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Neue Show: Neuruppiner Killer als Grusel-Star

Pestkranke Frauen und ein Massenmörder: Pressetermin für neue Grusel-Show
Pestkranke Frauen und ein Massenmörder: Pressetermin für neue Grusel-Show © Foto: Berlin Dungeon/herr-kielmann.de
Georg-Stefan Russew / 03.01.2013, 19:30 Uhr - Aktualisiert 03.01.2013, 20:02
Neuruppin/Berlin (MOZ) Karl-Friedrich Schinkel oder Theodor Fontane sind bekannte Männer aus Neuruppin. Einer gehört jedoch auch dazu, der alles andere als ein feiner Herr war, sondern ein brutaler Killer - Carl Großmann. Im Frühjahr 2013 soll die Geschichte um den Serienkiller Unerschrockene in Berlin das Gruseln lehren.

Die britische Merlin Entertainment Group plant, in der Hauptstadt ein Gruselkabinett nach englischem Vorbild unter dem Namen "Berlin Dungeon" (Berliner Verlies) zu eröffnen. In London und Hamburg gibt es bereits solche Einrichtungen, die sich großer Beliebtheit erfreuen. "Wir wollen 15 Millionen Euro in der Nähe des Hackeschen Markts investieren und auf 2500 Quadratmetern eine gruselige Geschichtsshow zeigen", sagt Unternehmenssprecherin Nina-Kristin Zerbe. "Besucher sollen auf einem Rundgang durch neun Themenbereiche wandeln können", erklärt sie. Alles habe sich so oder so ähnlich an der Spree abgespielt. "Das macht ja gerade den Gänsehautcharakter der Show aus", so Zerbe.

Neben historischer Deko wird die Gruselshow durch den Einsatz von 30 verkleideten Schauspielern angereichert, die 700 Jahren Stadtgeschichte Leben einhauchen werden. Gezeigt werden unter anderem pestkranke Berliner, der Geist der weißen Frau, der durch die Katakomben des Stadtschlosses spukt, und die bluttriefende Großmann-Geschichte.

Der gebürtige Neuruppiner ist eine der Berliner Schreckensgestalten des 20. Jahrhunderts. Niemand kann heute sagen, wie viele Frauen und Mädchen der Serienmörder tatsächlich umgebracht hat. Zeitungen schwankten damals zwischen 25 bis zu 100 Opfern. Angeklagt wurde er allerdings nur wegen dreier Morde an Prostituierten, weil man Leichenteile und Kleider in seiner Wohnung fand.

1863 in Neuruppin geboren, machte der aus asozialen Verhältnissen stammende junge Mann schnell kriminelle Karriere. Bereits mit 24 Jahren wurde er wegen Vergewaltigung einer Vierjährigen verurteilt. Lange musste er deswegen aber nicht einsitzen. Schnell fiel er dann wegen weiterer sexueller Übergriffe auf. Dafür kassierte er 15 Jahre Zuchthaus. Nach seiner Entlassung verschwand er nach Berlin.

Erst dort mutierte er wohl zum bestialischen Frauenmörder. Am Schlesischen Bahnhof, dem heutigen Ostbahnhof, soll er einen Würstchenstand betrieben haben. Das zu Wurstwaren verarbeitete Fleisch seiner Opfer - so wird noch immer gemutmaßt - soll er dort an Ahnungslose verkauft haben. Dass er selbst Fleischer gewesen sein soll, gehört wohl nach bisherigen Erkenntnissen auch ins Reichs der Legenden. Zwischen 1918 und 1921 wurden rund um den Bahnhof 23 zerstückelte Frauenleichen gefunden. Doch nur Kommissar Zufall brachte die Ermittler auf seine Spur. DNA-Tests gab es damals noch nicht.

Im August 1921 war Großmann in seiner Wohnung gerade dabei, eine 35 Jahre alte Frau umzubringen, als spitze Schreie und dumpfes Stöhnen aus der Wohnung die Nachbarn alarmierten. Merkwürdig sei ihnen der damals 58-Jährige schon immer vorgekommen. Als Serienmörder sei er jedoch nicht aufgefallen, gaben sie zu Protokoll.

Zeitungen berichteten, dass die Polizei an diesem Tag die Wohnungstür aufbrach und Großmann beim Sexualmord überraschte. Er sei splitternackt gewesen und habe eine blutverschmierte Keule in der Hand gehabt. Im Bett lag eine tote 35-jährige Prostituierte, ebenfalls nackt, an Händen und Füßen gefesselt und mit einer klaffenden Wunde am Kopf.

Großmann hat sich später nie zu seinen Taten erklärt. Ob er tatsächlich Menschenfleisch verkaufte, blieb im Strafprozess genauso ungeklärt wie das Motiv seiner Taten. Am Ende blieben nur Spekulationen. Kurz vor Prozessende hängte er sich in seiner Zelle auf.

Aber keine Angst, den Dungeon-Besucher erwartet am Hackeschen Markt keine blutrünstige Show. "Uns geht es allein um die Geschichte Berlins und ihre dunklen Seiten", betont Zerbe.

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