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Gersdorfer Atelier an der Weide abgebrannt / Nachbarn starten Spendenaktion

Gersdorfer Atelier an der Weide abgebrannt

Das Feuer verwüstete die gesamte Einrichtung bis aufs Unkenntliche.
Das Feuer verwüstete die gesamte Einrichtung bis aufs Unkenntliche. © Foto: Sören Tetzlaff
Steffen Göttmann / 28.12.2012, 08:00 Uhr
Gersdorf (MOZ) Die Künstler Christine Hielscher und Dietrich Jakobs stehen vor den Scherben ihrer Existenz. Ihr gemeinsames Haus mit Werkstatt und Sommeratelier ist in der Nacht zum Sonnabend abgebrannt. Nachbarn und Freunde haben jetzt eine Spendenaktion gestartet.

"Wir haben nichts mehr", sagt Christine Hielscher und stützt den Kopf auf die Hände. Lediglich die Kleider, die sie auf dem Leib trägt, sind ihr geblieben. Das Feuer vernichtete ihr gesamtes Hab und Gut, ein Teil ihrer sehr wertvollen älteren Bilder. Auch die Werkstatt von Dietrich Jakobs, seines Zeichens Filzkünstler, wurde ein Raub der Flammen. Und was das Feuer nicht vernichtete, dem gab das Wasser den Rest.

Die Brandursache ist noch ungeklärt. Spezialisten haben am Donnerstag in der Ruine mit den Ermittlungen begonnen. Das Künstlerpaar war nicht zu Hause, als das Feuer ausbrach. "Wir waren in Berlin", sagt Christine Hielscher. "Ich gehe immer noch mal durchs ganze Haus, bevor ich wegfahre und kontrolliere, ob alles ausgeschaltet ist", sagt sie. Sie sei sicher, nichts vergessen zu haben.

Es ist nicht alleine der materielle Wert, es ist die Dokumentation des Lebens, das in einer Nacht verbrannte. Christine Hielscher und Dietrich Jakobs haben die ehemalige Scheune aus dem Jahr 1910, die unter anderem als Schrotmühle genutzt wurde, innerhalb von acht Jahren liebevoll saniert und ausgebaut. Lediglich Elektro-, Sanitär- und Heizungsanlagen ließen sie von Fachfirmen bauen. "Das ist heute unser Glück", sagt Christine Hielscher.

Währenddessen starteten Nachbarn und Freunde eine beispiellose Spendenaktion. "Uns ist viel Hilfe zuteil geworden", sagt Christine Hielscher. Ortsvorsteher Maik Hölzer habe gleich die Schlüssel der Ferienwohnung von Walter Ziegler zur Verfügung gestellt, damit das Paar ein festes Dach über dem Kopf hat. Das zweite kleine Ateliergebäude ist nur auf den Sommerbetrieb ausgerichtet. Im Obergeschoss befinden sich zwei Räume, die aber nicht beheizt werden können.

Zu den ersten Helfern zählte Gerhard Rietz aus Gersdorf. Nachbarin Barbara Wolf habe ein Kabel über den Zaun gereicht, sodass die beiden Strom hatten. Susanne Neumann sowie Kerstin und Daniel Werner standen von Anfang an mit Rat und Tat zu Seite. Sie richteten am Donnerstag bei der Sparkasse Märkisch-Oderland ein Spendenkonto ein. Aber auch Sachspenden sind willkommen. Christine Hielscher braucht beispielsweise Staffeleien, um ihre Kurse halten zu können, die im Februar beginnen. "Ich will und muss weiterarbeiten", sagt sie. Wo die Kurse stattfinden, stehe indes noch nicht fest.

Es wäre schön, wenn sich eine Firma findet, die die beiden noch stehen gebliebenen Schornsteine abreißt, sagt Susanne Neumann. Im Keller lagert noch das unversehrt gebliebene Heizöl. Das Paar hatte erst vor Kurzem den 3500-Liter-Tank füllen lassen. Es haben sich bereits Freunde gefunden, darunter ein Eberswalder Handwerksmeister, die ihnen ein Teil des Öls abkaufen.

Das Feuer war am Sonnabendmorgen gegen 3 Uhr von einem Nachbarn gemeldet worden. "Als wir ankamen, brannte das Haus in voller Ausdehnung", sagte Einsatzleiter Mario Sarre aus Dannenberg, Zugführer des Löschzuges 1 der Amtsfeuerwehr und seit 14 Tagen stellvertretender Amtsbrandmeister. Als Löschwasserreservoir diente der Dorfteich. Zuerst seien die benachbarten Gebäude mit C-Rohren gesichert worden. Alle Feuerwehren des Amtes waren im Einsatz. Auch die Drehleiter der Eberswalder Berufsfeuerwehr kam zu Hilfe, um den Brand mit dem Monitor von oben zu bekämpfen. Zwischen 5 und 5.30 Uhr sei der Brand unter Kontrolle gewesen. Die Löscharbeiten endeten gegen 10.30 Uhr. 60 Feuerwehrleute und zehn Fahrzeuge waren im Einsatz.

Die Nummer des eingerichteten Spendenkontos bei der Sparkasse Märkisch-Oderland (BLZ 170 540 40) lautet 1014106253.

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Bernd Müller 28.12.2012 - 14:27:55

macht betroffen

ein großer Verlust für die Eigentümer aber auch für die Region. Hoffentlich zahlt die Versicherung wenigstens

D. Wolf 28.12.2012 - 11:50:35

d. wolf

Diese spontane Hilfe ist zu bewundern. Aber was ist mit vielen anderen Menschen, die in Not geraten sind, wer hilft denen. Das ganze Volk muss Banken retten, damit diese uns weiter abzocken können. Aber der einzelne wird links liegen gelassen, bis auf Ausnahmen. Durch Hilfe einzelner Statt den Banken den Hahn zu verschließen, damit diese sich auf Ihr ureigenes Geschäft beschränken, wird eine staatenlose Hilfe in Privat-Regie ins leben gerufen. Respekt vor den Helfern. Wo bleibt der Staat?

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