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Grundschüler proben den Ernstfall

Unverhoffte Pause: Bei einem Probealarm verlassen am Donnerstagvormittag Schüler der Salvador-Allende-Schule das Gebäude in der Krausenstraße. Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen gehen sie zum Sammelplatz am Schützenplatz. Ihre Schulleiterin Sybille Fuhge (li
Unverhoffte Pause: Bei einem Probealarm verlassen am Donnerstagvormittag Schüler der Salvador-Allende-Schule das Gebäude in der Krausenstraße. Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen gehen sie zum Sammelplatz am Schützenplatz. Ihre Schulleiterin Sybille Fuhge (li © Foto: Inga Dreyer
Inga Dreyer / 22.05.2015, 07:24 Uhr
Wriezen (MOZ) Viel wurde in den letzten Monaten an der Allende-Schule gebaut, doch die Änderungen fallen auf den ersten Blick kaum auf. Brandschutztüren, Elektrik, Alarmanlage: Wenn Feuer ausbricht, ist nun alles auf dem aktuellen Sicherheitsstand. Außerdem schützen neue Jalousien an der Südseite die Schüler vor zu viel Sonne.

Ruhe in der Krausenstraße. Die Grundschüler haben Unterricht. Sie wissen nicht, dass Marion Sattelberg und Sybille Fuhge von der Schulleitung vor dem Eingang stehen und die Ohren spitzen. Plötzlich durchbricht ein auf- und abschwellender Heulton die Stille. Kurz darauf geht die Tür auf, Schüler laufen hinaus, gehen mit ihrer Lehrerin zum Schützenplatz, dem Sammelplatz für den Alarmfall.

Normalerweise wird Anfang des Schuljahres ein Feueralarm ausgelöst. Dieser hier ist ein Sonderfall. Die Schulleiterin möchte die neue Technik überprüfen und Lehrer und Schüler damit vertraut machen. Seit dem Spätsommer vergangenen Jahres ist der Brandschutz an dem Gebäude an der Hospitalstraße an die aktuellen Vorgaben angepasst worden. Aber auch im Grundschulteil in der Krausenstraße haben sich etwa die Alarmtöne verändert.

Inzwischen sind die Bauarbeiten beinahe abgeschlossen. An der Elektrik werde noch gefeilt, außerdem müssten Experten wie ein Brandschutzprüfer, die Feuerwehr und die Brandschutzdienststelle vom Landkreis die Baumaßnahmen abnehmen, erzählt Mandy Schöning vom Ingenieurbüro Ulrich Schulz in Wriezen. Sie betreut das Projekt in der Krausenstraße, an dem etliche Firmen beteiligt waren - die meisten aus der Region, wie das Wriezener Bauunternehmen Tonne oder der Dachdecker Marco Riemelt. Da die Baumaßnahmen Rücksicht auf den Schulbetrieb nehmen mussten, war Flexibilität gefordert. Mandy Schöning betont, wie unkompliziert und kooperativ die Betriebe mitgewirkt haben.

Insgesamt hatte die Stadt Wriezen für die Baumaßnahmen 317000 Euro in den Haushalt für 2014 eingestellt. Die genauen Kosten könnten erst nach Abschluss der Arbeiten ermittelt werden, sagt Bauamtsleiter Karsten Ilm. Erst dann werde sich auch zeigen, in welcher Höhe die Stadt Fördergelder bekomme.

Die Brandschutzauflagen zu erfüllen, ist eine Pflichtaufgabe. In diesem Zuge sind jedoch auch andere Probleme angegangen worden. So wurden an der Südseite des Gebäudes an der Hospitalstraße Jalousien angebracht, die die Klassenräume vor praller Sonneneinwirkung schützen. Die Raffstores verändern ihre Stellung je nach Sonneneinstrahlung automatisch, erklärt Mandy Schöning. Die grauen Lamellen sind die sichtbarste Veränderungen durch die vielen Baumaßnahmen der vergangenen Monate. Ansonsten wurden neue, leuchtende Fluchtschilder angebracht und einige Türen entsprechend der Vorgaben verbreitert. In den meisten Klassenräumen wurde außerdem eine zweite Tür eingebaut, erklärt Mandy Schöning.

Vieles funktioniert jetzt automatisch. René Will vom Hausmeisterservice WSD erläutert das an einem Beispiel: Wenn in einem Treppenhaus Feuer ausbricht, verriegeln sich die Brandschutztüren automatisch. Die Schüler können nicht ins Treppenhaus flüchten, sondern durch die Hintertür des Klassenzimmers in den Gang, wo das Feuer nicht hinkommen kann.

Eigentlich sollte bereits alles fertig sein. Ein Grund für die Verzögerung sei die späte Baugenehmigung, erzählt Mandy Schöning. Auch die Elektroarbeiten hätten sich länger hingezogen als geplant. Wie immer bei einer so komplexen Maßnahme gibt es auch Überraschungen. Durch die dicht verschlossenen Brandschutztüren höre man die Schulklingel in den Klassenräumen kaum noch, erzählt Sybille Fuhge. Jetzt ist die Unruhe der Schüler der Haupt-Indikator dafür, dass sich die Pause nähert.

Der Sonnenschutz funktioniere gut, berichten Marion Sattelberg und Sybille Fuhge. Noch staunen die Kinder, wenn sich die Jalousien plötzlich bewegen, erzählt Marion Sattelberg. Sie sei sehr froh, dass die Stadtverordneten diese Investition aufgenommen haben, betont Sybille Fuhge. Der Effekt sei bereits spürbar. Dadurch, dass die Lamellen schon bei den ersten Sonnenstrahlen zugehen, sei es in den Räumen viel kühler. "Vielleicht haben wir dann weniger Hitzefrei", sagt sie und lacht.

Die Kinder haben sich am Schützenplatz versammelt, die Lehrerinnen zählen durch. Alle da. "Ihr habt das spitze gemacht", lobt die Schulleiterin. Zuspruch können vor allem die Erstklässler gut gebrauchen. Denn die Kleinsten haben sich bei der unangenehmen Alarm-Sirene erschreckt. "Ein paar hatten Tränchen in den Augen", sagt Marion Sattelberg.

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