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Projektgruppe stellt Modell auf Berliner Fashion Week vor

Designer zeigen Hochzeitskleid mit Blindenschrift

Model Felicitas posiert am Freitag  in Leipzig in einem Brautkleid für Blinde, bei dem auf zahlreichen Bändern Gedichte in Brailleschrift aufgestickt sind, wahrend eine Assistentin für eine Fotoillustration ein solches Band und einen Zettel mit dem Wortla
Model Felicitas posiert am Freitag in Leipzig in einem Brautkleid für Blinde, bei dem auf zahlreichen Bändern Gedichte in Brailleschrift aufgestickt sind, wahrend eine Assistentin für eine Fotoillustration ein solches Band und einen Zettel mit dem Wortla © Foto: dapd
dapd / 18.01.2013, 19:43 Uhr - Aktualisiert 18.01.2013, 23:44
Leipzig/Magdeburg (dapd) Designer und Künstler rund um die Schule für Mode und Design aus Magdeburg haben ein Hochzeitskleid speziell für blinde Frauen entwickelt. Das Kleid werde am Samstag auf der Fashion Week in Berlin gezeigt, sagte Projektleiterin Barbara Liebecke der Nachrichtenagentur dapd vor der ersten öffentlichen Präsentation am Freitag in Leipzig. Entstanden sei ein "poetisches Kleid" mit einem Gedicht in deutscher und spanischer Blindenschrift.

Die Projektgruppe bestand aus einem Fotografen aus Berlin, einer Stickerin aus Leipzig sowie Studenten der Magdeburger Designschule und Liebecke, die Dozentin an der Schule ist. Fotograf Karsten Hein hatte laut Liebecke die Idee zum Projekt. Diese sei ihm während Fotoarbeiten mit Blinden gekommen. Stickerin Annett Kunze habe eigens für das Kleid die Stickerei in Blindenschrift entwickelt.

 

Serienproduktion für Blindenmode möglich

 

Die zukünftigen Trägerinnen des Kleides können auf den Stoff gestickte Worte aus Blindenschrift mit ihren Fingern erfühlen. Außerdem reicht das weiße Kleid vorn nicht bis auf den Boden, damit die Sehbehinderten nicht darüber stolpern. Die eingestickten Zeichen sind knapp einen Zentimeter hoch und wurden bereits von Blinden positiv auf ihre Alltagstauglichkeit getestet.

Das Hochzeitskleid könnte der Anfang einer umfangreichen Produktion für Mode für Blinde sein. "Es ist ein Pilotprojekt", sagte Projektleiterin Liebecke. Sie könne sich vorstellen, in Zukunft auch Alltagsmode mit derartigen Stickereien zu versehen. Zum Beispiel könne auf einem grünen T-Shirt stehen, dass es sich um ein grünes T-Shirt handelt. "Das macht es Blinden einfacher bei der farblichen Auswahl ihrer Kleidung", sagte Liebecke. "Wer weiß, vielleicht produzieren wir derartige Modestücke bald in einer kleinen Serie."

Einen möglichen Produktionsstandort hat die Designerin auch schon im Auge. "In Leipzig entwickelt sich gerade eine sehr kreative Szene", sagte sie.

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