anstoßen drin ist.

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Hulda 27.08.2013 - 19:19:15

Alle einer Meinung?

In keiner sozialen Gruppe, Frau Gruber, waren jemals und werden jemals ALLE einer Meinung sein, das ist eine bewährte Erfahrung.

Jürgen Napieralla 04.01.2013 - 02:52:21

Gerade unsere heutige bundesdeutsche Demokratie lässt ein Ausscheren zu

Gerade heutzutage, in der gefestigten, in der lebendigen bundesdeutschen Demokratie, die die Freiheit aller garantiert, die in jedem Falle erhaltenwert ist, lässt sich, im Vergleich zu den beiden zum Glück, 1945 und 1990, untergegangenen / erfolgreich abgeschafften deutschen Unrechtsdiktaturen, ein " Ausscheren " realisieren, denn das heisst, wir Bundesbürger im zum Glück freien und demokratischen Deutschland können und sollten sogar eine überholte, eine alte, uralte oder falsche Meinung genauso wie diktatorische oder Menschen ausgrenzende oder menschenverachtende Meinungen endlich auch über Bord werfen können, es eben erlernen und somit eine neue Meinung haben, die sich, und das bedeutet ein " Ausscheren ", von derjenigen Meinung klar unterscheidet, die wir vorher mit anderen Menschen evtl. mal gemeinsam hatten. Dieses demokratische Ausscheren nach dem Prinzip der demokratischen Meinungspluralität ist ja die Garantie dafür, dass das von Einigen gewünschte Wiederinstallieren alter und uralter Diktaturen in Deutschland von den Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland, auch in der Gegenwart und in der Zukunft, nicht mehr, und schon gar nicht erneut, zugelassen wird. Schon der kluge Bertold Brecht wusste es, indem er schrieb: " Wehret den Anfängen...! " Jürgen Napieralla

Gruber 19.12.2012 - 10:44:12

@Jürgen Napieralla

Als Abgeordneter werden Sie ihren Posten nicht lange behalten sollten Sie aus dem verordneten Fahrwasser ausschehren. Deshalb sind alle einer Meinung.

Europäer 19.12.2012 - 10:04:16

Deutsche und Polen können Freunde sein

Jeder einzeln, wenn man sich kennen lernt, privat, so wie man Freunde eben findet. Verordnete Freundschaft ist keine.

Jürgen Napieralla 18.12.2012 - 16:44:01

Die Völkerfreundschaft zwischen Deutschen und Polen bleibt immer ein hohes Gut

Wir MOZ- Leserkommentatoren, auch Sie, KEINE AHNUNG, werben doch hier in der MOZ- online- Zeitung nicht, jedenfalls ich nicht. Wir verordnen hier doch auch nichts, so wie die Mediziner den Patienten, über Rezepte, die notwendigen Medikamente. Deshalb bleiben alle Abgeordneten in der freien und demokratischen Bundesrepublik Deutschland, d.h. eben alle in allen Parteien, immer auch, zum Glück, die vom Volk gewählten ABGEORDNETEN, unabhängig davon, welcher Farbe sich politische Parteien verpflichtet fühlen. Falls Sie aber meinten, dass sich die BürgerInnen, wie eine gute Medizin, durch freie, geheime und wirklich demokratische Wahlen, die Abgeordneten sozusagen demokratisch selbst " verordnen ", dann ist doch dagegen auch nichts einzuwenden. Pluralität der Meinungen ist auch ein hohes Gut. Meinungsäußerungen sind aber meines Erachtens niemals gleich " widerwärtig ". Jürgen Napieralla

V. Derlinger 17.12.2012 - 18:32:30

Gute Lösung !

Die neue grenzüberschreitende Buslinie , die Frankfurt (Oder) und Slubice nun auch per Bus verbindet, ist eine gute Lösung. Hier sind die Erfordernisse einer guten Entwicklung zwischen beiden Regionen berücksichtigt worden. Nach einem halben Jahr wird es neue Erkenntnisse zur Streckenführung und zum Fahrplan geben und dann wird man weiter sehen. Mit der Buslinie sind auch bereits bestehende Verkehrsverbindungen auf beiden Seiten der Oder sinnvoll miteinander vernetzt worden.

Einfach nur Ich 17.12.2012 - 07:26:56

Ich finde es toll

Es ist mir eigendlich egal was manche über Frankfurt sagen ,aber das mit dem bus Nach Polen finde ich gut nur leider hat sich das noch nicht so rum gesprochen und ich finde einmal in der stunde ist einfach zu wenig um dem Bus auszulasten . Also ich würde mir für das Jahr 2013 wünschen das er viel öfter fährt un das man den Leuten dieses angebot noch schmackhhafter macht ,den die leute die aus Berlin und dem Umland unsere Busse besetzen wissen garnicht das es soeine Buslinie bei uns gibt.

Keine Ahnung 16.12.2012 - 22:05:05

@Napieralla

Kann es sein das Sie zu den Linken der Linkspartei gehören, die sich hier vor lauter Stolz auf die Brust klopfen, weil hier 90000 Euro Steuergelder verbrannt wurden? Von den Roten kann man nichts anderes Erwarten. Widerwärtig nenne ich soetwas. Tolle Werbung für die Roten in dieser Stadt. Sehr überzeugend diese Verabschiedung unserer Verordneten, es ist ja nicht ihr Geld gewesen.

Jürgen Napieralla 16.12.2012 - 19:16:15

Nachbarschaftsbus und Grenzstädte- Logo überzeugen wirklich

Es ist geschafft! Das neue Städtenachbarn- Logo: ( Slubice und Frankfurt ) an der Oder und die Nachbarschaftsbuslinie sind gelungen und sehr überzeugend. Hiermit ein Dank an die Macher des Logos und an die Stadtverordneten von Frankfurt ( Oder ) und Slubice ( Oder ), denn sie verabschiedeten das neue Logo. Jürgen Napieralla

Wilma Poppen 15.12.2012 - 08:37:47

Bus zum Nachbarn

Zu welchen Nachbarn? Ist damit etwa Polen gemeint? Die Polinnen und Polen an sich sind nämlich stolz darauf Polen zu sein. Als limpige Nachbarn lassen die sich nicht bezeichnen. Vielleicht sollte die Journaille mal begreifen das Pole kein Schimpfwort ist. Nur weil man in der Ostzone nicht Russe sagen durfte ist das kein Grund die Polen nicht Polen zu nennen. Wir sind auch einfach nur Deutsche. Das kann doch so schwer nicht zu begreifen sein?

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