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31. Mahnwache am Letschin Schinkelturm

Letschiner Initiative fordert Verbotsgesetz

Glühwein statt Kohlendioxid: Nach und nach trudelten immer mehr Bürger am Kirchturm in Letschin ein, um bei einem Becher Glühwein oder Tee ihrem Protest gegen die Erprobung der CCS-Technologie Ausdruck zu verleihen.
Glühwein statt Kohlendioxid: Nach und nach trudelten immer mehr Bürger am Kirchturm in Letschin ein, um bei einem Becher Glühwein oder Tee ihrem Protest gegen die Erprobung der CCS-Technologie Ausdruck zu verleihen. © Foto: Johann M¸ller
Marco Marschall / 08.01.2013, 07:58 Uhr
Letschin (MOZ) Sah es zunächst so aus, als würde der Regen den Initiatoren der 31. Mahnwache am Sonntag einen Strich durch die Rechnung machen, fanden sich nach und nach immer mehr Bürger am Kirchturm ein. Nachdem der Bundesrat ein deutschlandweites CCS-Gesetz bereits im vergangenen Frühjahr gestoppt hat, scheint eine Verpressung zwar unwahrscheinlich, doch darauf wollen sich die Beteiligten der Mahnwache nicht verlassen. Aus ihrer Sicht wurde die Entscheidung, ob die umstrittene Technologie getestet werden darf, auf die Landesregierung abgewälzt und daher werden Brandenburgs Abgeordnete aufgefordert, ein CCS-Verbotsgesetz zu verabschieden. So stand es auf dem gelben Banner am Kirchturm und so bekräftigte es Rolf Ignaz in seiner Ansprache zur ersten Mahnwache im neuen Jahr. Sein Verein Bruchkultur, die evangelische Kirchengemeinde Letschin und der Verein "Wir im Oderbruch" sind die drei Pfeiler, auf denen die Initiative Mahnwache Letschin fußt.

Mario Forner, Vorsitzender des Vereins "Wir im Oderbruch", gab am Sonntagnachmittag einen Abriss der jüngsten Entwicklungen zum Thema CCS. Demnach habe auch die zehnte Landessynode der Evangelischen Kirche in Erfurt beschlossen, dass sie die Methode der unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid ablehnt und die Landesregierung auffordert, ihren gesetzgeberischen Handlungsspielraum zur Verhinderung von CCS auszunutzen.

Laut Forners Berichterstattung läuft das EU-Förderprogramm für CCS-Demonstrationsprojekte auch 2013 weiter. Da sich bislang niemand bereiterklärt hat, ein solches Projekt durchzuführen, sei das bisherige Förderbudget von 1,5 Milliarden Euro nun in Projekte für erneuerbare Energien geflossen. Dennoch seien weiterhin 275 Millionen Euro für die nächste CCS-Förderrunde vorgesehen, welche nun begonnen hat. Ein entsprechendes Projekt bekäme allerdings nur den Zuschlag, wenn ein EU-Mitgliedsstaat oder ein privater Investor die Hälfte der Finanzierung übernimmt, informierte Michel Forner die Gäste der Mahnwache. Für die Initiative gilt es demnach wachsam zu bleiben. Und so erklangen auch am Sonntag die 350 Glockenschläge. Anschließend konnte die Ausstellung zur Mahnwache im Haus Lichtblick besucht werden.

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