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Wald nutzt nicht nur der Luft und dem Grundwasser, sondern auch der Biesenthaler Stadtkasse

Winterlicher Tann als Wirtschaftsfaktor

Misst den Ertrag: Jürgen Hey, ehrenamtlicher Förster im Biesenthaler Stadtwald, hat nicht nur die Ernte von Holz im Blick. Er kümmert sich auch darum, dass wieder ein gesunder Mischwald heranwächst.
Misst den Ertrag: Jürgen Hey, ehrenamtlicher Förster im Biesenthaler Stadtwald, hat nicht nur die Ernte von Holz im Blick. Er kümmert sich auch darum, dass wieder ein gesunder Mischwald heranwächst. © Foto: Rainer Horn
Rainer Horn / 26.12.2012, 23:50 Uhr
Biesenthal (rho) Während nach dem Festtagsbraten das milde Wetter manchen zum Waldspaziergang lockte, ist der Wald für die Stadt Biesenthal ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Rund 100 000 Euro Erlös soll er im kommenden Jahr bringen.

Im Biesenthaler Wald geht es jetzt beschaulich zu. In der Zeit zwischen den Jahren, mit den besonders kurzen Tagen und den langen Nächten, sind relativ wenige Wanderer im Forst zu sehen. Vereinzelte Autospuren auf den Wegen lassen gelegentlich auf die Anwesenheit von Jägern schließen. Keine aufheulende Kettensäge stört das winterliche Idyll.

"Im Wald ist es jetzt ruhig bis zum kommenden März", bestätigt Jürgen Hey, ehrenamtlicher Förster im Biesenthaler Stadtwald. Die Holzernte sei längst abgeschlossen. Forstliche Technik werde deshalb jetzt nicht eingesetzt. Ausnahmen gäbe es jedoch wenn nach Stürmen oder durch Schneelast abgebrochenes Holz Wege versperrt. Nach solchen Ereignissen müssen die herumliegenden Stämme und Äste gesägt und vom Weg geräumt werden. Das sei nicht zuletzt ein Gebot des Brandschutzes, damit die Feuerwehren freie Fahrt haben, erklärt der Forstmann.

Im Revier ist das Besondere der kalten Jahreszeit zu spüren, auf Hügeln, in Senken oder an kleinen Fließen. Schier ungestört stehen die Wälder, als mache die Natur eine Pause. Die Natur kennt jedoch keinen Stillstand. Ein Reh, für das es keinen Winterschlaf gibt, ist gut im Futter und wechselt ohne Hast über den Weg in ein anderes Waldstück. Stress hat es offenbar, wie auch andere Artgenossen, nicht. "Die Tiere des Waldes sind - im Unterschied zum Menschen - an den Winter angepasst. Sie finden alle etwas zu fressen und leiden keine Not", schätzt Förster Hey fachkundig ein, der, wie er von sich sagt, sein ganzes Leben im Wald verbracht hat. "Es macht Rehen, Hirschen, Hasen, Füchsen oder Wildschweinen nichts aus, wenn es zwei bis drei Wochen Frost gibt und dazu noch Schnee liegt", fügt er an. "Die Rehe scharren die weiße Decke beiseite und kommen an Grünes heran". Der Mensch muss die Tiere nicht extra füttern.

Das große zusammenhängende Biesenthaler Waldgebiet bietet der heimischen Pflanzen- und Tierwelt guten Lebensraum. Das grüne Biotop ist jedoch nicht nur für die Luft gut, sondern auch notwendig, um das Grundwasser in der Region zu halten. Nach langen Jahren des Wachstums und der Pflege bringt schließlich die jährliche Holzernte manchen Euro in die Kasse.

"Die Stadt Biesenthal bewirtschaftet 1300 Hektar eigenen Wald", teilte Bürgermeister Andrè Stahl mit. In der Gemarkung seien außerdem noch etwa 1000 Hektar in privater Hand. "Von der Stadt wird viel Geld eingesetzt, um aus den forstlichen Monokulturen einen gesunden Mischwald wachsen zu lassen und den Wegebau für den Katastrophenschutz voranzubringen", spricht Förster Hey über seine Arbeit.

Zum Beispiel wurden dafür 2011 rund 110 000 Euro, davon 90 000 Euro Fördermittel, ausgegeben, informierte der stellvertretende Bürgermeister Dirk Siebenmorgen. Für die Aufforstung werde hauptsächlich Eiche gepflanzt, in geringer Stückzahl auch der Wildapfel, der Baum des Jahres 2013. Buchen säen sich im Wald allein aus und müssen in der Regel nicht vom Menschen gepflanzt werden, ebenso Birken. Für die Unterhaltung und Aufforstung seines Waldes hat Biesenthal für 2012 den Betrag von 75 200 Euro eingeplant, ist im Haushaltsplan nachzulesen. Im Jahr 2013 erwarten die Stadtväter aus ihrem Wald Einnahmen von 212 000 Euro. Für Holzernte und Aufforstung sollen in dem Zeitraum 106 000 Euro ausgegeben werden.

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