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Erste Zugvögel sind zurück

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08.01.2013, 14:31 Uhr
Schwedt (DPA) Es ist Anfang des Jahres, mitten im Winter. Doch erstes Vogelgezwitscher erklingt in der lauen Luft. Das milde Wetter lässt erste Zugvögel zurückkommen.

Der milde Winter hat die ersten Zugvögel zurück nach Brandenburg gelockt. Weit mehr als 10 000 Gänse haben sich bereits niedergelassen, sagte Matthias Freude, Präsident des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, der Nachrichtenagentur dpa. Das seien mehr als kurz vor Weihnachten, als es noch kalt war und viel Schnee gab. "Die Gänse fliegen mal zum Niederrhein und bis nach Frankreich und kommen zurück, wenn sie glauben, dass das Wetter für sie in Brandenburg wieder geeignet ist."

Dass jetzt früh schon die Amsel singe und der Kleiber loslege, sei bei diesen Temperaturen normal, sagte der Gesprächspartner. Auch würden die Tage wieder heller. Wegen des Klimawandels würden seit Jahrzehnten viele Arten nicht mehr wegfliegen oder nicht so weit fliegen wie früher. "Vor 30 bis 40 Jahren hätte es das alles nicht gegeben. Ein Grad Temperaturunterschied im Schnitt macht viel aus."

Gänse hätten es durch die Zwischenstation im seenreichen Brandenburg nicht mehr so weit nach Skandinavien, ins Baltikum oder nach Nordrussland, sagte Freude. Auf dem Gülper See wurden schon an die 9000 Exemplare gezählt. "Graugänse sind bereits zum Brüten hier."

Auch mehr als 1500 Kraniche überwinterten in der Mark, zumeist in Linum. "In den kalten Wochen vor Weihnachten haben sie auch den Frost und Schnee durchgestanden", berichtete der Präsident. Früher seien Kraniche noch bis nach Nordafrika geflogen, jetzt nur noch bis Nordfrankreich. "Das gehört zum Klimawandel-Phänomen."

Vögel, die zuerst wiederkommen, hätten die besten Reviere und Futterplätze und damit die besten Möglichkeiten, ihre Jungen großzuziehen, erläuterte Freude Vorteile für die Tiere. Wer nicht so lange Strecken zurücklege, verbrauche nicht so viel Energie. "Ein Transkontinentalflug kostet richtig Kraft." Wer nicht genug Fett habe, könne auch nicht so viele Eier legen.

Bei einem Kälteeinbruch versuchten die Vögel dennoch zu bleiben. "Es ist aber eine Frage, ob sie an Nahrung kommen." Kraniche und Gänse könnten auf abgeernteten Feldern noch etwas finden. Lerchen und Kiebitze würden wegfliegen. "Der Winter ist noch nicht zu Ende, da kann noch etliches passieren."

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