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Bogen zur Gegenwart

Rundgang zur Eröffnung: Gedenkstättenleiter Gerd-Ulrich Hermann führt Ministerpräsident Matthias Platzeck durch die neue Dauerausstellung auf den Seelower Höhen.   Foto: Johann Müller
Rundgang zur Eröffnung: Gedenkstättenleiter Gerd-Ulrich Hermann führt Ministerpräsident Matthias Platzeck durch die neue Dauerausstellung auf den Seelower Höhen. Foto: Johann Müller © Foto: Johann Müller
Marco Marschall / 16.12.2012, 18:52 Uhr - Aktualisiert 16.12.2012, 19:02
Seelow (MOZ) 18 Monate hat die Umsetzung gedauert, fast eine halbe Million Euro die Neugestaltung der Gedenkstätte gekostet. Nun hat Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck die neue Dauerausstellung im Museum auf den Seelower Höhen eröffnet, die sich auch mit sich selbst beschäftigt.

"Als wir nach Gusow zurückkamen, war unsere Straße nur noch ein rauchender Trümmerhaufen", berichtet Konrad Schulz sichtlich bewegt. "Und was wir unterwegs gesehen haben, die Kriegsgeräte, die toten Soldaten, die aus den Panzern hingen. Es war grausam", fährt der Zeitzeuge im Film fort. Nach der Evakuierung seines Dorfes unweit der Seelower Höhen im Frühjahr 1945 kam er nur wenige Tage später dorthin zurück. Schulz erzählt, wie er als Kind die toten Tiere begraben musste. Die Erwachsenen kümmerten sich um die Menschenleichen.

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Ausstellungseröffnung Seelower Höhen

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Es ist einer der kurzen Videomitschnitte, welche die Ausstellung im Museum der Gedenkstätte auf den Seelower Höhen nun bereichern. An modernen Medienstationen kann sich der Besucher diese und andere Bewegtbildbeiträge per Touchscreen aufrufen. Nur eine Neuerung in der überarbeiteten Dauerausstellung, die am Sonnabend feierlich eröffnet wurde. Land und Bund haben die Neugestaltung der Gedenkstätte mit 450 000 Euro gefördert. Dazu gehört auch das mehrsprachige Informationssystem in der Außenanlage, das schon im April übergeben wurde.

Feierliche Eröffnung der neuen Dauerausstellung in der Gedenkstätte Seelower Höhen zum 40-jährigen Bestehen mit Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD).
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Bundes- und Landtagsabgeordnete sowie Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck und Vertreter der Russischen Förderation waren nach Seelow gekommen, um dem abschließenden Festakt beizuwohnen, der gleichzeitig das 40-jährige Bestehen der international anerkannten Gedenkstätte markiert. Platzeck bezeichnete die Seelower Höhen in seiner Rede im Kreiskulturhaus als "Nahtstelle Europas", "einen der wichtigsten Orte des Gedenkens in ganz Brandenburg". Nach Auffassung des Ministerpräsidenten sei mit der neuen Dauerausstellung ein differenzierter Umgang mit der Vergangenheit gelungen. Audiovisuelle Medien seien in überzeugender Weise eingesetzt worden.

Tatsächlich finden Besucher auf den hellen Informationstafeln des dunklen Museumsraumes viel Neues. Wie Gedenkstättenleiter Gerd-Ulrich Hermann erläutert, ist die Ausstellung in drei Komplexe unterteilt. Während sich der erste mit dem Krieg und den Nachkriegsjahren beschäftigt, zeigt der zweite den Umgang mit der Gedenkstätte von ihrer Entstehung bis 1989, als die Seelower Höhen auch für Propagandazwecke der DDR-Obrigkeit dienten. Ein dritter Komplex behandelt die Geschichte der Stätte von 1989 bis heute. Denn wie Märkisch-Oderlands Landrat Gernot Schmidt in seiner Rede betonte, sei der Erhalt des Museums nach der Wiedervereinigung nicht selbstverständlich gewesen. Viele Anfeindungen habe er damals wegen seines Einsatzes für die Gedenkstätte einstecken müssen.

Neben dem Kriegsgeschehen beschäftigt sich die Ausstellung auch mit sich selbst. Das 1972 errichtete Ausstellungsgebäude, das dem Gefechtsstand der Roten Armee bei Reitwein nachempfunden worden war, wird im Sinne des Projektteams selbst zum Exponat. Die Schlacht auf den Seelower Höhen sowie die Kriegsfolgen werden im ersten Teil dokumentiert. Auf die Ausstellung von Kriegsgerät wurde, abgesehen von zwei Soldatenausrüstungen, verzichtet. Stattdessen wurde versucht, einen chronologischen Zeitverlauf bis in die Gegenwart herzustellen.

Dabei bleibt die Auswahl des Informationsmaterials überschaubar. Die Gefahr, dass sich der Besucher in einer Flut von Texten verliert, besteht nicht. Die Erläuterungen sind auf Deutsch und Englisch zu lesen. Ziel seien Übersetzungen ins Polnische und Russische, kündigte Gerd-Ulrich Hermann zum Festakt an.

Viel Lob war auch unter den Besuchern zu vernehmen, die sich neben Medienvertretern am Sonnabendvormittag im Anschluss an die Reden auf die nur 80 Quadratmeter Ausstellungsfläche drängten. Ein paar Mäkeleien an der Aufmachung der Informationstafeln und zaghafte Begegnungen mit der neuen Technik gehörten auch dazu.

Im Schnelldurchlauf führte Gerd-Ulrich Hermann den Ministerpräsidenten und die internationalen Gäste durch den Raum. Gelegenheit, sich in aller Ruhe mit den Exponaten zu beschäftigen, gab es erst im Anschluss an den offiziellen Teil, ohne Kameras, Mikrofone und Blitzlicht. Viele Anwesende versprachen wiederzukommen.

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einstein 17.12.2012 - 16:14:17

Die Wahrheit liegt auf der Straße

Man vergräbt Stolpersteine, dass man nicht darüber stolpert......und man schrettert Akten, um sich nicht damit die Finger zu verbrennen. Der Regenbogen ist real, aber nur bei einem bestimmten Blickwinkel. Und einen "Bogen zu schlagen" ist auch nur eine angebliche Weisheit, die aber genau den Ausgangspunkt zeigt............einfach Geschichte überbrücken und weiter machen damit. Das Start-Jahr kann man sich ja aussuchen, aber nicht das "Landejahr", heute. Und so knüpft man ganz einfach an ein scheinbares Enden der Geschichte wieder an, und keiner merkt es. Macht weiter so "Jungs und Mädels". "Glück auf" sagt man beim Bergmann, aber für die Politik nicht brauchbar.

einstein 17.12.2012 - 15:37:29

@dreistein...???

Ich verstehe deine Frage nicht. Verfolgst Du nicht die täglichen Infos der Massenmedien? Lebst Du auf einer Insel? Deutschland steht, nach meinem Begriff, unter „Verbot“ von "Kriegswaffenproduktion“. „Enkel von Adolf“ leben doch heute noch, und wenn sie heute „Merkel“ als Namen tragen. Das ewig alte Sprichwort: „Das Ergebnis gibt der Tat den Titel!“ kann doch keiner wegwischen. Ich weis nicht was das Getue mit „Frieden“ unter der Merkelregierung zu suchen hat. Menschenskind, mach die Augen und Ohren auf.

dreistein 17.12.2012 - 15:01:30

@einstein

die dort anwesenden wollen also das dritte reich samt krieg zurück?! interessante theorie....

einstein 17.12.2012 - 13:36:59

Man erinnert nur an die Vergangenheit...

...wenn man zu ihr zurückkehren will.

Edeltraud Lademann 17.12.2012 - 12:17:02

Der Reflex beim Durchtrennen des Einweihungsbandes

Mir sprang die unpassende Fröhlichkeit auch sofort ins Auge. Der Fotograf trägt daran aber keine Schuld. Er hat da nichts zu gestalten oder umzugestalten. Er wählte als Eingangsbild das Gruppenbild der Poliker beim Durchtrennen des Einweihungsbandes. Und diese lächelten wie gewohnt, diesmal aber unpassend. Vielleicht stellten sie das sogar beim Betrachten des Pressefotos selbst fest. Sie würden mir aber noch weniger zusagen, verstünden sie sich demnächst auf bewusste Täuschung.

wolfgang2 17.12.2012 - 09:17:34

Seelower Höhen: Platzek eröffnet Ausstellung ---Startseite MOZ

Der Beitrag von @WURSCHT bezieht sich auf eine vorherige gelöschte Wortmeldung meinerseits, in der ich mir löschungsträchtig erlaubt habe, auf die lachenden/lächelnden Gesichter auf dem Bild der Startseite hinzuweisen, die eher zu einer lustigen Veranstaltung als einer Eröffnung einer so geschichtsträchtigen Stätte passen. Derm Bildgestalter hatte ich Niveaulosigkeit vorgeworfen. Letzters nehme ich zurück und bescheinige ihm lediglich Instinktlosigkeit. Außerdem bleibe ich trotzdem dabei, daß die Gesichter eher zu einer Veranstaltung von Jürgen von der Lippe, als zur Eröffnung einer Ausstellung über die Tragik des erbitterten Kampfes um die Seelower Höhen passen. (Kommt dieser Kommentar oder nicht?; Löschen oder nicht? Das ist hier die 'Frage)

Manfred Sassin 17.12.2012 - 08:24:57

Mahn- und Gedenkstätte gegen Krieg und für die Opfer

- diese beiden Grundaussagen in eindeutigerer Qualität genügen vollauf. Deutschland befindet sich -entgegen jeder Vernunft und dem Willen der Mehrheit der Bürger- heute wieder im Krieg, unzählige Opfer auf "beiden" Seiten, damals wie heute, werden vernachlässigt und beschönigt. Hier sollte man tatsächlich einen ernsthaften "Bogen zur Gegenwart" spannen. Zusätzliche Selbstbeweihräucherungen der "Gedenkstätte" und eine versuchte Schuldverschiebung des Massensterbens auf den Seelower Höhen auf Nachkriegszeit und DDR- "Obere" sollen von den wirklichen Ursachen und Schuldigen des Krieges und dieser Schlacht eher ablenken. Schade, dass das öffentlich unser Ministerpräsident und auch die Masse der Medien bisher nicht erkennen konnten oder wollten.

wolfgang2 16.12.2012 - 21:15:14

Bogen zur Gegenwart

@WURSCHT Antwort: "Nein". Vielleicht ist das der neue Ausdruck der Bewältigung der Vergangenheit ohne Antisemitismus..

Wurscht 16.12.2012 - 20:05:01

Angepaßt

Vielleicht snd die Gesichter ja der Ausstellung angepasst. Schon mal daran gedacht?

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