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Da ist Platzierung Nebensache

Auf geht's: Die Erwachsenen gehen auf dem Gutsgelände in Neuenhagen auf die Runde Richtung Trainierbahn
Auf geht's: Die Erwachsenen gehen auf dem Gutsgelände in Neuenhagen auf die Runde Richtung Trainierbahn © Foto: Uwe Spranger
Uwe Spranger / 02.01.2013, 07:21 Uhr - Aktualisiert 02.01.2013, 17:17
Neuenhagen/Strausberg/Eggersdorf/Mü. (MOZ) Mehrere hundert Menschen haben am Silvestertag das alte Jahr sportlich verabschiedet. Beim Silvesterlauf in Neuenhagen wurden 212 Teilnehmer gezählt, in Strausberg waren es über 150, und die Premiere am Flugplatz Eggersdorf erlebten etwa zwei Dutzend Sportbegeisterte.

Strausberg 31.12.2012 Silvesterlauf in Strausberg, Start durch die Rauchwolke des Böllers
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Bereits kurz nach 8 Uhr am Silvestermorgen hatten Jana Preuß und Gerald Sachs von Rot-Weiß Neuenhagen "plus Familie und drei, vier Freunde" auf dem ehemaligen Gutsgelände mit den Vorbereitungen für die dritte Auflage des Laufes begonnen. Knapp zwei Stunden später schwoll dann der Zustrom der Aktiven an. Nach einer kurzen Einstimmung mit Hinweis auf den 100. Geburtstag des Sportvereins im Sommer bewegten sich letztlich bei der Erwärmung mehr als 200 Körper nach Vorgaben von Jana Preuß im Takt der Musik. "Die letzten hatten sich gestern kurz vor Mitternacht angemeldet", erzählte sie. Wegen mehrerer Regengüsse tags zuvor waren die Organisatoren die Strecke noch einmal abgegangen und hatten sie an einigen Stellen verändert.

Verändert war auch der Start- und Zielbereich, der nun am Haustierhof Kuhmuckel lag. Dass es dort Toiletten gibt, war ein klarer Vorteil gegenüber dem bisherigen Standort direkt an der Trainierbahn. "Es gab schon einige Nachfragen", berichtete Gerald Sachs. Zum anderen könne am Haustierhof mit Kindern die Zeit besser überbrückt werden, während Elternteile laufen. Nicht zuletzt gibt es reichlich Parkplätze. "Wir hatten das Problem ja nie so richtig mitbekommen, weil wir immer ganz früh da waren", erzählt er, bevor er den Start für den Bambinilauf vollzog.

An dem nahmen auch Matti (4 Jahre) und Mara (6) Lemke teil - schon zum zweiten Mal. Sie wollen nächstes Jahr wieder mitmachen, sagten sie, während der Vater noch auf der Runde für die Erwachsenen war. "Früher ist er beim Plänterwaldlauf in Berlin gestartet, aber seit hier gelaufen wird, sind wir dabei", so seine Partnerin Doreen Lemke. Für die Knirpse gab es im Ziel kleine Überraschungen, für die Älteren Glühwein und Tee.

Manch einer, der vormittags in Neuenhagen auf die Strecke gegangen war, war nachmittags auch in Strausberg dabei. Zum Beispiel Fred Schüler. "Die Organisatoren geben sich an beiden Stellen viel Mühe. Aber in Strausberg ist die Strecke schöner", schätzte er ein. Schließlich seien am Straussee keine Pferde unterwegs wie auf dem Gelände in Neuenhagen.

Positiv hervorgehoben wurde von Teilnehmern an beiden Orten der Volkssportcharakter. Es gehe nicht um Streckenlängen und Zeiten, sondern ums ''Mitmachen, wie zum Beispiel Christoph Hartwich aus Wriezen lobte. Der 29-Jährige, der gerade ein Referendariat in Münster absolviert, war im Schlepptau des Vaters mitgekommen, der zu einer Laufgruppe gehört.

Der Berliner Norbert Stieg hatte von einem Radfahr-Kumpel vom Strausberger Lauf erfahren und ebenfalls erstmals mitgemacht. "Ich komme nächstes Jahr wieder", so der 55-Jährige, bevor er sich sein T-Shirt für die Premiere abholte.

Ein T-Shirt bekam diesmal auch die 84-jährige Charlotte Henze. Die Seniorin war schon 2011 mitgelaufen, hatte da die ganze Strecke bis zur Nordspitze absolviert. "Als ich zurückkam, waren nur noch ein paar Hanseln hier und es war alles alle", erzählte sie. Diesmal war sie an der Fähre umgekehrt und kam rechtzeitig auch für Pfannkuchen, Tee und Glühwein.

Beim 150. Rückkehrer hörte Mario Bachmann vom Mitausrichter Berliner Volksbank auf zu zählen. Die Zahl des Vorjahres war damit noch einmal übertroffen. "In der Größenordnung könnte sich das einpegeln", war auch LKK-Chef Arno Schulz mit der Resonanz zufrieden. 2013 werde auf dem Sportplatz Marienberg gestartet, kündigte er schon einmal an.

Vielleicht klappt da ja auch der Startschuss durch die Bürgermeisterin. Sie hatte die Startpistole zwar diesmal besonders vorsichtig getragen, trotzdem klemmte die Patrone, musste das Feld abermals per Silvesterböller auf die Reise geschickt werden.

"So hat wohl auch der Berlin-Marathon angefangen", scherzte Claudia Bild vor dem Start des ersten Silvesterlaufs auf dem Eggersdorfer Flugplatz bei Müncheberg. Ein noch überschaubares Feld von etwa 25 kleinen und großen Läufern, darunter erfahrene Marathonteilnehmer als auch Laufanfänger, nahmen bei steifer Brise die Strecken von zwei, vier oder sieben Kilometer in Angriff. Der Weg war auch hier das Ziel, Platzierungen reine Nebensache.

Das schlechte Gewissen führte Monika Schulze und Martin Gläser auf das Flugplatzgelände. "Wir haben früher bei vielen Marathons mitgemacht, auch in New York. Seit wir hier wohnen, fehlt einfach sonst die Zeit", so die Waldsieversdorferin. "Es ist schön, dass jetzt so ein Lauf direkt in der Nähe stattfindet", bemerkte auch der Eggersdorfer Hobbyläufer Rüdiger Reuter. Vor dem Startschuss dankte Bürgermeisterin Uta Barkusky der Organisatorin Silvia Plötz sowie Sponsoren und schickte dann das Feld vorbei an parkenden Flugzeugen. Erschöpft aber glücklich kam Karén Förster bei ihrem allerersten Lauf überhaupt ins Ziel. Sie wollte sich und ihrem Mann Dirk, Flugleiter in Eggersdorf, beweisen, "dass man mit bald 50 noch lange nicht zum alten Eisen gehört".

Da der Wind trotz milder Temperaturen eiskalt über das freie Gelände pfiff, waren warme Getränke und Pfannkuchen vom Gastwirt der "Fliegenden Kiste" im Ziel sehr willkommen. Einig waren sich anschließend in trauter Runde alle: Das sollte nicht der letzte Silvesterlauf hier gewesen sein.

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